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Ohne Pflege funktioniert ein Aquarium nicht!

Aber mit zuviel Pflege auch nicht!

Der Weg auf Dauer ein schönes Aquarium hinzubekommen liegt genau dazwischen. Meiner Meinung nach ist es mit der häufigste Anfängerfehler am Anfang zu viel des Guten zu tun und nach einiger Zeit, wenn der erste Eifer verflogen ist, zu wenig zu pflegen.

Wenn man hier einmal den richtigen Mittelweg gefunden hat, hat man meistens auch sehr wenig Probleme mit Fischen, Pflanzen und Algen.

Der Pflegeaufwand für mein Aquarium beträgt im Durchschnitt ca. 2 Stunden pro Woche. Dies ist sicherlich nicht viel Aufwand im Vergleich zu der Zeit, die man zur Pflege anderer Haustiere aufwenden muß.

Nachfolgend schildere ich, wie ich bestimmte Pflegemaßnahmen durchführe.

Fütterung:

Die wichtigste Pflegemaßnahme ist natürlich die Fütterung. Ich füttere täglich einmal und zwar immer abends.

Als Futter verwende ich Frostfutter und Flockenfutter der Marke Tetra Min. Selbstgefangenes Lebendfutter verfüttere ich nie, weil mir dabei die Gefahr zu groß erscheint, Krankheitserreger oder sonstige Parasiten einzuschleppen. Lebendfutter aus dem Zoohandel verfüttere ich dagegen schon, letztendlich aber sehr selten.

Beim füttern halte ich immer bebestimmte Wechsel ein, um die Fische nicht einseitig zu ernähren. Es gibt immer einen Tag Flockenfutter und einen Tag Frostfutter. Als Frostfutter verfüttere ich rote, schwarze und weiße Mückenlarven und Artemia. Außerdem achte ich darauf, daß nicht zweimal hintereinander das gleiche Frostfutter gefüttert wird. Ab und zu ersetzte ich dann, wie oben erwähnt, das Frostfutter durch echtes Lebendfutter.

Futtertabletten für die Welse verwende ich nicht, da mir die zur Tablette gepreßten Futterpartikel zu klein sind. Beim Auflösen der Tablette verschwindet das Meiste davon im Kies und das will ich vermeiden. Ich füttere daher immer etwas reichlicher, damit genug für die Welse auf den Boden fällt. Außerdem sorge ich dafür, daß sich das Futter weiträumig im Becken verteilt, damit auch die zarteren Fische, wie die Neonsalmler, genügend zu fressen bekommen.

Das Frostfutter verfüttere auf folgende Weise:

Die zu verfütternde Menge taue ich in einem kleinen Glas mit etwas kaltem Wasser auf. Danach fülle ich das Futter in ein Artemiasieb um und spüle das Futter unter einem Wasserhahn mit lauwarmen Wasser gründlich ab. Wenn das Futter sauber ist, wird es verfüttert.

Da die Frostfuttertiere lebendig eingefroren werden, sondern sie natürlich bis sie endlich sterben Ausscheidungen durch Haut und Darm ab. Diese ganzen Schadstoffe sind natürlich in dem Gefrorenen mit enthalten und werden erst durch das Abspülen unter Wasser entfernt. Man sollte sich also davor hüten Frostfutter einfach so ins Wasser zu geben. Die ganzen Schadstoffe, die da mit drinnen  hängen, belasten das Aquariumwasser erheblich und deshalb sollten sie besser gar nicht erst hinein gelangen

Das gleiche gilt für das Lebendfutter. Wie immer es auch verkauft wird, in kleinen mit Wasser gefüllten Plastikbeuteln oder in Zeitungspapier eingewickelt, es sollte auf jeden Fall vor der Verfütterung gründlich abgespült werden.

Wasserwechsel:

Ein regelmäßiger Teilwasserwechsel sollte auf jeden Fall durchgeführt werden.

Welche Menge und in welchen Zeitabständengewechselt werden muß, kann von Aquarium zu Aquarium unterschiedlich sein. Hier spielen Faktoren, wie Art und Anzahl der Fische, Bepflanzung, Filter, Größe des Aquariums usw. eine wesentliche Rolle. Als grobe Faustregel kann man sagen ca. 1/4 bis 1/3 des Aquariumwasseres sollte alle 14 Tage gewechselt werden. Man muß einfach ein bißchen probieren, um die optimale Menge und den optimalen Rhytmus herauszufinden.

Warum muß überhaupt ein Teilwasserwechsel stattfinden?

