PROF. DR. WOLFGANG KUHN
GEHNBACHSTR. 146
66386 ST. INGBERT - SAAR
TEL. 06894 - 44 78
den 6. Januer 1999
Herrn Realschullehrer Jochen Jung
und die Klasse 6b der
Realschule am Buchenberg
Emsdettener Str. 46
48565 S T E I N F U R T
Sehr geehrter Herr Jung, liebe Schülerinnen und
Schüler der Klasse 6b,
über Eure netten Briefe und die Diskette habe ich mich sehr
gefreut und bedanke mich herzlich dafür. Leider etwas verspätet, denn ich besitze keinen
Computer, und so mußte ich mich gedulden, bis mir ein bekannter Eure Diskette in seinem
Computer vorführen konnte. Also: mein großes Kompliment! Ihr seid tatsächlich die erste
Klasse, die ein derartiges Projekt zustande brachte. Ich erhalte ja viele Briefe von
Klassen aus allen Bundesländern und sogar aus dem Ausland (z.B. von zwei deutschen
Gymnasien in Brüssel) und weiß daher, daß manche Ausstellungen zum Buch gemacht haben,
einige sogar ein Theaterstück darüber aufführten (so im Europa-Gymnasium in Wörth bei
Karls ruhe) aber, wie gesagt, mit dem Projekt seid Ihr bis jetzt die Ersten! Toll allein
schon die Idee mit dem winkenden Skelett! Wißt Ihr, was ich nur bedaure? Daß ich nichts
von Eurem Vorhaben wußte, sonst hätte ich Euch aus mehreren Höhlen in Südfrankreich
zur Verfügung gestellt. Ich habe ja aus mehreren Höhlen Funde und Bilder in
"meine" Höhle übernommen, kein einziges ist erfunden und Ihr könntet sie alle
in verschiedenen Höhlen im Perigord wiederfinden - auch die menschlichen Fußspuren z.B.
in der Höhle von Pech Merle oder die " Bärenbetten", das "lachende
Pferd" und den "wütenden Bison" in der Höhle von Rouffignac usw. Anfang
Dezember besuchte ich zwei Schulen in Dülmen und Köln, wo insgesamt sieben Klassen mein
Buch gelesen hatten, um den Schülerinnen und Schülern diese Bilder zu zeigen und über
die Entstehung des Buches zu erzählen sowie viele Frag en zu beantworten. Das habe ich
schon oft so gemacht, wenn sich gerade die Gelegenheit dazu bot und allenfalls ein kleiner
Umweg in Kauf zu nehmen war. Diesmal hatte ich einen Vortrag vor einem Initiativkreis in
Köln zu halten - und so nutzte ich die Gelegenheit aus. Bis zu Euch ist es ja leider vorn
Saarland aus etwas weit. Aber vielleicht komme ich in diesem Jahr noch nach Dülmen zu
einem Vortrag, und von dort wäre es ja nicht allzu weit zu Euch. Jedenfalls schreibe ich
Euch, ob es klappt!
Eine ganz kleine "Korrekur" dürft Ihr mir nicht übel
nehmen, zumal Ihr in eurem Text keinen Fehler gemacht habt. Es stimmt ja, daß der
"Donnerkeil", der gezeigt wird, viel, viel älter ist als die ältesten
Steinwerkzeuge. Da könnte nun jemand auf die Idee kommen, der Donnerkeil sei auch ein
Werkzeug, von Menschen geschaffen (tatsächlich werden einige alte Steinbeile auch
Donnerkeile genannt!).In Wirklichkeit aber handelt es sich bei den keilförmigen
Kalkgebilden, die der Volksmund Donnerkeile nennt, um die Kalkskelette von ausgestorbenen,
fossilen Tintenfischen (vergleichbar den Schulpen, die man Vögeln zum Schnaabelwetzen in
ihren Käfig gibt und bei denen es sich um die Kalkskelette heutiger Tintenfische
handelt).
Wißt Ihr übrigens schon, daß mein Buch "Mit Jeans in die
Steinzeit" inzwischen eine Fortsetzung erhalten hat? Das neue Buch (es ist im Januar
1998 erschienen und hatte jetzt im Dezember bereits seine zweite Auflage) heißt "Die
grüne Maske" und spielt in Mexiko, wo Suzanne und Isabelle mit Ihrem neuen Freund,
dem Indianerjungen Manuel eine sensationelle Entdeckung machen (die ebenfalls nicht
erfunden, sondern Wirklichkeit ist!) und dabei gefährliche Abenteuer erleben. Es ist
ebenfalls als dtv junior - Taschenbuch erschienen und ich lege Euch einen Prospekt bei (bzw.
eine Zeitungs-Besprechung).
Ich würde mich freuen, Euch einmal persönlich kennenzulernen.
Hoffentlich klappt es noch in diesem Jahr!
Mit freundlichen Grüßen

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