Zivilcourage für junge Menschen gegen Rechts
Rechtsextreme Aktivisten sind vorwiegend männlich, sehr jung und in ihrem Weltbild schon sehr festgelegt – wenngleich nicht parteipolitisch organisiert. Das berichtete Thomas Schatkowski, der Leiter des Staatsschutzes beim Polizeipräsidium Münster. Es lasse sich keineswegs belegen, dass jugendliche Skinheads besonders oft aus sozial schwachen Familien stammten, so der Referent weiter. Für die Arbeit des Staatsschutzes nannte er drei Eckpunkte: konsequente Verfolgung rechtsextremer Straftaten; "taktische Prävention", zum Beispiel durch Warnung potenzieller Straftäter; Präventions-Projekt "Giraffe" an Schulen.
Für Schulen gibt es bereits eine Reihe praktikabler Ansätze zur Präventionsarbeit. Dr. Wolfgang Sander vom Fachbereich Erziehungs- und Sozialwissenschaften der Universität erläuterte das am Einsatz von neuen Medien. Allerdings, so die Beobachtung des Ausländerbeirat-Vorsitzenden Spyros Marinos, zeigen manche Schulen falsche Zurückhaltung. Aus Furcht vor Imageschädigung machten sie rechtsextreme Äußerungen und Aktivitäten nicht gerne zum öffentlichen Thema – anstatt so zu zeigen, dass sie entschlossen und in der Lage seien, ihrer Verantwortung gegenüber Gesellschaft und Familie gerecht zu werden.
Bislang sind im Sozialamt der Stadt über 30 Projektvorschläge zum Programm "Für Zivilcourage" eingegangen. Sie reichen von der Idee bis zum ausgearbeiteten Antrag. In einem Rundschreiben an Vereine, Firmen und gesellschaftliche Einrichtungen hat die Verwaltung zu weiteren Vorschlägen angeregt. Über die Förderung der ersten Projekte kann nach Beratung im Ausländerbeirat und im Haupt- und Finanzausschuss des Rates voraussichtlich im Mai entschieden werden.