2. Snapes große Stunde
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Prolog
1. Das seltsame Fest
2. Snapes große Stunde
3. Neville
4. Streik
5. Die Schulmannschaft
6. Die erste Prophezeihung
7. Halloween
8. Mad Eye
9. Johns Begabung
10. Eine wunderbare Arena
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Der nächste Morgen begann mit schmuddeligem Oktoberwetter. Der Himmel war grau verhangen und der Wind trieb einen feinen Nebel von Regentropfen vor sich her. Die Blätter der Bäume hatten über Nacht all ihr Grün verloren und wogten nun rot und gelb in den Kronen. Wirbelwinde trieben das Laub über die große Wiese vor der Schule.

Das einzig angenehme an diesem Morgen war das Feuer, das im Kamin des Gemeinschaftsraumes brannte. Die Hauselfen hatten morgens um sechs die zusammengefallende Glut mit neuer Nahrung versorgt und nun flackerten lustige Flammen über knackenden Holzscheiten und gaben eine wohlige Wärme ab. Nach und nach krochen die Schüler der Hauses Gryffindor aus ihren molligen Federbetten, reckten sich, zogen die Morgenmäntel über und suchten, wie von einer fremden Macht getrieben die Wärme des Feuers auf.

Müde waren sie, und verschlafen sahen sie aus, in ihren Pyjamahosen und Nachthemden, die unter den Morgenmänteln hervorschauten, fuhren sich durch das wirre Haar und streckten die Fäuste in den Kamin, um sie aufzuwärmen. „Guten Morgen“, wurde gemurmelt, aber sonst waren sie still. Viele standen noch unter dem Eindruck des vergangenen Abends und dachten mit Schaudern an die seltsamen Ereignisse. Andere hatten noch die Bilder von Harrys Erzählung vor Augen und konnten nur mühsam aus dem Traum der Nacht in den Morgen steigen.

Der erste, der an diesem Morgen an das Feuer trat, war Neville. Er hatte gut und tief geschlafen, aber als ihn in der Frühe die Blase drückte, und er aufstand, um sich zu erleichtern, kam die Erinnerung an Magister Baumann über ihn und fasste ihn mit fester Hand. Lächelnd und vollkommen geistesabwesend stand er da, als Hermine eine halbe Stunde später als zweite den Raum betrat. Hermine hatte sich in den letzten Schuljahren angewöhnt, früh aufzustehen, denn das war die beste Zeit, in Ruhe ein Buch zu lesen, oder sich auf eine Prüfung vorzubereiten. Es war ihr so sehr zur Gewohnheit geworden, dass sie auch während der Ferien die erste in ihrer Familie war und ihre Eltern jeden Morgen mit einem gedeckten Frühstückstisch verwöhnte.

Neville bemerkte sie zuerst gar nicht. Erst als sie neben ihm stand und leise „Guten Morgen, Neville.“, sagte, schreckte er aus seinem Tagtraum heraus und wandte den Kopf.

„Guten Morgen, Hermine.“, sagte er sanft. Er wirkte auf einmal gar nicht mehr so tollpatschig, wie in den letzten Jahren. Auch er war gewachsen, hatte jetzt eine tiefe Stimme, und sein Körper hatte sich gestreckt, so dass er langsam seine Schwammigkeit verlor.

„Puh, das ist ja ein Wetter da draußen!“, bemerkte Hermine.

Neville schaute zum Fenster. Er zuckte die Achseln.

„Aber hier ist es schön warm.“, stellte er fest. „Eigentlich liebe ich den Herbst. Er macht alles so geheimnisvoll...“

„Ja, das habe ich auch schon gedacht. Aber ich finde es viel schöner, wenn die Sonne scheint und das Laub leuchtet.“

Dann schwiegen sie wieder. Beide standen vor dem Feuer und streckten ihre Hände zu der Wärme. Nach und nach kamen die anderen hereingetröpfelt. Der Raum füllte sich mit Gähnen und dem Knacksen von Knochen, wenn sich jemand streckte. Langsam wurden aus dem Gemurmel leise Gespräche. Harry war einer der letzten, die auftauchten. Er hatte die Nacht mit einem tiefen, traumlosen Schlaf verbracht und war sehr plötzlich aufgewacht. Er fühlte sich ausgeruht und erfrischt, als er die Decke zurück schlug und die Beine aus dem Bett schwang.

Ein kurzer Blick auf das Nachbarbett sagte ihm, dass Ron schon aufgestanden war. Er zog sich schnell an, ging ins Bad und machte sich frisch und kam gutgelaunt in den Gemeinschaftsraum. Dieser hatte sich zum Teil schon wieder geleert, denn die meisten zogen sich gerade an. Es war kurz vor halb Acht, es war die Zeit, in der unten im Saal bereits hektische Betriebsamkeit herrschte. Die Hauselfen hatten aufgeräumt und bereiteten das Frühstück vor. Bevor die Schüler kamen, wollten sie fertig und wieder in der Küche verschwunden sein.

