Hobbies habe ich eine ganze Menge. Im Laufe der Jahre hat sich Ausdauersport im Freien - vor allem das Laufen - als Nummer eins durchgesetzt. Wer von euch selber gerne und regelmäßig joggt, kennt das auch: Eine Woche ohne Lauf, und man fühlt sich irgendwie unwohl...
Auf dieser Seite will ich keine Expertentipps für Lauftraining auflisten; jeder muss seinen Rhythmus selbst finden. Hier erzähle ich meine ganz eigene Lauf-Geschichte. Das Buch von Joschka Fischer "Mein langer Lauf zu mir selbst" sowie verschiedene Fitness-Ratgeber können jedoch für den Einsteiger und Fortgeschrittenen gute Anregungen liefern.
Mit dem Joggen angefangen habe ich schon als 12-
oder 13jähriger. Damals habe ich auf der Insel Juist gelebt und habe
manchmal kleine Runden am Deich, in den Dünen oder am Strand gedreht.
Wegen der guten Luft und der Autofreiheit ist Juist natürlich ein
Jogger-Paradies!
Schon damals habe ich mir das Einatmen
durch die Nase angewöhnt. So kriegt man zwar nicht ganz so viel Sauerstoff
auf einmal rein, bleibt aber länger bei "Puste". Noch heute mach ich das so:
bei ganz langen oder bei langsamen Läufen.
Da ich auch schon immer gerne Fußball gespielt
habe, kam das Joggen - trotz seiner besseren stressabbauenden Wirkung -
oft zu kurz.
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1999 habe ich an meinem ersten Volkstriathlon teilgenommen (700 m Schwimmen, 30 km Rad, 10 km Lauf), damals noch ohne große Vorbereitung und mehr aus Jux. Dabei habe ich festgestellt, dass Laufen meine eindeutig stärkste Disziplin war. Das wollte ich ausbauen. So suchte ich mir verschiedene Laufstrecken und versuchte auch mal, aufs Tempo zu drücken. Muskelkater gab's eigentlich nur, wenn ich das Warmmachen und Auslaufen vergessen hatte. (Triathlon-Erfahrungsberichte siehe hier: Triathlon) Das Joggen verstehe ich in erster Linie als Regeneration, aber ich laufe auch gerne "um die Wette". Abgesehen von den vier Triathlon-Wettkämpfen bin ich bisher bei mehreren Cityläufen und auch Marathons (s.u.) gestartet. <<< Begegnung mit Lauf-Methusalem und Autor Gottfried Schäfers, Jg.1938, beim LSF-Straßenlauf 2004 (etwa auf Höhe Kilometer 5). Ins Ziel lief er damals gut eine halbe Minute vor mir ein! |
42,195 Kilometer auf den Beinen



2002 - Münster
Dass ich mal einen Marathon laufen würde, hätte ich mir früher kaum vorstellen können. Als ich dann aber vom bevorstehenden 1. Münster-Marathon 2002 hörte, wusste ich sofort: Da mach' ich mit!
Ich bereitete mich mit Hilfe eines 12-Wochen-Trainingsprogramms
(download bei www.lsf-muenster.de)
vor. Viele andere Hobbies und auch die Erholung in den Sommerferien kamen
in dieser Zeit zu kurz. Oft fragte ich mich "Wofür?", wenn ich z.B. am
Sonntagnachmittag drei Stunden mir die Füße wundrannte, während
andere im Eiscafé saßen!
Der 8. September 2002 gab genug Antworten diese
Frage: Es war ein Super-Erlebnis, eine Stimmung, wie ich sie
bisher nur von der Tour de France im TV her kannte; Gänsehaut pur
am Start, im Ziel und unterwegs! Wo kommt man als Breitensportler sonst
in den Genuss, von 50 000 Zuschauern (!) angefeuert zu werden? Noch lange
danach war ich überwältigt von den Eindrücken...
Während des Laufs war ich bemüht, die zahlreichen Experten-Tipps gut umzusetzen. Da ich sehr weit hinten starten musste, blieb mir aber auch gar nichts anderes übrig, als langsam anzufangen. Bei sommerlich warmem Wetter musste ich sehr viel trinken. Das Ziel erreichte ich bei bester Laune nach 3:46:30 Std.; so eine Zeit hatte ich auch ungefähr erwartet.
<<< mein erster
Marathonlauf - im Ziel >>>
2003 - Münster
Bei der Vorbereitung auf meinen zweiten Marathon versuchte ich mehr aufs Tempo zu drücken als im Vorjahr. Die "Jahrhunderthitze" machte mir dabei an manchen Tagen ganz schön zu schaffen.
