Münster (SMS) Der Aasee in Münster heizt sich im Sommer weiter auf: Die maximalen Wassertemperaturen stiegen von 26,9 Grad im Jahr 2022 auf 28,1 Grad in 2025. Hohe Algen- und Blaualgenkonzentrationen setzen Fische unter Stress und gefährden die Sauerstoffversorgung im See. Das zeigt der aktuelle Sachstandsbericht zur Umsetzung der Resilienzstrategie und des Handlungskonzepts für den Aasee. „Trotz dieser Belastungen ist das Ökosystem zuletzt stabil geblieben – dank engmaschiger Kontrollen, Belüftung und gezielter Maßnahmen zur Regulierung des Fischbestands“, sagt Stadtbaurat Robin Denstorff.
Um den Aasee langfristig stabil zu halten, hat der Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen am Dienstag, 3. Februar, die Fortführung der seit 2022 laufenden Resilienzstrategie beschlossen.
„Der Aasee bleibt ein sensibles Gewässer. Klimatische Extremereignisse und Nährstoffbelastung erfordern auch zukünftig ein integriertes Management des Ökosystems“, sagt Sonja Kramer vom Amt für Mobilität und Tiefbau. „Deshalb beobachten wir ihn genau und setzen die Maßnahmen zur Steigerung der Resilienz gezielt und bedarfsweise um.“ Die Stadt veranschlagt für diesen Prozess künftig durchschnittlich rund 130.000 Euro jährlich.
Frühwarnsystem überwacht Sauerstoff und Algen
Aufgrund seiner geringen Tiefe ist der Aasee besonders anfällig für Hitzeperioden. Ein Frühwarnsystem mit zwei Messstellen überwacht daher dauerhaft Sauerstoff, Wassertemperatur und Algenentwicklung. Überschreiten die Werte kritische Grenzen, können zwölf Belüftungsgeräte Fischen sofort zusätzliche Rückzugsorte mit Sauerstoff bieten.
Zudem steuert die Stadt gezielt den Fischbestand. Seit 2021 wurden rund 14,6 Tonnen Friedfische – darunter Rotaugen, Brassen, Güster und Karpfen – aus dem Aasee entnommen. Gleichzeitig setzte der örtliche Verein für Fischerei und Gewässerschutz „Frühauf“ Münster 1922 e.V. seit 2019 mehr als 41.000 Zander und rund 600.000 Hechtbrütlinge aus. Dauerhaft sollen im See maximal zehn Tonnen Fische leben, davon 30 bis 40 Prozent Raubfische.
Schwimmende Pflanzenzonen, ökologisch aufgewertete Ufer und Laichhilfen schaffen Rückzugs- und Fortpflanzungsorte für Fische. Darüber hinaus prüft die Stadt eine mögliche Belüftung am Seegrund des Zookanals. Sie soll den schlammigen Untergrund mit Sauerstoff versorgen, Ablagerungen schneller abbauen und Nährstoffe im Boden halten. Dadurch soll das Algenwachstum verringert und der Zookanal schrittweise revitalisiert werden.
Reaktion auf Fischsterben 2018
Die Resilienzstrategie und das Handlungskonzept für den Aasee sind eine Reaktion auf das Fischsterben im Sommer 2018. Eine langanhaltende Hitzeperiode ließ die Wassertemperaturen damals auf fischkritische Werte steigen. Windstille und das plötzliche Absterben einer ausgedehnten Blaualgenblüte führten zu einem Zusammenbruch des Sauerstoffhaushalts – das Ökosystem „kippte“ und Tausende Fische starben.
Archivbild: Die Stadt Münster hat in den vergangenen Jahren die Zahl der Röhrichtzonen im Aasee erhöht. Foto: Stadt Münster/Michael Möller. Veröffentlichung mit dieser Pressemitteilung honorarfrei.
