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William Dampier war ein britischer Freibeuter, Navigator und Hydrologe.
Aktiv war er zwischen 1679-1711. Er wurde als der bekannteste und der wahrscheinlich
intelligenteste der großen Gruppe von Freibeutern bezeichnet, die
der spanischen Flotte zwischen 1680 und 1720 immer wieder große Verluste
und Schäden zufügte. Dampiers erste Reise in den Pazifik begann,
als er das erste Mal zu den Freibeutern stieß. 1680 überfielen
die Freibeuter spanische Siedlungen an der Küste Südamerikas.
Danach überquerte er den Pazifik mit dem Ziel Ostindien (Asien). Von
da an wurde er immer wieder in Piraterie involviert, wie meistens auf seinen
folgenden Reisen. Seine Eroberungen und Fahrten verhalfen ihm dazu, die
Erde drei Mal zu umrunden.
23. August 1683 - Mai 1685 Erster Teil der von dem englischen Piraten Dampier geschilderten Weltumsegelung, die in Virginia beginnt und zunächst zu den Kapverdischen Inseln und am 3.3.1684 um Kap Horn führt. Im Pazifik stößt der englische Captain Eaton hinzu; die beiden Schiffe segeln über die Inselgruppen Juan Fernandez und Galapagos nach Cabo Blaco (im heutigen Costa Rica). Unterwegs werden verschiedene Landoperationen erwogen und wieder verworfen und schließlich vor den Lobos-Inseln drei kleine spanische Schiffe gekapert. Kurz vor Cabo Blanco stirbt Dampiers Kapitän Cook und wird durch Edward David ersetzt. Die Piraten kreuzen bis November 1684 vor der mittelamerikanischen Küste und unternehmen etliche, im wesentlichen glücklose Raubzüge. Eaton trennt sich im September von der Flottille; Captain Swan schließt sich ihr mit zwei Schiffen an. Ein paar kleinere Fahrzeuge werden erbeutet; ein Überfall auf den Ort Guayaquil muß abgebrochen werden. Swan und David beschließen, vor Panama auf die erwartete Silberflotte aus Lima zu warten; auf dem Weg dahin (8.1.1685) wird ein Schiff mit Lebensmitteln geentert. Vor Panama schließen sich mehrere hundert französische und englische Bukanier, u.a. unter Gronet, Lequie, Townley und Harris, die die Landenge überquert hatten, der Flottille an, die Ende April 85 über rund 960 Mann verfügt. 28.-30. Mai 1685 Dampiers Weltumsegelung: Am 28. Mai 1685 trifft die spanische Silberflotte auf dem Weg von Lima nach Panama bei den Rey-Inseln auf die dort wartenden Piraten. Die Spanier verfügen über rund 3000 Mann auf 6 Kriegsschiffen (zw. 8 u. 41 Kanonen), 8 Frachtschiffen und einigen Kanus; die Piraten können ihnen 960 Mann auf zwei Kriegsschiffen (38 und 16 Kanonen) und acht kleinen, im wesentlichen unbewaffneten Schiffen entgegenstellen. Angesichts der Übermacht der Spanier entzieht sich Cpt. Gronet mit seinen 300 Franzosen gleich zu Anfang dem Kampf. Die übrigen Piratenschiffe nähern sich der Silberflotte aus Luv und tauschen gegen Abend einige Kanonenschüsse aus. In der Nacht gelingt es den Spaniern mit einer List, die Piraten auf ihre Leeseite zu locken und ihnen damit den Windvorteil zu nehmen; am 29. werden die Piraten bis zur Insel Pacheque abgedrängt. Die Silberflotte läuft am 30. in den Hafen von Panama ein. Juni-Dezember 1685 Dampiers Weltumsegelung: Die Bukanier sammeln sich und beschließen,
die Stadt Leon zu plündern. Cpt. Knight stößt zu den Piraten;
der Ort Puebla Nova wird genommen, allerdings ohne, daß Beute gemacht
wird, und für die Landung vor Leon werden Kanus gebaut. Am 11. August
1685 landen die Piraten mit 520 Mann in 31 Kanus in Realejo, davon marschieren
460 Mann sofort 20 Meilen landeinwärts und nehmen Leon; die 740 spanischen
Verteidiger fliehen aus der Stadt. Verhandlungen mit dem spanischen Gouverneur
werden aufgenommen; schließlich brennen die Piraten Leon nieder und
kehren nach Realejo zurück. Der Ort wird geplündert, am 24. August
ebenfalls niedergebrannt und verlassen. Tags darauf trennt sich die Piratenflotte;
Dampier segelt mit Swan und Townley (4 Schiffe mit 340 Mann) nach Nordosten,
die übrigen Schiffe wenden sich wieder Peru zu.