Weil selbst der allerbeste Filter bestimmte Schadstoffe im Aquariumwasser nicht abbauen kann. Ein Filter sorgt für etwas Wasserbewegung, mechanische Reinigung des Wassers  und den Abbau von Nitrit zu Nitrat. Die restlichen Verunreinigungen, die der normale Aquarianer in der Regel gar nicht messen kann, und das im Filter entstehende Nitrat reichern sich im Wasser an. Der einfachste Weg diese Schadstoffe zu entfernen, ist der Teilwasserwechsel.

Allerdings darf auch nicht zu oft das Wasser gewecheslt werden, weil zu viel frisches Wasser aus der Leitung Fischen, Pflanzen und Mikroorganismen auch wieder nicht bekommt. Eine gewisse natürliche Mindestbelastung des Wassers muß vorhanden sein, damit das Zusammenspiel der Lebewesen funktionieren kann.

Bei mir hat sich ein Rhythmus von 14 Tagen bewährt. Gewechselt werden immer ca. 100 Liter Wasser, was ungefähr einem viertel des effektiv vorhandenem Wassers entspricht.

100 Liter Wasser mit einem Eimer zu wechseln ist zeitraubend und arbeitsintensiv. Ich habe mir daher in einem Gartenmarkt einen Wasserschlauch besorgt. Den habe ich zunächst einmal auf die Länge gekürzt, die ich vom Aquarium zum Badezimmer benötige. Dann habe ich in das eine Ende ein gebogenes Plastikrohr gesteckt, welches ich in das Aquarium einhängen kann. Für das andere Ende habe ich im Baumarkt einen einfachen Duschschlauch aus Kunststoff besorgt. Also den Schlauch, der in der Badewanne oder Dusche die Handbrause mit der Armatur verbindet. Dieser Schlauch hat an beiden Enden Anschlußstücke zum Schrauben. Den Schlauch habe ich in der Mitte durchgeschnitten. Die eine Hälfte davon braucht man nicht. Die andere Hälfte habe ich mit dem Schnittende in das noch freie Ende des Gartenschlauches gesteckt. Das geht ein wenig schwer, aber Erwärmen des Gartenschlauchendes in heißem Wasser oder mit einem Föhn erleichtert die Sache.

Beim Wasserwechsel hänge ich das Plastikrohr ins Aquarium und sauge am anderen Ende kurz an und hänge es dann in die tiefliegende Duschtasse. Das Wasser läuft dann solange aus dem Becken, bis der Wasserstand das Rohrende erreicht hat. Über die Länge des Rohres kann man also die zu wechselnde Wassermenge einstellen.

Wenn die gewünschte Wassermenge herausgelaufen ist, gebe ich den Wasseraufbereiter "Biogrün" von der Fa. Dennerle in der vorgeschriebenen Menge direkt ins Aquarium.

Dann hänge ich das gebogene Plastikende des Schlauches im Aquarium mehr waagerecht, damit das einströmende Wasser keinen Bodengrund aufwirbelt.

Danach schraube ich den vorhandenen Duschschlauch von der Armatur ab und schraube dafür das andere Ende des Schlauches an. Jetzt kann ich  das frische Wasser über die Armatur und den Schlauch ins Aquarium langsam einströmen lassen. Natürlich achte ich darauf, daß das frische Wasser  in etwa die gleiche Temparatur wie das Aquariumwasser hat, damit die Fische keinen starken Temparturschwankungen ausgesetzt sind.

Ein so durchgeführter Wasserwechsel ist kinderleicht und schnell erledigt, wobei man beim Herauslaufen des Wassers noch nicht einmal dabei sein muß. Nur beim Hereinlaufen des Wassers sollte man tunlichst dabei sein, um aufzupassen, daß das Aquarium nicht überläuft.

Wie oben erwähnt, führe ich einen Teilwasserwechsel alle 14 Tage durch. Ich habe auch schon versucht im wöchentlichen Rhythmus zu wechseln. Das wurde aber jedesmal mit einem plötzlich beginnenden Wuchs von grünen Fadenalgen quittiert. Bei längeren Wechselintervallen hatte ich immer das Gefühl eines schlechter werdenden Pflanzenwuchses.

Ebenfalls im 14-tägigen Rhythmus führe ich die Filterreinigungen durch. Da bei beiden Pflegemaßnahmen nützliche Bakterien verloren gehen, führe ich Wasserwechsel und Filterreinigung nicht gleichzeitig durch, sondern im wöchentlichen Wechsel. Somit hält sich  der Verlust der nützlichen Bakterien in Grenzen.

Wird in Kürze weiter fortgesetzt!