„Guten Morgen!“, grüßte Harry die Anwesenden. „Wie habt ihr geschlafen?“

Die Antworten kamen sehr unterschiedlich, von „Bestens“ bis „Mies“. Ron hatte ganz gut geschlafen. Auch ihn hatten die letzten Tage über Gebühr angestrengt.

„Wollen wir frühstücken gehen?“, fragte Harry in die Runde. Allgemeine Zustimmung ließ sie alle aufbrechen.

Der Saal war jetzt wieder in dem Zustand, den er das ganze Jahr über einnahm. Der Schmuck vom Vorabend war entfernt worden, auf den Tischen lagen weiße Tischdecken und das weiße mit dem Banner von Hogwarts bedruckte Alltagsgeschirr war gedeckt worden. In den Körben dufteten die frischgebackenen Brötchen und verschiedene Marmeladen und Honig stand in kleinen Glasschälchen bereit. Kannen mit heißem Malzkaffee schwebten eben herein, als sie durch die hohe Flügeltür den Saal betraten. Als Ausgleich für das schlechte Wetter hatte man die verzauberte Decke dazu gebracht, einen strahlend schönen Herbsthimmel zu zeigen. Das war auffällig, denn üblicherweise zeigte die Saaldecke immer genau den Himmel, der gerade über Hogwarts sein Gewölbe zu spannen pflegte. Zumindest konnte sich Harry nicht daran erinnern, dass der Himmel jemals geändert wurde.

Professor Dumbledore klärte sie bei seinem Morgengruß auf, was es für eine Bewandtnis damit hatte.

„Da wir gestern einen für unsere Schule sehr düsteren Abend hatten, habe ich heute Nacht beschlossen, für einige Tage wenigstens hier in unserem Speisesaal eine etwas schönere Stimmung zu erzeugen. Ihr werdet sicher schon das graue Wetter dort draußen bemerkt haben, und ich habe mir gedacht, dass uns ein bisschen Sonnenschein ganz gut tut. Je nachdem, wie sich die nächsten Tage entwickeln werden, werde ich noch ein bisschen die Sonne scheinen lassen. So, genug geredet. Ich habe Hunger und ihr sicher auch. Haut rein!“

Das ließen sich die Schüler nicht zwei mal sagen. Sie stürzten sich mit großem Appetit auf die Leckereien.

„Schaut mal!“, sagte Lee und deutete verstohlen auf den Lehrertisch. „Snape ist gar nicht da. Ob er krank geworden ist?“

Hoffnung schimmerte durch seine letzten Worte und alle an dem Tisch, die in der nächsten Stunde bei ihm Unterricht haben würden hegten die gleichen Gefühle.

„Das wäre schön, wenn wir die erste Stunde des Schuljahres nicht mit Snape verbringen müssten.“, sagte Neville, dem der Name allein kalte Schauer über den Rücken trieb. Neville war auserkorenes Opfer von Professor Snape, der Harry zwar hasste, Neville aber verachtete, und ihn das bei jeder Gelegenheit spüren ließ.

„Wäre viel schöner, wenn wir jetzt Zaubertränke hätten, was, Neville“, scherzte Ron, dem es ungeheure Freude machte, Neville auf den Arm zu nehmen, seit er wusste, dass dieser sich in die neue Lehrerin verliebt hatte. Neville sah ihn bestürzt an und wurde rot.

„Jetzt lass Neville in Frieden!“, blaffte Hermine. „Ich würde zu gerne mal wissen, wie du es aufnehmen würdest, wenn du verliebt wärest und dich jemand dafür hänseln würde!“

Neville wurde noch roter und verschluckte sich an dem Brötchen. Parvati, die neben ihm saß klopfte ihm heftig auf den Rücken, während Neville jetzt vor Husten fast blau wurde.

„Jetzt schau, was du angerichtet hast!“, sagte Hermine vorwurfsvoll und sah Ron strafend an. Ron grinste aber und entgegnete, dass sie das wohl selber gewesen sei.

„Blödmann!“

„Zicke!“

„Mann bin ich froh, dass ihr euch wieder streitet!“, sagte Harry gut gelaunt. „Ich hatte fast schon den Eindruck, ihr wäret erwachsen geworden.“

Lee lachte laut los und riss die Weasley-Zwillinge mit sich. Augenblicklich war der Ärger zwischen Ron und Hermine verflogen und auch sie mussten grinsen. Sogar Neville hustete ein gequältes Lachen hervor.

„Oh nein, da kommt er!“, flüsterte Parvati.

Sofort wurde es still und fünfzehn Augenpaare wanderten zum Lehrertisch. Snape sah übernächtigt und äußerst schlecht gelaunt aus. Er bemerkte die Blicke und schaute finster zurück. Schweigend ließ er sich an seinem Platz nieder und goss sich nur einen Kaffee ein. Dann saß er still brütend da und war für niemanden ansprechbar. Keiner seiner Kollegen schien große Lust zu haben, ein Gespräch mit ihm anzufangen, und nur Professor Dumbledore warf einen besorgten Blick zu ihm hinüber. Nach der vierten Tasse Kaffee entspannten sich die Züge von Professor Snape ein wenig und die Schüler vom Gryffindor-Tisch atmeten erleichtert auf.