1.Januar - 31. März 1686 Dampiers Weltumsegelung: Swan plündert Mazatlan und S. Pecaque, erbeutet hauptsächlich Lebensmittel und verliert gut 50 Mann in Kämpfen mit den Spaniern. Schließlich verproviantiert er sich auf den Drei-Marien-Inseln und tritt am 31. März die Pazifiküberquerung an. 1686-1691
Dieser Text stammt im Original von http://www.bielefeld.netsurf.de:8080/~j_welling/mb-ein.htm |
Dampier, William
* 1652 - † 1715
Aus Somersetshire stammender britischer Weltumsegler, Pirat und Amateurgeograph,
der über seine Reisen eingehend
berichtete. Nach ersten Reisen im Atlantik (Neufundland) und im Indischen
Ozean (Java)arbeitete er als Plantagenaufseher in
Jamaika und begann dort seine detailierten Tagebuchaufzeichnungen.
1675-1678: Dampier arbeitete in verschiedenen Gegenden Süd- und
Mittelamerikas als Schiffer.
1679-1691: Drei Fahrten als Pirat quer über den Atlantik (er berührte
dabei die spanischen Gebiete in Amerika und Afrika). Er
segelte um das Kap Hoorn und kam bis Südkalifornien, danach fuhr
er über den Pazifik zu den Philippinen. Er besuchte
Cotchinchina und segelte dann südlich, wobei er die Küste
von Australien berührte. Über Batavia und das Kap der Guten
Hoffnung kehrte er nach England zurück.
1699-1711: Dampier erhielt das Kommando über der Schiff "Roebuck"
und fuhr um das Kap nach Indonesien und erforschte
die Nordwestküste von Australien von der Shark-Bay zum Dampier-Archipel.
Dann segelte er an der Nordküste von
Neuguinea entlang. Auf seinem Rückweg nach England legte er an
der Ascension-Insel an.
Zu seinen Entdeckerleistungen zählen die genaue Festlegung der
Westküste Australiens sowie die Kenntnis um die Tatsache,
daß Neu-Hannover, Neu-Irland und Neu-Britannien eigenständige
Inseln und keine Teile Neuguineas sind. Zwei
Meeresstraßen und eine Stadt am King Sound in Nordwestaustralien
sind nach Dampier benannt. Seine Aufzeichnungen
umfassen in publizierter Form mehr als 1250 Seiten.
William Dampier:
Freibeuter 1683-1691
Historischer Reisebericht
Der Seemann und Abenteurer Dampier (1652-1715) schloß sich im August 1683 in Virginia einer Gruppe von Freibeutern an, die auf dem Weg zur amerikanischen Pazifikküste war. Als die dortigen Piratenaktionen nicht zum gewünschten Erfolg führen, überquert eins der Piratenschiffe den Pazifik, um in Südost-Asien nach Beute zu suchen. Dampier wechselt mehrfach Schiffe und Kapitäne, nimmt an Kämpfen mit den Spaniern und Meutereien teil, wird ausgesetzt, treibt Handel und trifft schließlich im September 1691 in England ein. Sein Reisetagebuch, das ihn berühmt gemacht hat, läßt neben der Beschreibung fremder Länder, Pflanzen, Tiere und einzelner Überfälle vor allem einiges von der damaligen Lebensweise auf den Schiffen und in den Kolonien erkennen.
Für jemanden, der sich ausschließlich für spektakuläre Piraterie-Aktionen interessiert, hat dieses Buch vielleicht nur einen oder zwei Punkte; wer aber auch etwas allgemeines historisches Interesse hat, den wird es sicher faszinieren.
Erschienen 1977 (2. Aufl.) in der Edition Erdmann, K. Thienemanns Verlag