Münsteraner feiern bei der Premiere die Meisterschaft

Motorrad: Josef Schürjann und Mark Monhof erfolgreich
Von Volker H i n s c h e n

Münster. Vor einem Jahr wurde das Feuer geschürt, jetzt hat sich ein Vulkan der Freude entladen. Gleich bie ihrer ersten Teilnahme am Motorradrennsport feiern die Münsteraner Josef Schürjann (36) und Mark Monhof (26) ihr großes Erfolgserlebnis: Nach fünf Läufen der Serienmaschinentrophy (SMT) sichern sich die beiden die Deutsche Meisterschaft in der Klasse bis 100 PS. Am 28. November folgt in Marburg die Siegerehrung. "Es war ein sicherlich einmaliges Erlebnis", freuen sich beide und spekulieren auf mehr. "Wenn es finanziell möglich ist, möchten wir jetzt in der Deutschen Langstreckenmeisterschaft starten." Entbehrungen nehmen die Champions dafür gerne in Kauf.
Rund 16 000 Mark kostet die Honda CBR 600, mindestens 1000 Mark müssen jeweils zusätzlich für die insgesamt fünf Vier-Stunden-Rennen kalkuliert werden. "Das ist mir die Sache wert", sagt Verlagskaufmann Mark Monhof und EDV-Kaufmann Josef Schürjann nickt. "Es ist schon ein besonderes Flair", Geschlafen wird im gemeinsamen Campingbus, manchmal auch in der Box. Wer einmal Benzindämpfe eingeatmet hat, scheint auf ewig infiziert. Besonders die langen Wochenenden an Frankreich haben sich eingebrannt. "Die Vier-Tages-Reise nimmt man dafür gerne in Kauf."
500 Kilometer müssen pro Rennen abgespult werden, im 30minütigen Fahrerwechsel. Schürjann-Ehefrau Birgit wacht darüber, ist zugleich für die Rennstrategie verantwortlich. Natürlich fährt auch sie Motorrad, läßt sich so leicht nichts vormachen. "Die Stärke der beiden ist, daß sie sich zwar an ihre Grenzen herantasten, aber immer im Sicherheitsbereich gefahren sind", sagt sie nicht ohne Stolz. "Die sportliche Fitneß muß stimmen. Aber auch die Kunst, sich nicht selbst zu überschätzen", ergänzt der Ehemann und sieht mögliche Gefahren drastisch reduziert. "Lieber ein Vier-Stunden-Rennen als mit dem Fahrrad durch Münster."
Die Bilanz des ersten Jahres: Zwei zweite Plätze in Zolder und am Nürburgring. Rang drei in Magny Cours, Vierter beim ersten Kontakt mit der Grand-Prix-Strecke am Nürburgring und bei der Premieere im französischen Val de Vienne Rang drei. Ganz schön keß für zwei Einsteiger. "Eigentlich waren wir gegenüber den Besten immer rund drei Sekunden langsamer", verrät Mark Monhof. "Aber alle schnelleren sind mindestens einmal gestürzt."

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