SY Sleipnir IV

Klasse:
Int. 6mR-Hochsloop


Heimathafen: Kiel

LD: 11,20 m
Ba: 1,80 m
Tiefgang: 1,80 m
LWL: 7,80 m
Verdrängung: 5,15 Tons
Unterscheidungs-Nr.: G 38
Baujahr: 1938
Werft: Abeking & Rasmussen
Eigner: Jörg Robien

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Konstruktion

SLEIPNIR IV, von Henry Rasmussen gezeichnet, wurde 1938 bei Abeking & Rasmussen in Lemwerder unter der Bau-Nr. 3296 als offenes Regattaboot für die Reichsmarine gebaut.
In den 60er Jahren zur geschlossenen Fahrtenyacht mit hoher Kajüte umgebaut, wurde sie von 1999 bis 2000 komplett überarbeitet. So wurden alle Stahlteile in NIRO ausgeführt, sie erhielt ein neues Deck mit flachen Aufbauten und ein tiefes Cockpit.
Tabasco-Mahagoni-Karweelbeplankung auf Lerche-Spanten, Kupfer genietet bzw. geschraubt. Deck in Sperrholz, weiß gestrichen. Aufbauten und Cockpit aus Mahagoni/Teak.
Keine Einbaumaschine, 5 PS Außenborder an abnehmbarer Unterheckhalterung als Hilfsantrieb.

 
Rigg 4/5-Hochsloop geriggt mit Spruce-Mast und -Baum / Spi-Baum, drei Salinge, Jungstagspreiz. Beschläge feuerverzinkt bzw. NIRO.
4 Vorsegel + 2 Spinnaker, Großsegel in „Classic-Cloth“-Design, Trysegel.
 
Innenraum Ausbau in Mahagoni und Teak mit weißen Decken. Vorschiff mit einer guten Koje, Stauraum, Luk. Türen zum Salon, zwei breite Salonkojen mit darunterliegenden Schubladen, Tisch und einem zum Regattasegeln abnehmbaren, großen Skylight. Pantry an Backbordseite mit Arbeitsplatte und Spüle, Schubladen und Schrank, Steuerbordseite mit Ablage und Schrank.
 
Cockpit In den Rumpf eingelassen mit ergonomischen Sitzbänken an Backbord und Steuerbord, Würfelgräting, 4 Winschen. Ausbau in Teak. Achterpiek mit Klappe als Cockpit-Tisch, Pinne.
 
Geschichte Die 6 mR-Yacht SLEIPNIR IV mit der Segelnummer 6 G 38 wird 1938 bei der Bootswerft Abeking & Rasmussen in Lemwerder unter der Baunummer 3296 für die Reichsmarine gebaut und gemäß den Werftunterlagen im September an das Marinearsenal Kiel ausgeliefert.
Der Sechser übersteht den Krieg an Land und wird Kriegsbeute der Engländer. Diese gründeten den British Kiel Yacht Club, dort steht das Schiff meist im Schuppen. Die Engländer lassen eine Kajüte einbauen, um aus dem reinen Rennschiff ein etwas zivileres Tourenboot zu machen. 1968 erwirbt der ehemalige Luftwaffen-Offizier Rolf Dehning aus Kiel durch Höchstgebot das Boot. Der Heimathafen wird Strande.
Nach dem Tode des Herrn Dehning entschließt sich die Witwe, das Boot zu verkaufen. Im Mai 1986 erscheint eine Verkaufsanzeige in der „Yacht“; das Boot gelangt in den Besitz des heutigen Eigners. Der Heimathafen war 1986 bis 1992 Heiligenhafen und ist seit 1993 Kiel und Eckernförde.
SLEIPNIR IV ist heute regelmäßig auf den mittlerweile etablierten Klassiker-Treffen zu finden und nimmt mit Erfolg an den 6mR-Klassen-Regatten in Flensburg und Kiel teil.
 
Kommentar SLEIPNIR IV ist Emotion aus Holz und kann mit ihrem gut erhaltenen, Mahagoni auf Lärche geplankten Naturholzrumpf als Synonym für maritime Eleganz gelten.
Deck, Aufbauten und Innenraum entsprechen nicht dem offenen Originalzustand. Bei der Erhaltung der Yacht wurde vor allem auf verbesserte Cruising-Eigenschaften Wert gelegt, nicht unbedingt auf Originaltreue. Zum Fahrtensegeln auf der Ostsee sind praktische Aufbauten opportun, jedoch ohne dabei die klassische Linie des Bootes stören zu wollen, so wie der hohe Aufbau von vor 1968 bis 1998. Die Inneneinrichtung entstammt dem Umbau von vor 1968 und wurde lediglich dem flachen Deckslayout angepaßt.
Das Rigg entspricht mit Material von Mast und Baum, Schnitt der Besegelung, Anbringung des stehenden sowie Führung des laufenden Gutes weitestgehend dem Originalzustand.

Folgende Kompromisse an den Originalzustand der Yacht wurden bei der Erhaltung des Rumpfes eingegangen:

- NIRO anstelle von verzinktem Stahl (wegen der Haltbarkeit)
- Verleisten der Plankennähte im Unterwasserschiffbereich unter Verwendung von Epoxydharz (anstelle des Austausches von ganzen Planken, um noch gute Originalsubstanz zu erhalten),
- anstelle von Decksplanken mit Segeltuchbelag Verwendung von weiß lackiertem Bootsbausperrholz (stabiler und wasserdicht),
- einer regattafähigen Fahrtenyacht entsprechend konzipiertes, geschlossenes Deck mit bewusst niedrig gehaltenen, verschließbaren Aufbauten
- in den Rumpf eingelassenes, nach ergonomischen Gesichtspunkten konstruiertes Cockpit
- Ausbau des Innenraumes als Wohnraum (größtenteils aus Umbau vor 1968) in Mahagoni natur/Teak mit Pantry und Navigationsbereich.
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