Magny Cours ist eine sehr neue internationale Rennstrecke, wo auch regelmäßig die
Formel 1 stattfindet. Dementsprechend ist die gesamte Umgebung wie Fahrerlager, Boxengasse
und die techn. Einrichtungen sehr hochwertig. Hier spürt man den professionellen
Motorsport mit seinem unwiderstehlichen Flair aber auch den Kommerz am deutlichsten.
Die Strecke selbst ist modern, verfügt über gute Sturzräume und vermittelt hierduch dem
Fahrer eine große Sicherheit. Der Bodenbelag ist ordentlich und eben. Bei Nässe stören
nur ein paar sehr kleine Flickstellen, denen man kaum ausweichen kann und dann sehr
schnell ins Rutschen gerät. Wer hier am Limit fährt und auf diesen Flickstellen
ausrutscht hat es schwer das Motorrad wieder zu stabilisieren.
Der Streckenverlauf ist fantstisch. Hier sind fast alle Gemeinheiten die eine Rennstrecke
bieten kann vorhanden: Hängende (Imola), zuziehende (Hundekurve) und sich öffnende
(Imola) Kurven, lange Bremstrecken (Adelaide) und eine besonders schwierige Bremsstrecke
vor Start/Ziel mit einer heftigen Bodenwelle und glattem (bei Nässe) Untergrund.
Zum Rennen: Schon zum Training war es allen klar. Dies wird ein Rennen bei Regen, genauso kam es auch. Da weder Mark noch ich jemals zuvor diese Strecke befahren hatten, mußten wir versuchen während der kurzen Trainingszeiten (Freies und Zeittraining jeweils nur ca. 30 - 40 Minuten) die Strecke möglichst gut kennenzulernen. Beim Zeittaining war überhaupt nicht daran zu denken eine schnelle Runde zu fahren, trotzdem erreichten wir Startplatz 13. Über geraden diesen Startplatz hat dann vor dem Start niemand was gesagt, aber wohl jeder machte sich Gedanken ob dies für uns eine Glücks- oder Pechzahl ist. Soviel vorweg: für uns sollte es eine Glückszahl werden!
Nach kurzer Diskussion im Team wurde entschieden, daß ich wieder den Start fahren
sollte. Wie immer startete unsere CBR perfekt und ich konnte als fünfter in die erste
Kurve einbiegen. Leider konnte ich dann der Spitze in den ersten Runden mit den Dunlop
D207 gegen die Regenreifen nicht viel entgegensetzen und wurde bis auf den 12. Platz
durchgereicht. Im weiteren Rennverlauf war die Strecke dann mal teilweise etwas
abgetrocknet wo wir dann ordentlich Tempo machen konnten und wieder stetig aufholen
konnten. Eigentlich war es immer ein leichtes Auf- und Ab in der Platzierung, da es dann
mal wieder begann leicht zu Regnen, dann wieder etwas trockener wurde usw. Fahrerisch war
das Rennen schon aus diesem Grund (mal naß, mal feucht) extrem schwierig, wodurch ich
auch immer wieder heftige Rutscher hatte, ohne jedoch zu stürzen. Bis ca. 15 Minuten vor
Rennende sah es gar nicht so gut für uns aus. Doch dann überschlugen sich die
Ereignisse. Alle bis auf zwei vor uns liegende Teams stürzten. Ich weiß nicht genau
warum, aber vielleicht haben sie zum Schluß noch mal richtig Gas geben wollen, die
Regenreifen haben total abgebaut oder die Kondition war einfach am Ende. Jedenfalls haben
wir davon profitiert und fuhren den 3. Platz heraus.
Hierduch haben wir den Gesamtsieg der Saison wenn auch knapp gewonnen.
Überglücklich über diesen Erfolg danke ich hiermit meinem Team für die Unterstützung während der gesamten Saison. Ohne den tollen Einsatz, der Proffessionalität und der nötigen Ruhe währe dieser Erfolg für uns (Team MOTO-TREFF) nicht möglich gewesen.
Nochmal Danke
Josef