„Ich hatte schon die Befürchtung, er lässt seine Laune gleich an uns aus.“, meinte Harry.

„Glaubt du etwa, dass er gleich besser gelaunt ist?“, fragte Ron. „Ich wette, er wird und heute das Leben zur Hölle machen. Meterweise irgendwelche Wehrwolf-Romane abschreiben, und das zu gestern!“

„Ihr solltet nicht so über ihn reden!“, fing Hermine wieder an. „Er hat gestern einen schweren Schock erlitten. Da ist es nur zu verständlich, dass es ihm nicht gut geht.“

„Jetzt sag bloß, du machst einen ‚Rettet Snape vor den bösen Zungen der Schüler-Verein auf!“, lästerte Ron. „Hermine, du nervst mit deiner karitativen Ader. Kannst du nicht mal mitlästern?“

„Ich brauche mich nicht auf dieses bedauernswerte Niveau hinunter zu begeben.“, sagte Hermine schnippisch. Sie stand auf und ging.

„So ist Hermine, wie wir sie lieben.“, bemerkte Harry, der die Spitzfindigkeiten zwischen Hermine und Ron mit Spaß verfolgt hatte. „Sie wird sich schon wieder einkriegen.“

„Wie spät ist es denn?“, fragte Lee.

„Oh, schon gleich Acht!“, stellte Parvati mit Schrecken fest. „Ich muss mich noch ein bisschen schön machen!“

Sie stand ebenfalls auf und verschwand.

„Weiber!“, bemerkte Ron abfällig.

Die anderen Jungs nickten.

„Ich finde das überhaupt nicht nett von dir!“, rief da plötzlich Ginny Weasley, die jüngste Schwester von Ron. Auch sie stand auf, knallte die Serviette auf den Tisch und stampfte hinaus.

„Sag ich doch...!“, grinste Ron.

Wieder nickten die anderen Jungs.

„Lasst uns auch mal gehen.“, sagte Harry.

 

Als sie vor der Tür zum Schulzimmer standen, konnten sie immer noch nicht glauben, dass ‚Verteidigung gegen die dunklen Künste’ ausgerechnet von Professor Snape gegeben wurde. Im Gegensatz zu dem Labor für Zaubertränke war der Flur vor dem Zimmer hell und freundlich und durch das Fenster am Ende des Ganges fiel zwar trübes, aber weißes Licht herein. In den Kellergewölben war es immer dunkel und stickig, die Fackeln stanken nach einer Mischung aus verbranntem Teer und Parafin, und alles an der Stimmung des Ganges beim Warten konnte einen langsam auf das Kommende vorbereiten. Oft waren sie schon mit düsteren Mienen in das Labor gegangen und sie wunderten sich nicht, wenn Snape sie direkt barsch begrüßte.

„Wie hat Snape Dumbledore nur weichgekriegt?“, fragte Ron, als sie vom Treppenhaus in den Flur einbogen.

„Ich glaube nicht, dass Snape es war. Diese neue Lehrerin hat Dumbledore bestimmt den Kopf verdreht.“, meinte Lee, der einen Schritt hinter Ron und Harry ging. „Wahrscheinlich hat Dumbledore Snape gebeten, ‚Verteidigung gegen die dunklen Künste’ zu geben.“

„Ich glaube, das Snape Dumbledore so lange bekniet hat, bis er den Job bekommen hat.“, sagte Harry. „Dumbledore lässt sich nicht so leicht den Kopf verdrehen.“

Sie erreichten die Tür zum Schulraum. Drinnen waren schon einige Schüler und auch sie diskutierten über Snape. Ron und Harry warfen ihre Taschen auf einen Tisch, der ganz hinten im Raum stand. Sie wollten so weit, wie eben möglich von Snape entfernt sein. Anders als bei Zaubertränke stand nicht zu erwarten, dass Snape ständig zwischen den Tischen hin und her schlich, um sich ein Opfer für seine Gehässigkeiten zu suchen. Hermine kam ein paar Minuten nach ihnen und ließ sich am Nachbartisch nieder.

„Ist euch eigentlich schon aufgefallen, dass keine Slytherins da sind?“, fragte sie.

„Stimmt, Verteidigung haben wir immer alleine!“, bemerkte Harry erfreut. „Dann bleibt uns wenigstens Malfoy erspart.“

„Ich hoffe, die neue Lehrerin steht nicht so auf der Seite der Slytherins!“, sagte Ron.

