Liebe Sonja,

Am vergangenen Samstag war ich praktisch den ganzen Tag unterwegs mit einer Familie aus meiner ehemaligen Pfarrei in Jakarta, die in Yogyakarta und suedlicher Umgebung den Erdbebenopfern direkt Hilfe zukommen lassen wollten. Das Ausmass der Zerstoerung ist wirklich erschuetternd. Noch mehr erschuetterten die Berichte ueber das, was sich hinter den abstrakten Zahlen von ueber 5000 Toten und mehr als 10 000 Verletzten in Einzelschicksalen verbarg.

Dazu kommt jetzt die immer noch herrschende Ungewissheit ueber einen moeglichen Ausbruch des Vulkans in unserer Naehe (15 km vom Krater entfernt), der durch das Erdbeben noch wahrscheinlicher wurde und dessen Vorzeichen sich melden in dreimal so starker vulkanischer Taetigkeit. Die meiste Zeit des Tages ist der Vul-kan in Wolken gehuellt, so dass man ihn schlecht beobachten kann. Nun bekommen wir so alle zwei Tage den Aschenregen. Wenn es danach nicht richtig regnet, bekommen vor allem die aelteren Leute Probleme mit der Atmung. Ich hoffe, alles geht gut vorueber.

 

Das ist es, was ich in Kuerze berichten kann.

Herzliche Gruesse,

Euer P. Wolf SJ