Koschneiderei

- Kreis Konitz -


Südöstlich von Konitz finden sich sieben Dörfer, deren deutsch-katholische Bewohner seit unvordenklichen Zeiten als "Koschnaewjer" bezeichnet werden. Die ursprüngliche Schreibung Koschnaewjer läßt den Namen des polnischen Tucheler Starosteibeamten Koschnewski erkennen, der nach einer Urkunde von 1484 für die Leute dieser Dörfer zu sorgen hatte.
Etwa um 1319 wurden deutsche Ansiedler herangezogen, um die Waldgebiete für die neue Siedlung auszuroden. In dieser Zeit entstanden neben der ältesten Koschneider-Siedlung Frankenhagen die Ortschaften Osterwick, Petzin, Dt.-Zekzin, Granau, Lichnau und Schlagenthin.
Nach den Verwüstungen der Hussitteneinfälle (1433 ) erfolgte eine Neubesiedlung aus der westniederdeutschen Gegend. Ihr tatkräftigster Förderer war der Konitzer Ratsherr und spätere Bürgermeister Jacob von Osnabrück, der zahlreiche neue Ansiedler aus seiner Heimat, dem Fürstbistum Osnabrück, in die entvölkerten Dörfer heranzog. Weitere Ortschaften wie Gersdorf, Harmsdorf, Jakobsdorf, Sternberg, Damerau, Gr. Zirkwitz, Obkas, Mosnitz, Henningsdorf, Döringsdorf entstanden und wurden von Koschneidern bewohnt.
Ihre Umgangssprache war niederdeutsch. Dies kleine Bauernländchen der Koschneiderei mit seiner Handvoll Dörfern und seinen 9000 Seelen hat seinen deutschen Charakter bis 1945 durch all die Jahrhunderte unverändert erhalten können.
Staatlich gehörte das Gebiet der Koschneiderei zunächst zum Herzogtum Pommerellen, seit 1308 zum Deutschen Ordensstaat, von 1466 bis 1772 zu Polen, von da ab bis 1920 zu Preußen bzw. zum Deutschen Reich, 1920 wieder zu Polen bis 1939, nach 1945 zu Polen.

Koschneider-Familiennamen :

Rhode, Panske, Senske, Rink, Pankau, Schwemin, Semrau, Latzke, Patzke, Janowitz, Wollschläger, Risop, Behrendt, Musolf, Nelke, Weiland, Papenfuß, Gersch, Brauer, Schreiber, Thiede, Theus, Gatz, Hoppe, Kuchenbecker, Scheffler, Schwanitz, Klinger, Schmelter, Warnke, Rosentreter, Isbaner, Fethke, Ruhnke, Folleher


Kirchen in der Koschneiderei:

5 Pfarrkirchen : Damerau - Frankenhagen - Gersdorf - Lichnau - Osterwick
5 Filialkirchen : Dt Cekzin - Schlagenthin - Obkaß - Gr. Zirkwitz - Mosnitz


Ihren geistigen Mittelpunkt hatte die Koschneiderei in der Stadt Konitz mit ihren höheren Schulen.
Kirchlich gehörte sie zur Diözese Kulm. Der Bischof von Kulm aber hatte seinen Dom und seine Residenz in Pelplin.
Der letzte deutsche Bischof von Kulm war der Koschneider Dr. Rosentreter.


Familie Nelke
Heiratsregister : Osterwick-Lichnau-Frankenhagen
Grabstätten
Familiennamen


Familienforschung in der Koschneiderei
Richard Glischinski, Großhansdorf
Peter Pankau, Heikendorf




> Konitz / Chojnice
Tuchel / Tuchola
Jerzy Erdman, Konitz
Arkadiusz Piotr Nelke, Tuchel
Martin Conitzer