„Still, er kommt!“, rief jemand. Einen Augenblick später betrat Professor Snape das Zimmer. Er war bleich, wie immer, vielleicht noch etwas bleicher als sonst und dunkle Ringe unter den Augen zeugten von einer kurzen Nacht. Aber er schien außergewöhnlich guter Laune zu sein. Sein Blick war fast freundlich zu nennen, zumindest sah er nicht so grimmig drein, wie in dem Gewölbe des Labors. Er ließ die Bücher, die er in der Hand gehalten hatte auf das Pult fallen und baute sich vor der Klasse auf. Schweigend schickte er einen prüfenden Blick in die Runde. Dann räusperte er sich leise.

„Potter!“, sagte er unbeteiligt, „Potter und Longbottom, ihr zwei setzt euch hier hin!“

Dabei wies er auf einen Tisch, der genau vor dem Lehrerpult stand.

„Muss das sein?“, fragte Harry leise.

„Potter, sie wollen mir doch nicht etwa widersprechen?“, fragte Snape eigenartig gelassen. „Ich möchte Sie ein bisschen besser unter Kontrolle haben. Außerdem bin ich der Meinung, dass das, was wir in diesem Jahr durchnehmen, von besonderem Interesse sein dürfte. Ich befürchte, wenn ich sie bei ihren Freunden lasse, könnten ihnen wichtige Informationen entgehen. Und Longbottom ist immer so unkonzentriert, dass ihm ein Platz ganz vorne auch nicht schadet. Also?“

Neville erhob sich zögernd. Er war kalkweiß geworden und zitterte leicht. Harry grummelte ärgerlich.

„Er sollte vielleicht besser ‚Schwarze Magie’ geben als die Verteidigung dagegen!“, flüsterte Ron. Harry nahm seine Tasche und stand auf.

„Schlimmer als in Zaubertränke kann es nicht werden.“, flüsterte er zurück und ging nach vorne. Kaum saßen Harry und Neville, begann Snape.

„So, nachdem wir das Organisatorische hinter uns haben, sage ich erst einmal guten Morgen!“

Die Schüler schauten sich verdutzt an. Snape blickte erwartungsvoll in die Klasse.

„Ich sagte guten Morgen.“, wiederholte er.

„Guten Morgen!“, riefen die Schüler.

Zufrieden setzte Snape sich hinter sein Pult.

„In den letzten Jahren ist der Unterricht in diesem Fach ziemlich heruntergekommen.“, begann er. „Ich denke, dass wir das ein bisschen Ändern werden. Es ist mir durchaus bewusst, dass sie nicht viel dafür können, zumal es jedes Mal Dumbledores Entscheidung war, diese unfähigen und für das Fach sogar gefährlichen Lehrer einzustellen. Sicher hat er mit Madeye Moody  durchaus einen passablen Versuch gemacht, der leider an der mangelnden Kontrolle in unserer Schule gescheitert ist.“

Unwilliges Gemurmel wurde laut. Hermine hob den Finger.

„Miss Granger?!“, fragte Snape und hob eine Augenbraue.

„Immerhin haben wir bei Barty Crouch Junior alias Madeye Moody eine Menge gelernt. Und Professor Lupin war einfach Spitze!“

„Ich weiß, Miss Granger. Bis auf die Tatsache, dass Crouch ein Betrüger und Lupin ein Wehrwolf ist. Und das, was sie bei Lupin gelernt haben, hätten sie bei mir im ersten Halbjahr ihres Schulbesuchs erfahren. Ich muss sagen, wenn sie das als großartige Leistung ansehen, dann werden sie in diesem Jahr ein Problem bekommen. Ich habe nicht vor, eine Kindergartenstunde mit ihnen zu machen.“

Harry starrte Snape wütend an. Professor Lupin war für ihn einer der besten Lehrer gewesen. Niemand zuvor hatte einen so einfühlsamen und guten Unterricht gemacht. Bei ihm hatten alle Schüler mit Begeisterung gelernt.

„Ist etwas, Mr. Potter? ... Ich habe von Dumbledore einiges erzählt bekommen. Sie haben ja haarsträubende Dinge in den Ferien erlebt. Ich habe mir vorgenommen, ihre Begegnung mit dem dunklen Lord in diesem Jahr mit ihnen zusammen zu analysieren und sie mit brauchbaren Gegenmaßnahmen bekannt zu machen.“

„Gegen einen Drachenstein hätten Sie auch kein Rezept gehabt!“, entfuhr es Harry. Snapes Augen verengten sich zu Schlitzen und einen Augenblick lang sah er Harry bösartig an. Dann rang er sich jedoch ein überlegenes Lächeln ab.

„Ich halte ihnen ihre Jugend und Unerfahrenheit zu Gute, Potter. Sie werden schon noch dahinter kommen, dass ihre Vorstellung vom Kampf gegen die dunkle Macht wie eine schlechte Seifenoper ist. Aber, um den Unterricht mit den notwendigen Informationen zu versehen, könnten sie doch bis nächsten Dienstag einen Bericht über ihre Erlebnisse schreiben. Er sollte so ausführlich, wie möglich sein, auch Kleinigkeiten enthalten. Um eine geeignete Strategie zu entwickeln, benötigen wir jedes Detail. Sagen wir also, etwa zwei Meter. Das sollte genügen.“

„Wie bitte?“, stöhnte Harry auf. „Das schaffe ich nie!“

„Keine Sorge, Potter. In der ersten Woche werden sie in den anderen Fächern keine Hausaufgaben auf bekommen. Da werden sie genügend Zeit haben.“

„Ich finde das nicht gerecht...“, versuchte Harry sich zu wehren.

