13.01.1999

Hauptschulen erproben neue Wege und Methoden

Dokumentation stellt Projekte zur ganztägigen Betreuung vor / Teilnahme am bundesweiten Wettbewerb um den Hauptschulpreis 1999

(SMS) "Schulfreude" - lautet der Titel der Dokumentation, mit der die münsterschen Hauptschulen ihre Projekte zur ganztägigen Betreuung vorstellen. Mit der Gemeinschaftsarbeit, die die vielfältigen Aktivitäten im vergangenen Jahr illustriert, bewerben sich die sieben münsterschen Hauptschulen beim bundesweiten Wettbewerb um den Hauptschulpreis 1999. Die "Initiative Hauptschulen e.V." hat den Wettbewerb gemeinsam mit der gemeinnützigen Hertie-Stiftung ausgeschrieben. Projektarbeit, die neue Wege und Methoden erprobt, gehört in Münster seit vielen Jahren zum Schulalltag. Sie orientiert sich an der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen und überwindet die Grenze traditioneller Unterrichtszeiten und -fächer. Die Schulen wenden sich in der Projektarbeit nach außen, suchen Kooperationspartner.

Selbstverteidigung und Selbstbehauptung, Internet- Führerschein, Lernen mit neuen Medien im offenen Unterricht, Samba-Percusssion, alternative Energie, Schulraum- und Schulhofgestaltung, Ausbildung von Streitschlichtern, Schule und Berufswahl, Schwarzlicht-Theater, Schule und Jugendzentrum sind einige Schlagworte, die die Bandbreite der Angebote verdeutlichen. Rund 3000 Schülerinnen und Schüler lernen an den Hauptschulen der Stadt Münster.

Traditionell gibt es bei einigen Hauptschulen besondere Schwerpunkte, zum Beispiel Förderklassen für ausländische Schülerinnen und Schüler oder Vorbereitungsklassen für junge Aussiedlerinnen und Aussiedler. Die Persönlichkeit des Einzelnen zu stärken und die soziale Entwicklung in Zusammenarbeit mit den Institutionen der Jugend- und Familienpflege zu stützen, gehört zu den wichtigsten Zielen der Hauptschulen. Bei der Berufswahl bauen sie auf die Kooperation mit dem Arbeitsamt, den Kammern und den weiterführenden Schulen. Mit freiwilligen Angeboten am Nachmittag, wie Hausaufgabenbetreuung, Spiel und Sport, fachliche, künstlerische oder musische Förderung, kommen sie den Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen entgegen.

Die Dokumentation "Schulfreude", die Karl-Heinz Königs, Rektor der Hauptschule Wolbeck, Barbara Eyl-Thien, Konrektorin der Fürstenbergschule und Barbara Weinand, Konrektorin der Hauptschule Hiltrup, in Zusammenarbeit mit dem städtischen Schulamt erarbeitet haben, läßt den besonderen pädagogischen Auftrag der Hauptschulen lebendig werden. Die Stadt Münster unterstützt die Projektarbeit mit Mitteln aus dem Sonderprogramm "Ganztägige Förderung und Betreuung an weiterführenden Schulen".