Am 14. September 2003 war ich dann die Ruhe selbst, keine große Aufregung am Start, kein Bammel mehr vor der Streckenlänge. Bei prima Wetter (sonnig, aber nicht zu heiß) lief ich ein konstantes Tempo, ca. 5 min pro Kilometer. Angefeuert von Freunden, Fans und unzähligen Fremden war der Lauf wieder ein wahrer Genuss - bis km 36. Dann schlug der gefürchtete "Mann mit dem Hammer" zu, und zwar deutlich härter als im Vorjahr! Gut für meine Moral war, dass mein Vater in dieser Phase mit dem Mountainbike neben mir herradelte.
Die letzten Meter vorm Ziel nahm ich - total erschöpft (und mit einer Fliege im Auge) - nur eingeschränkt wahr. Bei 3:32:45 Std. blieb die Uhr stehen. Spontan sagte ich mir "nie wieder!", aber der nächste Marathon kommt bestimmt...

unterwegs etwa bei km 15; die Fans; rechts: im Ziel!
2004 - Enschede
...und er kam schon acht Monate später. In Enschede lief ich nach die 42,195 Kilometer zum dritten Mal. Die Vorbereitung war o.k., jedoch nicht auf eine neue Bestzeit ausgerichtet. So lief ich in 3:42:55 ein. Auf der zweiten Hälfte der Strecke hängte ich mich an einen "Brems- und Zugläufer", der eine prima Hilfe war. Was die Stimmung und die Organisation betrifft, konnte dieses Event aber dem Münster-Marathon nicht das Wasser reichen.
2005 - Münster
Im Jahr darauf war wieder Münster dran. Ich entschied mich erst relativ spät für eine Teilnahme und trainierte nur fünf Wochen. Statt zu laufen habe ich manchmal "belastungsgleich" auf dem Rennrad gestrampelt. Auch Fußball und Schwimmen baute ich ausnahmsweise mit ins Fitnessprogramm ein.
An meinem vierten 42er ärgerte mich am Ende nur, dass ich die Schnapszahl knapp verfehlte. 3:33:35 zählte die Elektronik für mich. Ansonsten war's wieder klasse. Besonders positiv ist anzumerken, dass der Veranstalter diesmal ein prima Finisher-T-Shirt verteilte. Endlich mal eins aus atmungsaktivem Material, das man auch wirklich später zum Joggen anzieht.
links: Stimmung bei km 15 rechts: bei km 37 geht's ans Eingemachte
2006 - kein Marathon
Im Jahr 2006 habe ich - vor allem aus familiären Gründen - keinen Marathonlauf absolviert.
2007 - Hannover
Im Mai 2007
ging ich in Hannover an den Start. Diesmal verzichtete ich auf einen
strengen Vorbereitungsplan. Ich trainierte nur nach Gefühl. Eine neue 10km-Bestzeit
beim Norder Citylauf brachte das immerhin schon mal ein.
Fast auf den Tag genau zehn Jahre nachdem ich in Hannover mein 2. Staatsexamen
abgelegt hatte, nahm ich die 42 km in dieser Stadt in Angriff. Trotz einer Blase
an der rechten Ferse, die sich schon nach einer halben Stunde bildete, und der
unbarmherzigen Mittagssonne konnte ich mit 3:37:35 Std. eine ordentliche
Zielzeit erreichen. Bis zu Beginn der 30er schaffte ich es, einen 5-min-Schnitt
pro Kilometer zu halten. Die Streckenführung gefiel mir gut; es ging vorbei an
vielen Sehenswürdigkeiten.
<<<<< nach dem Start in Hannover - und kurz vorm
Ziel >>>>
Im Herbsturlaub 2007 nahm ich dann zum ersten Mal an einem Halbmarathon teil (Tegernseelauf), jedoch ohne sportliches Ziel. Ich hatte nicht mal eine Uhr dabei, wollte diesen schönen Lauf nur genießen.
2008 - kein Marathon
Und im Oktober 2008 stand der Teutolauf statt Marathon auf dem Programm. Er bietet eine knapp 30 km lange Stecke mit knackigen Steigungen und sehr unterschiedlichen Profilen: Asphalt, Waldboden, Sand, Wiese, Schotter, und sogar einige Treppen. Diese Abwechslung hat mir Spaß gemacht. Am Ende reichte es aber nur für einen Mittelfeldplatz in meiner Altersklasse.
Teutolauf 
2009 - Steinfurt
Mal was anderes: Marathonvorbereitung im Winter! In der letzten Januarwoche startete mein Trainingsprogramm. Es folgten Intervalle im Schneegestöber, eiskalte Hände und Füße nach 2 Stunden Rennen durch die Minusgrade, aber auch viele schöne Läufe an spürbar länger werdenden Tagen.