„Potter! Was gerecht ist oder nicht, überlassen sie bitteschön noch mir. Nach den nächsten Ferien können sie das verhindern, wenn sie sich wie ein normaler Schüler benehmen, und nicht versuchen den Helden zu spielen. Zwei Meter. Habe ich mich deutlich genug ausgedrückt?“

Harry nickte widerwillig.

„Gut. Das wäre geklärt. Worüber wir dieses Jahr sprechen werden, haben sie ja auch erfahren. Thema ist also der dunkle Lord. Gibt es irgendjemanden in dieser Klasse, der nicht weiß, wer Lord Voldemort ist?“

Einige Schüler erschraken. Fast alle hielten für einen Augenblick den Atem an. Dass Professor Snape diesen Namen aussprach, war äußerst ungewöhnlich. Normalerweise vermied man es, direkt von dem dunklen Lord zu sprechen. Weil fast alle Zauberer Großbritanniens davon überzeugt waren, dass die Nennung des Namens Unheil heraufbeschwor, sprach man nur von ‚Du weißt schon wem’.

Neville hob zögerlich die Hand. Snape war etwas überrascht, doch dann lächelte er gemein.

„Longbottom. Ich hätte es mir denken können. Jemand, der wie du zu begriffsstutzig ist, die einfachsten Zaubertränke und Formeln zu lernen, kann ja durchaus noch nichts von dem dunklen Lord gehört haben.“

„Entschuldigen sie, Professor Snape...“, begann Neville mit zittriger Stimme. „Ich... ich kenne ‚Sie wissen schon wen’, aber ich wollte sie bitten, den Namen nicht auszusprechen. Es bringt doch Unheil...“

„So, du kennst ‚Sie wissen schon wen’...Hast du schon einige Gespräche mit ihm gehabt?“

„N...nein..., na...na...natürlich n...nicht. Ich meinte, ich kenne den... den Namen...“

„Ein Wunder ist geschehen. Longbottom weiß etwas!“, sagte Snape gehässig. „Den Tag werde ich mir rot im Kalender anstreichen. So. Da sie ja alle so gut über den dunklen Lord bescheid wissen, schreiben sie mir bis zum Ende der Stunde auf, was sie über ihn und die Todesser wissen. Ich möchte gerne erfahren, bei welchem Wissensstand wir anfangen müssen. Potter, ich gehe davon aus, dass sie einige Erfahrungen mit dem dunklen Lord gemacht haben. Damit ich mir ihr Gejammer über ihren Vater ersparen kann, können sie mit dem Bericht über ihre Reise anfangen.“

Harry bebte vor Zorn. Er wusste jedoch, dass Snape nur auf eine Gelegenheit wartete, ihn fertig zu machen. Daher kämpfte er seine Wut nieder und begnügte sich mit einer Reihe vernichtender Blicke, die er Snape zuwarf.

Den Rest der Stunde verbrachten sie schweigend. Nur das Kratzen der Federn über das Pergament war zu hören. Professor Snape wanderte mit hinter dem Rücken verschränkten Händen durch die Bankreihen und schaute diesem oder jenem über die Schulter. Die Schüler, hinter denen er stehen blieb, zogen die Schultern ein und schrieben mit Eifer. Nach einer halben Stunde kam der erlösende Gong.

„Longbottom!“, befahl Snape, „Sie sammeln die Aufsätze ein und legen sie auf mein Pult. Bis zur nächsten Stunde lesen sie die Seiten vierundzwanzig bis neunundsiebzig in dem Buch ‚Dunkle Künste – wie man sie erkennt’. Ich erwarte, dass sie den Inhalt gut kennen. Wer es nicht gelesen hat, wird im ganzen Schuljahr keine Chance haben, dem Unterricht zu folgen.“

Harry drehte sich zu ihm um und hob den Finger.

