Wenn Licht von einem optischen Medium in ein
anderes übertritt, erfährt es eine Richtungsänderung. Diese
Erscheinung bezeichnet man als "Lichtbrechung".
Grund für diese Richtungsänderung ist die unterschiedliche
Ausbreitungsgeschwindigkeit des Lichtes in den unterschiedlichen Medien.
Vergleichbar ist dies mit einem Schlitten, der einen Hang hinabgleitet
und dann auf einen mit Sand bestreuten Weg trifft. Da der Schlitten hier
langsamer als auf dem Schnee ist, dreht er sich, wenn die linke (bzw. die
rechte) Kufe schon auf dem Sand ist, die rechte (bzw. linke) aber noch
nicht.
Wie beim Reflexionsgesetz beschreibt man auch die Brechung mit Hilfe
von Winkeln. Und auch hier verwendet man als Hilfslinie das sog. Lot, also
die Gerade, die auf der Grenzfläche der beiden Medien senkrecht steht.
Den Winkel, der vom einfallenden Strahl und dem Lot gebildet wird, nennt
man Einfallswinkel, den vom gebrochenen Strahl und dem Lot gebildeten Winkel
Brechungswinkel.
Ein zahlenmäßiger Zusammenhang kann nur mit Hilfe der Sinusfunktion
hergestellt werden. Zunächst reicht es aus, wenn man weiß, daß
beim Übergang von einem optisch dünnen in
ein optisch dichteres Medium (in dem sich das Licht langsamer als im
dünneren Medium ausbreitet) der Einfallswinkel kleiner als der Brechungswinkel
ist, beim Übergang von einem optisch dichten in ein optisch dünneres
Medium dagegen der Einfallswinkel größer als der Brechungswinkel
ist.
Man sagt: Beim Übergang von einem optisch dünnen in
ein optisch dichteres Medium wird der Strahl zum Lot hin gebrochen,
beim Übergang von einem optisch dichten in ein optisch dünneres
Medium vom Lot weg gebrochen.