Dieser Artikel erschien im September 1997 in der Denkmalzeitung für Münster

Der Bogen

KÜ gerettet

Freiluftbadewanne ist Band-Denkmal

Die Abkürzung KÜ zaubert bei Auswärtigen eher fragende Falten auf die Stirn. Für viele Münsteraner ist sie Synonym für Badespaß und Erholung. Doch aus Münsters größter Freiluftbadewanne hat die Wasser- und Schiffahrtsdirektion das Wasser abgelassen. Das geschah nicht, um den Leuten das Baden zu vermiesen, sondern weil die Kanalüberquerung an der Stadtgrenze zu Greven nach denkmalpflegerischen Grundsätzen saniert werden soll.

Zunächst hatten die Wasserbauingenieure daran gedacht, das Kanalbett aus Kostengründen mit Erde zu verfüllen. Ein Gutachten der Städte Münster und Greven konnten aber eine kostengünstige Lösung mit Wasserfüllung auftischen. Denn Badespaß hin oder her, die Kanalbrücke ist zu allererst ein hochrangiges Baudenkmal. Als bedeutendes Beispiel der Ingenieursbaukunst und des Transportwesens ist sie Teil der Wirtschaftsgeschichte Westdeutschlands. Und ein Kanal ohne Wasser ist kein richtiger Kanal und damit kein richtiges Denkmal.

Nach der Sanierung wird der KÜ - mit Wasser gefüllt - wieder seine ursprüngliche Funktion wieder erkennen lassen, und die Leute können wieder baden. 




Zusammengestellt von Volker Jahnk, letzte Änderung 11.11.1997  | Zum Anfang |