„Potter?“

„Professor Snape, wenn ich den Bericht schreiben muss, werde ich kaum Zeit haben, diese Seiten zu lesen...“

„Das ist ihr Problem. Dann verzichten sie doch einfach auf ihren ohnehin sinnlosen Zeitvertreib mit ihren Kameraden. Es wird Zeit, Potter, dass sie lernen, in welcher Gefahr sie sich schon seit ihrer Geburt befinden.“

Als Harry auf den Flur kam, knurrte er zwischen den Zähnen:

„Ich hasse Snape!“  

„Komm Harry!!“, versuchte Hermine ihn zu beschwichtigen. „Wir alle mögen ihn nicht. Bei dem Bericht kann ich vielleicht sogar helfen!“

„Aber du musst ihn nicht schreiben!“, sagte Harry wütend. „Schließlich muss es meine Handschrift sein!“

„Das lass mal meine Sorge sein.“, sagte Hermine gut gelaunt. „Kennst du noch die ‚Flotte Schreibefeder’?“

„Meinst du etwa, die von der Kimmkorn?“

„So ähnlich.“, sagte Hermine und lächelte. „Ich habe schon im letzten Schuljahr einen Zauber entdeckt, der aus einer ganz normalen Feder eine macht, die sogar deine Handschrift beherrscht. Du musst ihr nur das Stichwort sagen und ein bisschen an die Reise denken. Sie sucht sich schon den richtigen Text.“

„Mensch, das ist ja toll. Dann könnte ich jede Prüfung...“

„Nicht so schnell. Bei den Prüfungen stehen wir doch unter Aufsicht! Aber bei den Hausaufgaben hilft sie ungemein.“

„Wann können eine Feder von mir verwandeln?“, fragte Harry aufgeregt. Sein Zorn war so gut wie weggeblasen.

„Heute Abend. Wir treffen uns im Klo der maulenden Myrthe.“

„Hermine, du bist einmalig. Was würde ich ohne dich tun?“

„Hmmm“, machte sie und grinste.

Der Rest des Vormittags verlief weitaus angenehmer. Bei Professor Sprout legten sie Kulturen von Leuchtpilzen an. Zu diesem Zweck war ein Gewächshaus mit dicken Filzmatten verkleidet worden, so dass im Inneren eine undurchdringliche Finsternis herrschte. Es war stickig warm und die Luft war feucht, denn die Pilze waren an das tropische Klima von Indonesien angepasst.

„Was wollen wir denn in dieser Kälte mit Leuchtpilzen?“, fragte Ron und deutete zur Tür. Draußen waren die Temperaturen im Laufe des Vormittags auf kühle neun Grad zurückgegangen und es hatte den Anschein, dass sich ein erster Herbststurm ankündigte.

„Die wachsen hier doch nie!“

„Das ist richtig, Mr. Weasley.“, antwortete Professor Sprout. „Aus den Pilzen wird ein Pulver hergestellt, das, auf eine Fläche gebracht, von selbst leuchtet. Eine Flüssigkeit, die man auch aus den Pilzen herstellen kann, wird in der Heilkunde verwandt. Sie hat uns Zauberern schon vor Jahrhunderten den Segen gebracht, den die Muggel erst mit der Erfindung der Röntgengeräte erlangen konnten. Wenn man sie einnimmt, kann man das ganze Skelett von außen betrachten.“

„Das wäre was für Haloween.“, flüsterte Harry

„Gute Idee!“, meinte Ron. „Nur wie kommen wir an die Formel?“

„Ihr zwei dort. Ihr lasst es an der nötigen Aufmerksamkeit fehlen!“, sagte Professor Sprout. „Wenn ihr fertig seid mit Flüstern, können wir dann fortfahren?“

Harry und Ron zuckten zusammen. Sofort hoben sie die Köpfe und schauten aufmerksam in Richtung ihrer Professorin.

„Sie sehen also“, fuhr sie fort, „dass diese Pilze auch in unseren Breiten eine durchaus sinnvolle Wirkung haben. Unsere Aufgabe wird es nun sein, die Kultur auszubringen und die optimalen Wachstumsbedingungen für die Pilze zu schaffen. Fangen wir an!“

Die nächsten zwei Stunden verbrachten sie damit, Kompost zu sieben, ihn auf einem Ofen anzuwärmen und in lange Bottiche zu füllen. In die obersten zwei Zentimeter wurde ein Pulver aus versiegelten Plastiktütchen gestreut und untergearbeitet. In der stickigen Hitze des Treibhauses, die durch den Ofen noch verstärkt wurde, kamen sie schnell ins Schwitzen. Aber sie konnte miteinander reden und scherzen. Das verkürzte die Stunden erheblich, und als der Unterricht zuende ging, wussten sie gar nicht, wie schnell die Zeit vergangen war. Sie strömten aus dem Gewächshaus in die kühle Luft und atmeten tief durch.

Der Wind war aufgefrischt und hatte die schwer hängenden Wolken aufgerissen. Hier und da mogelte sich ein zaghafter Sonnenstrahl hindurch, nur um im nächsten Augenblick von einer dicken Wolke beiseitegeschubst zu werden. Schnell liefen sie über die Wiese, den Hang hinauf zum Schlossportal. Keiner hatte an diesem Morgen damit gerechnet, dass es schon so kalt werden würde, und sie waren froh, als sie in die Wärme der Halle kamen und den Duft des Mittagessens durch ihre Nasen zogen.

Im Saal war das vorherrschende Thema immer noch das Haus Slytherin. Inzwischen wurde nicht mehr hinter der Hand, sondern ganz offen diskutiert. War man heute morgen noch verstummt, wenn ein Slytherin aufgetaucht war, stand man nun bunt gemischt durcheinander und die armen Schüler der Slytherins wurden mit Fragen gelöchert.

