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Sonnenfinsternis 11.8.1999:
REVIEW Muenster

Am Abend des 10.8.1999 war gutes Wetter und der Himmel klar. Ueberraschend war es dann aber am fruehen Morgen des 11.8. absolut bewoelkt und es sah eher aus, als ob es bald in Stroemen regnen wuerde. Im Internet und im Radio hingegen wurden immer noch Prognosen verbreitet, die fuer Muenster eine Sonnenwarscheinlichkeit von 70-80% vorraussagten. Muenster hatte noch mit die besten Prognosen in ganz NRW. Das konnte man zu dieser Zeit aber kaum nachvollziehen.
Tatsaechlich riss die Wolkendecke gegen 11 Uhr auf. Die partielle Bedeckung begann um 11h13m. Zu diesem Zeitpunkt war die Sonne gut zu sehen. Auf der Sonnenscheibe waren eine Gruppe von vielen groesseren und kleineren Flecken und ein einzelner Fleck zu erkennen. Diese sollten alle in den naechsten Stunden von der Mondscheibe bedeckt und wieder freigegeben werden.
Bereits wenige Minuten nach Beginn der partiellen Phase der Sonnenfinsternis waren mehrere Prozent der Sonnenscheibe bedeckt. Die partielle Bedeckung nahm schneller zu als bei der partiellen Finsternis am 12.10.1996, da der Mond nicht nur langsam am Rand der Sonne entlangzog sondern ziemlich direkt auf das Zentrum der Sonnenscheibe zusteuerte (physikalisch nicht ganz korrekt ausgedrueckt, aber der Leser weiss, was gemeint ist!).
In der folgenden Zeit wurde die Sonnensichel immer wieder von vorbeiziehenden Wolken bedeckt. Wie im Fernsehen zu sehen war und insgesamt zu hoeren war, war das fast ueberall in Europa so. Gluecklicherweise kam eine riesige Wolkenluecke am Westhorizont auf und erreichte die Sonnenscheibe gegen 12h10. Sie hielt bis 12h40 an und eroeffnete dadurch freien Blick auf die Ereignisse rund um die maximale Bedeckung.
Die maximale Bedeckung trat um 12h32 ein. Zu dieser Zeit waren 92,2% der Sonnenscheibe vom Mond bedeckt. Bereits eine Viertelstunde zuvor waren am Boden durch das Laub der Baeume projezierte Sonnensicheln zu sehen. Diese wurden immer duenner und zeigten ein aehnliches Bild wie in der Projektion im Fernrohr. Die Temperatur fiel insgesamt von 22 auf 17 Grad Celsius ab. Gerade kurz vor der maximalen Phase wurde es deutlich kaelter. Es kam auch leichter Wind auf. Der Himmel wurde viel dunkler und in ein eigentuemliches Blau getaucht. Als einmal eine weisse Wolke vorbeizog, gab es am Rand interessante schillernde Reflexionen. Einige Bienen flogen orientierungslos umher, zum Teil einfach gegen das Teleskop.
Nachdem erkennbar wurde, dass die schmale Sonnensichel wieder groesser wurde, zog der Himmel wieder zu. Kurz vor Ende der Finsternis, gegen 13h52, wurde es noch einmal klar. So stellten wir die genaue Zeit auf 13h51:29 fest, das duerfte ziemlich genau sein.

Text (c) by Jan Damberg, Astro Solutions