Französische Revolution, die Periode der frz. Geschichte von 1789
bis 1799. Hervorgerufen durch die Missstände der absoluten Monarchie
(mangelnde Reformfähigkeit, Staatsbankrott) in Frankreich, gedanklich
in der Aufklärung wurzelnd, führte sie zur gewaltsamen Beseitigung
des ›Ancien Régime‹ und zur Neuordnung der polit. und gesellschaftl.
Verhältnisse; sie wirkte über Frankreich hinaus auch auf die
europ. Staatenwelt.
Am 5. 5. 1789 traten die Generalstände zusammen, die zuletzt 1614
getagt hatten. Am 17. 6. erklärten sich die Abgeordneten des ›dritten
Standes‹ (v.)a. gebildetes Bürgertum) zur Verfassunggebenden Nationalversammlung.
Zum Symbol der F. R. wurde die Erstürmung der Bastille durch die Pariser
Massen am 14. 7.; die Nationalversammlung verkündete die Menschenrechte,
schuf das zentralist. Verwaltungssystem der Départements, beseitigte
alle ständ. Vorrechte von Adel und Klerus und zog das Kirchengut ein.
Nach der gemäßigten Phase der konstitutionellen Monarchie gewannen
unter dem Druck des Krieges radikale Gruppen (Jakobiner, Bergpartei) die
Macht. 1792 wurde die Republik ausgerufen, der König im Januar 1793
hingerichtet. 1793/94 regierte M. de Robespierre mit diktator. Vollmachten
an der Spitze des Wohlfahrtsausschusses. Sein Sturz setzte der ›Schreckensherrschaft‹
ein Ende. Die neue Verfassung brachte 1795 die gemäßigte Herrschaft
eines fünfköpfigen Direktoriums, das 1799 von Napoléon
Bonaparte gestürzt wurde. Eng mit dem Verlauf der F. R. verbunden
sind die Koalitionskriege.