„Was hat Snape dazu gesagt?“, hieß es, oder „und Dumbledore?“ oder einfach nur „Wisst ihr, warum es passiert ist?“. Die Slytherins wussten es nicht. Sie mochten sich auch nicht an den wilden Spekulationen beteiligen. Das einzige, was sie zu erzählen hatten, war, dass sie gestern Abend bis spät in die Nacht hinein mit Professor Dumbledore und Professor Snape zusammengesessen und auch von diesen Beiden keine Antwort erhalten hatten. Sie wussten auch, dass der blutige Baron in seinem Zorn über Peeves hergefallen war und ihn gnadenlos zusammengestaucht hatte. Das immerhin sorgte für allgemeine Erheiterung und wurde als eine positive Begleiterscheinung der Katastrophe empfunden. Das ganze Mittagessen hindurch wurde geredet und spekuliert. Danach traf man sich in den Gemeinschaftsräumen und diskutierte weiter. Harry hatte keine Lust mehr, darüber zu reden. Es ödete ihn an, wenn sich ein oder alle Gespräche nur um ein Thema drehten. Er zog sich in den Schlafsaal zurück, legte sich auf sein Bett und nahm ein Buch.

Er hatte noch nicht angefangen, darin herum zu blättern, als ein Pochen gegen die Fensterscheibe ertönte. Harry blickte auf und sah eine Eule, die um Einlass begehrte. Harry stand auf, ging zum Fenster und öffnete. Die Eule flog herein, beschrieb eine Kurve und ließ auf Rons und Harrys Bett jeweils einen Zettel aus ihrem Schnabel fallen. Dann schoss sie im Tiefflug durch das Fenster hinaus und flog zurück zur Eulerei.

‚Bestimmt eine Einladung von Hagrid!’, dachte Harry, als er den Zettel auffaltete. Er behielt recht.

‚Lieber Harry!’, stand da in Hagrids krakeliger Schrift zu lesen,

‚magst du um fünf zu mir zum Tee kommen? Meine Ma hat mir eine Menge leckerer Plätzchen mitgegeben und ich brauche Hilfe bei der Beseitigung. Solltest du Ron sehen, und natürlich auch Hermine, sag ihnen bescheid, sie sind auch eingeladen. Ich habe aber jedem eine Einladung geschickt.

Bis später

Hagrid’

Harry lächelte. Die Stunden in Hagrids Hütte waren immer sehr gemütlich, und jetzt, da Hagrid nicht mehr selber backen musste, sondern Plätzchen von seiner Mutter hatte, war sogar für den Leib gesorgt. Hagrid buk zwar für sein Leben gerne, aber entweder waren seine Plätzchen steinhart, so dass man sich die Zähne daran ausbeißen konnte, oder sie verklebten einem den Mund, dass man kein Wort mehr heraus bekam.

Der Nachmittag verging schnell, und als die Sonne, die immer wieder zwischen den immer eiliger über den Himmel rasenden Wolkenfetzen hindurchlugte, sich langsam dem Horizont näherte, machten die drei sich auf den Weg zu Hagrid. Sie mussten sich förmlich über die Wiese kämpfen, denn der Wind war inzwischen zu einem ausgewachsenen Sturm geworden. Er zerrte an ihren umhängen und pfiff durch die Kleider. Erst als sie in den Schutz des nahen Waldes kamen, wurde es etwas leichter für sie zu gehen.

Hagrid hatte sie schon kommen sehen und öffnete seine Tür, bevor sie klopfen konnten.

„Kommt herein“, brummte er. „Freut mich, dass ihr kommen konntet.“

„Hallo Hagrid.“, sagte Harry. „Das ist ja ein Wind da draußen.“

„Ja, wird wohl Sturm geben. Setzt euch. Wollt ihr Tee?“

„Ja gerne.“, sagte Hermine und kletterte auf die Eckbank. Hagrid hatte ein großes Feuer in seinem Kamin angebrannt. Es verbreitete eine angenehme Wärme. Harry stellte sich vor das Feuer und wärmte seine kalten Finger.  

„Weist du etwas über Slytherin?“, fragte Ron, nachdem auch er sich an den Tisch gesetzt hatte.

„Keiner weiß etwas.“, sagte Hagrid. „Wir alle können nur vermuten. Und solange wir nichts wirklich wissen, nützt es auch nichts, ständig darüber zu reden.“

„Mich ödet das auch schon an.“, meinte Harry. „Die ganze Schule redet nur noch von gestern Abend. Als ob es nichts anderes gäbe.“

„Ha ha, weiß schon, was du meinst, Harry.“, grinste Hagrid. „Du meinst die Sache mit der Schulmannschaft. Muss schon sagen, da hat sich die gute Minerva was tolles einfallen lassen.“

„Schulmannschaft?“, fragte Hermine, die noch nicht eingeweiht war.

