Die Schatzinsel
von
Robert Louis Stevenson

Vorbemerkungen und Zeitplan zur Unterrichtsreihe

Willkommen an Bord!

Die Ideen zu diesem Unterrichtsprojekt zu Stevensons Roman „Die Schatzinsel” sind von Joan Bigelow, einer Lehrerin der Avon Middle School in Avon, USA. Wer die Unterrichtsreihe auf Englisch lesen möchte, kann hier die Verbindung herstellen:

Teaching unit "Treasure Island"

Dieses Projekt ist in Teilen eine Übersetzung der o.g. teaching unit, allerdings habe ich einige Bestandteile verändert, ergänzt oder weggelassen.

Das Unterrichtsprojekt „Die Schatzinsel” findet annähernd über einen Zeitraum von 7-8 Wochen statt, überspringt man die „Piraten-Recherche-Woche”, ist die UR entsprechend kürzer.

So könnte das „Schatzinsel-Projekt” zeitlich und inhaltlich ablaufen:
 

1. Woche
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

Hier findet die optionale Recherche-Woche statt. Am 1. Tag wird den Schülerinnen und Schülern das Projekt vorgestellt. Die „Begrüßungsseite”, die Seite mit „Recherche-Vorschlägen” und eine Übersicht der vorhandenen Literatur (inklusive kopierter Texte, Bilder, etc. werden den Schülerinnen und Schülern ausgehändigt und gemeinsam besprochen und erläutert (in der ersten Stunde verkleidet sich die Lehrerin/der Lehrer möglicherweise als Pirat...). 
Anhand der „Recherche-Vorschläge” entscheiden sich die Schülerinnen und Schüler für die ausführlichere Beschäftigung mit einem bestimmten Piraten/einer bestimmten Piratin oder mit einem speziellen Piraten-Thema.
Die Schülerinnen und Schüler erhalten einen Schnellhefter oder eine Mappe, in der sämtliches Material, das während des Projektes verteilt, geschrieben oder gezeichnet wird, eingeheftet oder eingelegt werden kann. Diese Mappe begleitet die Schüler während des ganzen Projektes.
Während dieser ersten Woche sind die Schülerinnen und Schüler hauptsächlich damit beschäftigt, zu ihrem selbstgewählten Thema zu recherchieren und auszuwerten. Die Ergebnisse werden am Ende der Woche (möglicherweise in Piratenverkleidung...) präsentiert.
2. Woche
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

Am 1. Tag der 2. Woche erhalten die Schülerinnen und Schüler die Lektüre. Das „Logbuch” wird eingeführt, ein Lesetagebuch, das die Schülerinnen und Schüler während bzw. jeweils nach der Lektüre eines Kapitels führen sollen. In das Logbuch soll alles eingetragen werden was besonders beeindruckt, interessiert oder aber verwirrt.
Wenn der „Schwarze Fleck” im Buch erreicht wird (Teil I, Kapitel „Der schwarze Fleck”), sollen die Schülerinnen und Schüler jeweils zu Beginn einer Stunde aus einem Gefäß Zettel ziehen, von denen einer mit einem „Schwarzen Fleck” markiert ist. Der- oder diejenige liest seinen/ihren Logbucheintrag zum letzten Kapitel vor. Eine Liste mit unbekannten Wörtern wird jeweils zu den 2 folgenden Kapitel ausgeteilt und erläutert.
Die Lehrerin/der Lehrer liest Kapitel 1 vor, Kapitel 2 ist Hausaufgabe. „Die Logbucheintragungen” werden teils in der Schulzeit, teils zu Hause (oder in evtl. Hausaufgabenstunden) angefertigt. Auf die gleiche Art und Weise wird die Lektüre des Romans fortgeführt: Lehrerin/Lehrer liest jeweils die ungerade nummerierten Kapitel vor, die Schülerinnen und Schüler lesen die gerade numme-
rierten Kapitel und fertigen ihre „Logbucheintragungen” an.
Die Unterrichtsstunden sollten jeweils mit Gesprächen über „Logbucheintragungen” und Klärung schwieriger Wörter beginnen.
Jeweils am Ende der 6 Teile des Buches soll ein Quiz von den Schülerinnen und Schülern gelöst werden, wodurch die Textkenntnis nachgewiesen werden soll (dieses Quiz sollte jede(r) persönlich für seine Lerngruppe (evtl. mit Differenzierungsangeboten) entwerfen).
3. Woche
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

Nach dem Quiz zu Teil I des Buches sollte das nächste Projekt angesprochen werden - die „Matrosen-Prüfung”! Ein Bild des Schoners „Hispaniola” wird verteilt und die Schülerinnen und Schüler benutzen eine Seite des Blattes, um zu sehen, wie die einzelnen Teile des Schiffes genannt werden. Auf der Rückseite des Blattes ist die Beschriftung vorgegeben. Jeden Tag werden einige Minuten darauf verwendet, die Bestandteile des Schoners zu wiederholen (Folie/Overhead-
Projektor/Folienstifte). Die „Matrosen-Prüfung” muss natürlich stattfinden, bevor die „Hispaniola” in See sticht!
In der „Matrosen-Prüfung” besonders erfolgreiche Schülerinnen und Schüler erhalten als Belohnung Augenklappen oder kleine Anstecker als „Rangabzeichen” (Quartiermeister, Kanonier...).
Es folgt das Quiz für Teil II des Buches.
4. Woche
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

