9. Eine Entscheidung
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3. Auf Perpignans Place
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5. Hermine
6. Bücherwürmer
7. Spurensuche
8. Der Angriff
9. Eine Entscheidung
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Harry mochte vielleicht fünf Stunden geschlafen haben, als es an seine Kammertür klopfte. Er schreckte hoch, aus einem seltsamen Traum, und begriff zuerst nicht, wo er sich befand. Den Traum vergaß er sofort und er hatte das Gefühl, dass es gut war, denn das einzige, an das er sich erinnerte, war, dass es mit Voldemort zu tun hatte. Langsam kehrten seine Lebensgeister zurück, und als er sich die Augen gerieben hatte und sich umsah, kam die Erinnerung wieder. Er setzte sich auf und rief:

„Ja?“

Die Tür öffnete sich und Hermine kam herein. Sie hatte sich umgezogen. Jetzt trug sie wieder ihren Schulumhang und den spitzen Hut.

„Hallo Harry, hast du gut geschlafen?“, begrüßte sie ihn.

„Warum weckst du mich? Ich hab gut geschlafen, aber viel zu kurz!“, antwortete er etwas ungehalten. Dann gähnte er herzhaft und rieb sich noch einmal die Augen.

„Ach komm, Harry! Wenn du jetzt weiterschläfst, kannst du heute Abend nicht mehr schlafen. Außerdem hat Arthur mir gesagt, dass es in einer viertel Stunde Essen gibt, und der Hausherr würde sich freuen, wenn wir kommen könnten.“

Harry stöhnte. Er hatte schon ziemlich großen Hunger, aber das Bett war warm und weich und es war eine schwierige Entscheidung für ihn, was er jetzt lieber haben wollte. Schlafen oder essen. Er entschied sich für essen. Mühsam kletterte er aus dem Bett und stand in Unterwäsche vor Hermine.

„Dreh dich bitte um!“, sagte er mit finsterem Blick, was sie sofort tat, jedoch nicht ohne ihn anzugrinsen. Harry zog sich seine Hose an und warf seinen Umhang über die Schulter. Dabei bemerkte er die vollen Taschen und stellte mit Schrecken fest, dass sein Gepäck noch in der Umhangtasche steckte.

„Um Gottes Willen, Hedwig!“, sagte er erschrocken und kramte in der Tasche. Er zog den Koffer und den Käfig heraus. Hedwig lebte noch, sah aber sehr zerzaust aus. Der Käfig muss auf dem Kopf gestanden haben, denn Hedwig saß nicht auf der Stange, sondern klemmte kopfüber zwischen Stange und Gitter.

„Was mach ich denn jetzt?“, fragte Harry und spürte große Verzweiflung in sich hochsteigen.

„Warte!“, sagte Hermine, „Arthur hat mir gezeigt, wie ich das wieder auf normale Größe bekomme.“

Sie stellte den Käfig und den Koffer auf den Boden, zückte ihren Zauberstab und rief:

„Incrementar origine!“

Käfig, Koffer und Hedwig wuchsen und hatten schnell ihre normale Größe erreicht. Sofort befreite Harry Hedwig aus dem Käfig. Sie flatterte aufgebracht in der Kammer herum und wollte sich nicht beruhigen. Harry konnte das gut nachfühlen.

„Komm, ich lass dich hinaus, dann kannst du dich abreagieren!“, sagte er und öffnete das Fenster. Hedwig schrie einmal heiser und zischte durch die Öffnung hinaus.

„Die Arme!“, sagte Harry mitleidig. „Wie ist es denn Krummbein ergangen?“

„Och, der hat die ganze Zeit geschlafen. Als ich ihn wieder vergrößert habe, ist er aufgewacht, hat sich gestreckt und wollte gar nicht aus seinem Käfig raus.!“

„Der hat’s gut. Kriegt von allem nichts mit. So möchte ich auch mal sein.“

Harry sortierte seine Haare noch etwas, kramte seinen Hut hervor und setzte ihn auf.

„Hat das einen Grund, warum du in Montur bist?“, fragte er Hermine.

„Arthur sagte, es sei besser, wenn wir hier als Zauberer rumlaufen. Die Zivilklamotten könnten die Druiden irritieren.“

„Ach ja, das war ja auch noch...“. Harry klang immer noch müde und lustlos. Sie verließen die Kammer und machten sich auf den Weg. Hermine sagte, sie sollten zum Rittersaal kommen, und es brauchte einige Zeit, bis sie die richtige Treppe gefunden hatten.

Im Rittersaal saßen der alte Druide und Henry, Llyr saß auf dem thronartigen Stuhl am Kopf der Tafel, Henry neben ihm. Es war für 4 Leute eingedeckt. Llyr stand auf, als Hermine und Harry eintraten und bedeutete ihnen Platz zu nehmen. Es war ein ganz schön weiter Weg, an der Tafel entlang und so setzte er sich, bis sie ihre Plätze erreicht hatten. Kaum saßen sie, füllten sich die Teller und Schüsseln mit leckeren Speisen.

„Hallo, ihr zwei, habt ihr euch ein bisschen ausruhen können?“, fragte er und schaute sie freundlich an.

