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Stadtmuseum Münster
Salzstraße 28
D-48143 Münster
Tel. 02 51/4 92-45 03
Fax: 02 51/4 92-77 26
museum
@stadt-muenster.de

Öffnungszeiten:
dienstags - freitags
10-18 Uhr,
samstags, sonn- und feiertags 11-18 Uhr,
montags geschlossen,
besondere Öffnungszeiten im Zwinger

Sonderöffnungszeiten an den Feiertagen werden unter Aktuell bekannt gegeben.

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Der Eintritt ist frei.

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1. Februar 2014 bis 4. Mai 2014

Friedrich Gebhart zum 100. Geburtstag Gold- und Silberschmied

Der kurz vor dem Ersten Weltkrieg geborene Sohn eines Lokomotivführers Friedrich Gebhart (1914-1996) wuchs in behüteten Verhältnissen in Worms auf und absolvierte dort von 1928 bis 1932 eine Ausbildung zum Gold- und Silberschmied. Er war Meister einer klaren Formgebung. Ohne überflüssiges Dekor überzeugen seine Arbeiten durch eine materialbezogene Gestaltung und in der Beschränkung auf das Wesentliche durch eine in sich vollkommene Ästhetik. Seine Werke prägt eine schlichte Schönheit.
Das Stadtmuseum zeigt eine exemplarische Auswahl aus allen Schaffensbereichen des Gestalters und veranschaulicht so das schöpferische Potential des Gestalters Gebhart sowohl im sakralen als auch im profanen Arbeitsbereich.

Eines seiner Hauptarbeitsgebiete waren Sakralgeräte, die er für viele Kirchen auch für so namhafte Architekten wie Rudolf Schwarz schuf. Insbesondere in den 1950er und 1960er Jahren fertigte er für zahlreiche Kirchen im gesamten Bundesgebiet er Tabernakel, Kreuze, Osterleuchter oder Taufbrunnendeckel an. In diesen Werken verbinden sich Funktion, Form und Material ohne Ornament oder Beiwerk auf eine künstlerische und harmonische Weise. Die Ausstellung zeigt eine Fotodokumentation wichtiger Kirchenausstattungen in Süddeutschland.

Meisterstück von 1938 Kelch mit Patene von Friedrich Gebhart

Sakrales Gerät wie Kelche oder Monstranzen gehören ebenfalls zu seinen Auftragsarbeiten. 1957 und 1967 wurden Kelche mit Staatspreisen prämiert. Der 1967 entstandene Kelch aus Elfenbein wurde mit dem Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet und ist im Stadtmuseum zu sehen. Er überzeugt durch seine exzeptionelle Einheit von Elfenbein und Edelmetall. Der 1938 als Meisterstück im Goldschmiedehandwerk entstandene Kelch mit Patene und Löffel zählt noch zur Goldschmiedekunst der Vorkriegszeit und beweist jedoch schon seinen ausgeprägten Sinn für klare Gestaltung. Davon können Sie sich die Besucherinnen und Besucher selbst im Stadtmuseum überzeugen.

Neben seinen sakralen Objekten widmete sich Friedrich Gebhart mit Erfolg der Profankunst. Die Jury der Gesellschaft für Goldschmiedekunst Hamburg lobte 1962 im Rahmen des Wettbewerbs „Die silberne Maske“ für sein Werk die erste Anerkennung aus. Der Entwurf Gebharts ignoriert die typische Hohlgesichtsform der meisten Masken. Mit dem länglichen Rechteck präsentierte er eine künstlerisch überraschende Lösung, die ihren Ausdruck durch das lebendige Lichtspiel auf dem geformten, polierten Metall erhält. Auch dieses Werk ist in der Ausstellung zu bewundern.

Salz- und Pfefferstreuer in einem Stück aus Silber von Friedrich Gebhart

Seit 1959 war Friedrich Gebhart zunächst als Lehrer an der Werkkunstschule und später als Professor an der Fachhochschule für Design in Münster tätig. Abgesehen von einigen kostbaren Einzelstücken entwarf er auch für die industrielle Fertigung, wie die Serie der Salz- und Pfefferstreuer oder die Entwürfe für die Firma WMF bezeugen. Er ließ sich dabei von dem Credo leiten, dass die Form der Funktion folgen müsse und entwickelte hochwertiges Tischgerät in modernen Formen.

Von Beginn seiner handwerklichen Tätigkeit Ende der 1930er Jahre an fertigte Friedrich Gebhart auch Schmuck. In den 1950er Jahren sind die Schmuckstücke Gebharts von fließenden, reduzierten Formen bestimmt. Zudem kennzeichnen diese Stücke eine strenge Eleganz und die Konzentration auf das Wesentliche in handwerklicher Perfektion. Die Schmuckstücke sind meist sehr schlicht und in organischen Formen gehalten, bringen die edlen Materialien zur Geltung und verdeutlichen den Einfluss der skandinavischen Goldschmiedekunst in diesen Jahren. Hervorzuheben sind auch Kette und Ring aus dem Weltausstellungsensemble, das 1967 auf der Weltausstellung in Montreal gezeigt wurde.

Die Vielzahl unterschiedlicher Betätigungsfelder Gebharts zeigt, dass er mehr als ein ausgezeichneter Goldschmied war. Der Formgeber folgte neuen Impulsen und wurde von der Fachwelt wahrgenommen. Die Ausstellung wird vom 1. Februar bis zum 4. Mai 2014 im Stadtmuseum Münster gezeigt. Zur Ausstellung liegt ein Bildband zum Preis von 4,- € vor.

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