Stadt Münster: Homepage des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung

Seiteninhalt

Denkmalschutz - Denkmalliste

Denkmalliste

Denkmalliste

In Nordrhein-Westfalen ist jede Stadt oder Gemeinde "Untere Denkmalbehörde". Sie muss sich selbst um die eigenen Denkmäler kümmern. Alle Städte und Gemeinden müssen dieser Verpflichtung nachkommen. Denkmaleigentümer müssen schließlich sicher sein, dass sie überall die gleichen Rechte und Pflichten erwarten. Deshalb schreibt das Denkmalschutzgesetz in Nordrhein-Westfalen vor, Denkmäler in Denkmallisten einzutragen. Die "Eintragung" oder "Unterschutzstellung" ist ein Rechtsakt, geregelt in einem Unterschutzstellungsverfahren.

Ist der Denkmalwert eines Gegenstandes festgestellt, ist die Stadt verpflichtet, ihn in die Denkmalliste einzutragen. Es steht ihr kein Entscheidungsspielraum, etwa aus wirtschaftlichen, politischen oder anderen Gründen zu. Erst mit der Eintragung wird aus einem historischen Objekt ein Denkmal. Erst dann unterliegt es den Regelungen des Denkmalschutzgesetzes. Natürlich kann gegen die Unterschutzstellung Widerspruch erhoben werden. Die Widerspruchsbegründung muss die Denkmaleigenschaft in Zweifel ziehen. Sie kann sich nicht gegen z. B. die wirtschaftliche Unzumutbarkeit der Erhaltung wenden.
Ist die Eintragung rechtskräftig, kann nur nach Zerstörung der Denkmaleigenschaft ein Denkmal aus der Liste gelöscht werden.

Die Denkmalliste ist also kein abgeschlossenes Verzeichnis. Die aktuelle Liste der Baudenkmäler in Münster finden Sie unten.

Für jedes Denkmal gibt es eine oder mehrere Karteikarten mit den wichtigsten Daten: Angaben zur Art des Denkmals finden sich dort ebenso wie ein Kartenausschnitt mit dem Standort, Fotos, Angaben zum Stand der Unterschutzstellung und vor allem die Begründung des Denkmalwertes. Die muss so formuliert sein, dass verständlich und nachvollziehbar die Bedeutung, die Gründe für die Erhaltung und der Umfang des Denkmals erkennbar sind. Wenn hier unrichtige Angaben oder falsche Beurteilungen zu einer fehlerhaften Unterschutzstellung führen, wird jeder Widerspruch erfolgreich sein. In einer zur Karte gehörigen Akte wird alles gesammelt, was an Informationen über das Denkmal von Interesse sein könnte.


Denkmalschutz

Städte, die mit alten Gebäuden und romantischen Straßen und Plätzen ein charakteristisches Stadtbild aufweisen, erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Was alt ist, ist dennoch nicht gleich schön, erhaltenswert oder gar denkmalwert. Um lebensfähig zu bleiben, müssen Städte erneuert, alte Gebäude durch Neubauten ersetzt, erhaltenswerte oder denkmalwerte durch Sanierung und neue Nutzungen dem heutigen Lebensstandard angepasst werden.

Dem Denkmalschutz kommt dabei die Aufgabe zu, aus den Bestandteilen einer Stadt Wertvolles herauszufiltern, seine Bedeutung für die Öffentlichkeit zu definieren und für seine Erhaltung zu sorgen. Im Rahmen des Unterschutzstellungsverfahrens werden Denkmäler - nach Baudenkmälern, Denkmalbereichen, Beweglichen Denkmälern und Bodendenkmälern unterschieden - in die Denkmalliste eingetragen.

Durch den Denkmalschutz werden die Eigentumsrechte der Denkmaleigentümer beschränkt. Deshalb werden Entscheidungen auf der Rechtsgrundlage des Denkmalschutzgesetzes getroffen. Dadurch erfahren Betroffene Rechtschutz und sind vor Willkürhandlungen der Behörden geschützt. Allerdings können die Behörden den Denkmalschutz auch gegen den Willen der Eigentümer durchsetzen.

Neben dem Denkmalschutz regeln Erhaltungssatzungen, manchmal in Kombination mit Gestaltungssatzungen, das städtebauliche Erscheinungsbild einer Straße, einer Siedlung oder eines Stadtviertels. Dabei steht nicht die Erhaltung eines Geschichtsdokumentes im Vordergrund, sondern die Bewahrung des charakteristischen Stadtbildes in seinem typischen Erscheinungsbild.


Bodendenkmalschutz

Bodendenkmäler sind bewegliche oder unbewegliche Denkmäler, die sich im Boden befinden oder befanden. Ihnen kommt vor allem dann ein besonderer Wert zu, wenn sie von vergangenen Epochen und Kulturen zeugen, die sich über andere Dokumente - z. B. Schrift- oder Bildquellen - nicht erschließen. Dies gilt hauptsächlich für die erd- sowie die vor- und frühgeschichtliche Zeit, in der Stadt Münster aber auch für das Mittelalter, das in der schriftlichen Überlieferung schlecht bezeugt ist.

Die meisten Bodendenkmäler sind im Boden verborgen. Es können Reste von Städten und Siedlungen, von Produktionsstätten, Hausfundamenten, Brunnen, Kloaken, Abfall- und Vorratsgruben, Befestigungsanlagen und Burgen oder Grabstätten sein. Es können aber auch  Zeugnisse des pflanzlichen und tierischen Lebens aus erdgeschichtlicher Zeit sein.
Das Denkmal ist dabei der Boden selbst, der die Sache oder Mehrheiten von Sachen in sich birgt, die selbst oft nur noch als Verfärbung erhalten sind.
 
Einige wenige Bodendenkmäler sind auch oberirdisch sichtbar. Dazu gehören der Max-Clemens-Kanal, die für das Münsterland charakteristischen Landwehren, umgräftete Herrensitze und Höfe wie Haus Amelsbüren, die Wallburg Haskenau, ferner verschiedene Grabhügel in der Hohen Ward und in Handorf-Dorbaum sowie  Handorf-Hornheide.



Impressum