Gestalte deine eigene Piratenflagge (Jolly Roger)!
In dieser Woche sollen die Schülerinnen und Schüler eine persönliche Piratenflagge (Jolly Roger) entwerfen. Dazu benötigt man pro Projektteilnehmer/in 1 Stück schwarzen Filz (ca. 22x30 cm), 
1 Stück selbstklebenden (falls erhältlich) weißen Filz (15x12 cm) sowie ein kleines Stück roten Filz (7x7 cm). Außerdem werden Scheren und Klebstoff gebraucht (nähere Angaben siehe auf dem Jolly Roger”-Arbeitsblatt!).
Sobald der Verrat auf dem Schiff entdeckt wird („Was ich im Apfelfass zu hören bekam”), sollten die „Jolly Rogers” fertig sein!
Das Quiz zu Teil III des Buches kann in der 4. Woche oder bereits in der vorhergehenden Woche angeboten werden (es sind nur wenige Kapitel!).
Es ist immer wichtig, eine Liste schwieriger oder unbekannter Wörter vor dem Lesen durchzusprechen.
5. Woche
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

Die „Jolly Rogers” sind fertig und werden ausgestellt.
Jetzt sollten die Schülerinnen und Schüler das nächste Projekt in Angriff nehmen, den „Schatzkarten-Tag”. Die Herstellungs- und Spielanleitung wird mit den Kindern zusammen gelesen und erläutert, bis alle sie verstanden haben. Alle Kästchen der Karte müssen ausgefüllt sein.
Das Spiel wird vorbereitet und gespielt, wenn die „Hispaniola” die Schatzinsel erreicht.
Quiz zu Teil IV des Buches.


Als Ergänzung wäre es möglich, die Schülerinnen und Schüler in der Umgebung der Schule oder auf einem Klassenausflug eine wirkliche Schatzkiste suchen zu lassen. Das bedarf einiger Vorbereitung (Karten müssen kopiert, gezeichnet und bearbeitet werden, der Schatz muss vorher sorgfältig (aber auch nicht zu sorgfältig!) versteckt bzw. vergraben werden. Die Schülerinnen und Schüler machen sich dann in kleinen Gruppen auf die Suche nach dem Schatz, kleine Aufgaben (teilweise praktisch [z.B. Seemannsknoten], teilweise eher auf den Roman bezogen) müssen gelöst werden. In der zu findenden Schatzkiste könnten sich z.B. Süßigkeiten (in Stanniolpapier verpackte Schokoladenmünzen [„pieces-of-eight”]), aber auch Utensilien für eine anschließend stattfindende „Piratengrillfeier” befinden. Der Phantasie sind in diesem Teil des Projektes die wenigsten Grenzen gesetzt...
6. Woche
 
 
 
 
 

 

Der „Skorbut-Tag”!
Am Ende der 6. Woche findet in der Klasse der „Skorbut-Tag” statt, um die Mannschaft während des Aufenthaltes auf der Insel gesund zu halten. Orangensaft, Orangen, Limonen, Zitronen und Grapefruits werden mitgebracht und während des Anhörens des Hörspiels „Die Schatzinsel” gegessen und getrunken.
Quiz zu Teil V des Buches und Besprechung des letzten Teilprojektes „Piratenprojekt”anhand des Infoblattes (kann/sollte evtl. schon früher passieren, damit die Schülerinnen und Schüler mehr Zeit für ihr Projekt zur Verfügung haben).
7. Woche
 
 
 

 

In dieser Woche gelangt das Buch zu seinem spannenden Ende. Das letzte Kapitel (Kap. 34) wird in der Klasse laut gelesen, das letzteQuiz zum 6. Teil des Buches wird durchgeführt und die Ergebnisse des „Piraten-Projekts” werden präsentiert und abgegeben. Die nun hoffentlich voll-
ständigen Logbücher werden ebenfalls eingesammelt.
Das Schatzinsel-Projekt wird gemeinsam mit der Klasse reflektiert, Positives und Negatives wird angemerkt, mögliche Verbesserungsvorschläge von seiten der Schülerinnen und Schüler werden notiert. Das Projekt könnte mit einem gemeinsamen Essen von „Scottish Duff” ausklingen.
8. und 9.
Woche 
(zusatz-
angebot)
Falls genügend Zeit vorhanden ist, könnte als Höhepunkt des Projektes ein „Piratenpuppenspiel” vorbereitet und später von den Kindern aufgeführt werden. Weitere Erläuterungen entnehme man dem Arbeitsblatt!

zur Piraten-Übersicht! 

voigt@muenster.de