Am Frühlingsanfang startete ich dann im Nachbarort Steinfurt zum sechsten Mal bei einem Marathon. Brems- und Zugläufer haben hier Tradition; lange konnte ich mit dem 3:30er-Duo mithalten. Die 2-Runden-Strecke erwies sich als anspruchsvoll, hatte einige Steigungen. Außerdem machten mir die letzten Reste einer leichten Erkältung noch zu schaffen. Dafür war aber das Wetter ideal! Mein Vater begleitete mich in der zweiten Hälfte auf dem Rad, eine wichtige Unterstützung! Trotzdem baute ich langsam ab. Beim ominösen Kilometer 36 hatte ich exakt 3:00 Std auf der Uhr, also immer noch einen 5min-Schnitt pro km. Aber zu diesem Zeitpunkt merkte ich schon, dass ich das Tempo nicht bis ins Ziel weiter durchlaufen kann. Dann ging's - wie jedesmal - nur noch darum, die Quälerei durchzustehen. Am Ende war ich mit meiner 3:35:19 zufrieden. Und völlig k.o.!
Steinfurt 2009: Wann kommt endlich Papa? - Im Ziel gibt's Bier,
natürlich alkoholfrei.
Im "Kielwasser" dieses Marathons lief ich noch prima Zeiten über 10km und den HM (Teekottenlauf).
2010 - Wilhelmshaven
Wilhelmshaven war eigentlich gar nicht geplant, sondern der Freiburg-Marathon, auf den ich mich im Februar und März 2010 vorbereitet hatte. Etliche Trainingseinheiten in diesem strengen Winter erinnerten mich an Skilanglauf, nur ohne Ski. Neun Tage vor dem Wettkampf spielte ich ausnahmsweise mal Fußball in der Halle und handelte mir gleich einen dicken Fuß ein: Stauchung mit Bluterguss. Zum ersten Mal musste ich bei einem Marathon aus Verletzungsgründen passen. Na ja, zum Glück nicht ganz: Die Schmerzen hatten so weit nachgelassen, dass ich mir immerhin den Halbmarathon zumuten konnte, der dort auch angeboten wurde. Da es sich um einen 2mal 21 km-Kurs handelte, habe ich von der tollen Stimmung und den 42 Live-Bands an der Strecke auch nichts verpasst.
Aber die gute Form wollte ich nicht verschenken, und so suchte ich nach einem Ersatz-Marathon. Mitte Mai ging es dann in Wilhelmshaven auf die 42 km. Der Gorch-Fock-Marathon bietet relativ wenig Komfort für die Läufer und nur bescheidene Stimmung an der Strecke, dafür ist das Startgeld günstig und die Seeluft frisch! Mir hat's gefallen. Der Wind blies kräftig, aber zum Glück auf der langen Geraden am Deich nicht von vorne. Ab km 32 brach ich ziemlich ein und kam vom unter-3 1/2-Stunden-Kurs ab. Gegen Ende konnte ich mich an einen Zugläufer dranhängen und wieder etwas Boden gutmachen. So wurde mein 7. Marathon mein bis dahin schnellster: 3:31:33 (Bruttozeit).
Freiburg Halbmarathon 2010
Wilhelmshaven: etwa bei km 17 (links), bei km 33 (Mitte) und im Ziel!
2011 - kein Marathon
2011 war laufmäßig ein laues Jahr. Familie hatte Vorrang, vor allem weil ich in diesem Jahr zum zweiten Mal Vater geworden bin.
2012 - Bonn
2012 startete ich die nächste Fitnessoffensive. Während der Vorbereitung für den Bonn-Marathon achtete ich darauf, dass immer mindestens ein Tag Pause zwischen zwei Läufen blieb. Mit fortschreitendem Alter braucht der Körper eben längere Regenerationsphasen. Eine Woche nach meinem 42. Geburtstag (die Zahl passt doch irgendwie) lief dann alles fast wie von selbst. Das Wetter war kühl, die Strecke flach, der Körper komplett frei von jeglichen "Zipperlein", die Familie zum Anfeuern dabei. Optimale Voraussetzungen also. Zum ersten Mal knackte ich die 3 1/2 Stunden-Marke - zum ersten Mal lief ich den gesamten Marathon in gleichmäßigem Tempo (mit Hilfe des Zugläufers) - zum ersten Mal lauerte mir kein "Mann mit dem Hammer" auf. Nur auf den letzten drei Kilometern musste ich die Zähne zusammenbeißen, um den Rhythmus zu halten. Im Ziel war ich weniger kaputt als sonst, und auch der Muskelkater an den Tagen danach war halb so schlimm!
Die 3:29:10 darf gerne als Bestzeit erstmal länger stehen bleiben. Nach acht Marathons in zehn Jahren, die alle tolle Erlebnisse waren, will ich jetzt etwas kürzer treten, weil es doch ein sehr zeitaufwendiges Hobby ist. Sollte ich an meinem 50. Geburtstag zehn Finishs auf dem Konto haben, würde mir das vollkommen reichen. Gejoggt wird aber weiterhin, na klar.
Bonn 2012: hinten links unter der Markierung läuft Tobi - immer schön brav dem 3:30er-Ballon hinterher!






Wenige Meter vor dem Ziel in Bonn