Meine 10 Lieblingsbücher

Diese Liste ist schwerer zu erstellen als die der Lieblings-CDs, weil ich selbst die besten Romane nur einmal lese, bald vergesse und oft gar nicht mehr besitze. Ich bin ein typischer Bibliothekenkunde, lese lieber einen zerfleddertes altes Exemplar als ein fabrikneues Buch. 

Nick Hornby - High Fidelity

Die Pflichtlektüre meiner Generation. Vor allem die ersten Kapitel, in denen der Erzähler seine Ex-Freundinnen aufsucht, sind riesig. Schade, dass Hornbys Veröffentlichungen danach dieses Level nicht mehr annähernd erreichen konnten.

Joseph von Westphalen - Die bösen Frauen

Dies ist der dritte Band einer Trilogie, die in den 80ern und 90ern spielt. Die Hauptfigur Harry von Duckwitz ist ein Ex-Diplomat, unglücklicher Frauenheld und kauziger Mainstream-Verweigerer. Wenn man sich in dessen Spleens gut hineinversetzen kann (so wie ich), hat man hier allerfeinsten Lesespaß. 

Michel Houllebecq - Elementarteilchen

Ein ungleiches Brüderpaar, der eine verklemmter Wissenschaftler, der andere ein sexsüchtiger Lehrer, teilen ihren Mutterkomplex. Auch der Film ist ein Reißer.

Martin Suter - Die dunkle Seite des Mondes

Ich bin ein großer Fan dieses Schweizer Autors. Sein Schreibstil ist einfach phänomenal. In "Die dunkle Seite des Mondes" geht es um einen Geschäftsmann, der durch einen Pilz-Trip sein Gewissen verliert und in die Natur flüchtet. 

Arnaldur Indridason - Todeshauch

Indridason schreibt erstklassige Island-Krimis, in denen düstere Geheimnisse aus der Vergangenheit und menschliche Abgründe der Gegenwart sich begegnen. Dieses ist der spannendste. Und man erfährt nebenbei viel über die Isländer.

Heinz Strunk -Fleisch ist mein Gemüse

Dies ist eine spaßige Außenseiterstory rund um einen Saxophonisten in einer Schützenfest-Combo, nicht zu dick aufgetragen und trotzdem zum Brüllen. Auch nachdenkliche Töne schwingen mit, wenn der Protagonist seine kranke Mutter besucht.

Horst Bosetzky - Champagner und Kartoffelchips

Es passiert auf rund 500 Seiten eigentlich nichts spektakuläres. Aber Bosetzky, sonst eher in der Krimi-Branche zuhause, malt rund um die Lebensgeschichte seines Protagonisten Manfred ein herrliches Bild der 60er Jahre in Berlin. Das ist locker-flockige Urlaubslektüre.

Sandra Lüpkes - Die Blütenfrau

Sandra Lüpkes garantiert für Spannung bis zur letzten Seite. Und die ist schnell erreicht, weil man immer weiter lesen will. Wie sie meisten ihrer Krimis, so spielt auch dieser an der Nordseeküste.

Philip Roth - Empörung

Philip Roth skizziert in seinen Romanen gerne das schlechte Gewissen Amerikas. "Empörung" erzählt in sehr knackigem Stil, wie der jüdische Student Markie an den gesellschaftlichen Konventionen der 50er-Jahre und der übertriebenen Sorge seines Vaters zugrunde geht. 

Ian McEwan - Solar

Michael Beard ist ein selbstherrlicher und genusssüchtiger Hallodri, der in seinem Beruf als Physiker ungeniert von früheren Meriten und geklauten Ideen lebt. McEwan schafft es trotzdem, dass ich mit seiner Hauptfigur bange und hoffe, während sie sehenden Auges ins Desaster taumelt. Es mag nicht jedem Leser so gehen, aber mich hat dieses Buch gerade deshalb total begeistert. Es ist eine Lovestory (wenn auch ohne Romantik), eine Abenteuergeschichte (Beard in Spitzbergen), eine Komödie, ein Krimi und, wie der Titel verrät, eine Art Öko-Science-Fiction.

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