„Ach du weißt es noch nicht?“, fragte Hagrid. „Dann erzähl mal Harry. Ich brüh solange den Tee auf.“

Harry erzählte, was Viktor Krum zu ihm gesagt hatte, und dass er gestern in Professor Dumbledores Büro beordert worden war, um seine Strafe für unerlaubtes Zaubern entgegen zu nehmen. Er erzählte von der Aufgabe, eine Schulmannschaft aufzubauen. Hermine war begeistert. Hagrid hatte inzwischen den Tee fertig gemacht und die große, bauchige Kanne auf den Tisch gestellt. Aus seinem Schrank holte er vier Tassen und eine große Platte mit Plätzchen. Die Plätzchen hatten fast die Größe eines Tellers und da Hagrid annahm, dass wohl keiner seines Besuches einen ganzen Keks schaffen würde legte er ein Messer hinzu. Dann goss er in jede Tasse dampfend heißen Tee.

„Hast du dir schon Gedanken gemacht, wen du in das Team aufnehmen willst?“, fragte er jetzt.

„Hm, das ist nicht so leicht.“, sagte Harry. „Zuerst habe ich vor gehabt, Cho zu fragen, aber sie ist ja selber Sucherin, wie ich. Aber ich glaube, ich hab langsam ein paar Ideen. Zum Beispiel Angelina aus dem Gryffindor Team. Sie ist eine gute Jägerin. Dann dachte ich an Roger Davis von den Ravenclaws. Im vorletzten Jahr hat er mich ganz schön mit ein paar gezielten Klatschern in Bedrängnis gebracht. Dann ist da noch Katie. Von den Hufflepuffs... keine Ahnung...“

„Keine Slytherins?“, fragte Hagrid und hob eine Augenbraue.

„Nee, bloß nicht. Das gibt doch nur Streit!“

„Aber es soll doch eine Schulmannschaft sein.“, meinte Hagrid und kratzte sich am Kopf. „Und wie ich Professor McGonagall kenne, wird sie darauf achten, dass die Spieler gerecht verteilt sind.“

„Das kann ich nicht. Ich kann da nicht hingehen und einen Fragen. Wenn ich mir nur Malfoy vorstelle, dann wird mir schon schlecht.“

„Du solltest es aber. Was ist denn Bletchley? Er ist ein guter Hüter. Und ich glaube, er ist auch nicht ganz so eigensinnig wie unser Freund Draco.“

„Ich finde auch, dass du die Slytherins einbeziehen musst.“, meldete sich Hermine. „Stell dir vor, wie verärgert sie sein werden, wenn sie nicht mitmachen dürfen.“

„Muss ich nachdenken.“

Harry hatte keine Lust mehr, darüber zu sprechen. Er war sich im Innersten bewusst, dass er wohl nicht darum kam, einen der Slytherins zu fragen. Und es musste bald sein, denn wenn sie eine starke Mannschaft haben wollten, mussten sie viel trainieren.

„Wir müssen auch erst einmal die Besen aus London holen.“, versuchte er auszuweichen. Hagrid verstand.

„Du machst das schon richtig, Harry.“, sagte er und klopfte ihm leicht auf die Schulter. „Ach ja, und was London angeht, Dumbledore wollte mit dir dort hin fahren. Aber Dumbledore wird nicht können!“

„Was, warum?“, fragte Harry mit einem Anflug von Sorge. „Wann sollen wir dann die Besen holen?“

Hagrid grinste.

„Nächste Woche. Du bekommst den Dienstag frei. Wir beide werden reisen. Dumbledore hat mich beauftragt, dich nach London zu bringen. Wir werden per Portschlüssel zu Madeye Moody reisen. Damit ist sicher, dass dir nichts passieren kann.“

„Den echten Madeye Moody? Das ist ja ein Ding. Ich habe ihn im letzten Jahr ja nur ganz kurz gesehen, als sie ihn aus dem Koffer geholt haben.“

„Hm, ja, da wirst du einen ganz schön verrückten kennen lernen. Aber glaube mir, er ist in Ordnung. So und nun greift zu. Meine Ma hat mir so viel mitgegeben, dass ich sie allein nicht schaffe. Ich hoffe ihr helft mir.“

Natürlich griffen sie zu, aber mehr als ein Plätzchen schafften sie nicht. Es war sehr gemütlich in Hagrids Hütte und sie saßen bis kurz vor dem Abendessen beisammen, während draußen der Sturm um die Hütte tobte. Schließlich brachen sie auf. Hagrid, der ernsthaft befürchtete, die Leichtgewichte würden weggeblasen, kam direkt mit über die große Wiese. Und er musste auch einmal beherzt zugreifen, als Ron stolperte.

Der Abend verlief ruhig. Natürlich gab es am Kaminfeuer im Gryffindor-Gemeinschaftsraum eine heftige Diskussion um die Slytherins, aber Harry und Ron zogen sich zurück. Es reichte ihnen für diesen Tag.

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