„Ja, danke,“, sagte Harry „ich hätte noch ein bisschen länger schlafen können. Aber Hermine hat mich Gott sei Dank geweckt, da konnte ich meine Eule aus ihrer Lage befreien.“

„Greift zu, ihr werdet Hunger haben!“, sagte Llyr. „Deine Eule? Ich habe vorhin keine Eule bei dir gesehen?!“

„Ach so, ja, Arthur hatte sie verkleinert, und sie war mit Käfig in meiner Umhang-Tasche. Sie hatte sich in ihrem Käfig verklemmt.“

„Na, dann hat sie ja Glück gehabt. Du bist also Harry, Harry Potter? Und du bist Hermine? Henry hat mir erzählt, dass ihr zwei jetzt zum Orden gehört. Aber er sagte mir auch, dass ihr nicht viel Zeit gehabt habt, etwas über unsere Arbeit zu erfahren. Vielleicht sollten wir uns nach dem Essen ein wenig darüber unterhalten. Aber jetzt esst erst mal.“

Harry hatte unglaublichen Hunger. Es war bestimmt 18 Stunden her, dass er das letzte Mal gegessen hatte. Er nahm sich reichlich und nach seinem dritten Teller war er langsam satt. Hermine hielt sich etwas zurück, obgleich sie auch einen Bärenhunger hatte. Aber sie bildete sich ein, sie müsse etwas Rücksicht auf ihre Figur nehmen. Llyr fragte sie nach Hogwarts und Hermine erzählte einige Geschichten, die im letzten Schuljahr passiert waren.

Harry hatte so beim Essen zugeschlagen, dass er dankend auf den Nachtisch verzichtete. Auch wenn es Schokoladencreme gab, konnte er beim besten Willen keinen Platz mehr dafür finden. Llyr kam dann auch ziemlich schnell auf den Punkt. Ihm schien es wichtig, Hermine und Harry etwas über die Druiden zu erzählen.

„Ihr wisst sicherlich, dass die Druiden eine sehr alte, halt die keltische Tradition pflegen. Früher waren die Druiden die einzigen, die überhaupt zaubern konnten. Jedes Dorf hatte einen Druiden und jede Stadt hatte mehrere. Dann gab es auch noch heilige Stätten, zum Beispiel Stonehenge. Dort waren und sind heute noch die kulturellen und religiösen Zentren der Organisation.“

„Stonehenge ist doch eine Ruine...“, bemerkte Hermine.

„Eine Ruine? Bewahre, wie kommst du darauf, dass es eine Ruine sei?“

„Das habe ich im Fernsehen gesehen....“

„Aber bei den Göttern, Hermine! Das ist doch nur für die Muggel so. Du kannst mir glauben, dass diese Zentren so aktiv sind wie schon lange nicht mehr!“

„Oh, das wusste ich nicht...“, sagte Hermine verlegen.

„Gut, du bist jung, du kennst die Druiden ja auch erst ein paar Stunden. Aber ich sehe daraus, dass ihr noch viel zu erfahren habt. Es ist eine ganz besondere Ausnahme, dass ihr in den jungen Jahren in den Orden aufgenommen worden seid. Üblich ist eher, dass ein angehender Druide erst seine schulische Ausbildung zuende macht, und dann mindestens 3 Jahre Novizentum hinter sich bringen muss. Ich muss da auch ein klein wenig mit Henry schimpfen, auch wenn ich seine Beweggründe durchaus verstehe.“

Dabei grinste er Henry an, und dieser grinste zurück.

„Was passiert denn jetzt mit uns?“, fragte Harry.

„Hmm, ich weiß noch nicht,“ sagte Llyr und schüttelte abwägend seinen Kopf. „Ich glaube, darüber müssen wir erst in Ruhe reden. Ich habe noch keine Lösung. Auf Dauer könnt ihr nicht hier bleiben, und ich glaube, es ist auch keine Lösung, zu einem anderen Bruder oder einer Schwester zu gehen. Wir beobachten diesen Spinner Voldemort schon lange. Der bringt das fertig und findet euch...“

Er machte eine Pause.

„Ich war noch nicht fertig, euch von unserem Orden zu erzählen! Ihr stellt immer Fragen, die mich ganz aus dem Konzept bringen. Also, Ich bin der Chef hier. Mein Name ist Llyr, das heißt, Sohn der Wogen. Ich bin vom Rat der Hohen gewählt worden, für 5 Jahre.“

„Gehörst du auch zum Rat?“, fragte Harry und sah Henry an.

„Ja. Ich war auch schon mal Chef. Und ich habe es nur der Redegewandheit dieses Menschen zu verdanken, dass ich nicht wiedergewählt wurde.“ Dabei deutete er auf Llyr. Der grinste wieder.

„Wisst ihr,“, sagte Llyr erklärend, „Henry und ich sind alte Freunde, zu alte Freunde, und da ist der Ton schon mal etwas rauer.“

„Ach, Ron und ich und Hermine können uns auch ganz schön beharken!“, sagte Harry.

„Ja, ich erinnere mich, „, sagte Hermine und sah Harry vorwurfsvoll an, „letztes Jahr hast du 4 Wochen nicht mit Ron gesprochen.“

„Ja, ich weiß, es war blöd. Aber wir reden wieder miteinander und sind Freunde, und Du hast Ron auch verziehen, als er wegen Viktor Krum eifersüchtig war.“

„Kinder, Kinder!“, lachte Llyr, „Ihr müsst es uns nicht nachmachen! Aber ihr habt recht. Freunde sind so viel wert, dass man es immer wieder mit ihnen versucht. Und drum kennen Henry und ich uns auch schon so lange.“

„Erzähl weiter von den Druiden.“, forderte ihn Hermine auf.

„Nun, was soll ich erzählen? Wie das Leben früher war, und warum wir was gemacht haben, das kann man in Büchern lesen. Aber was wir heute machen? Wir sind mit der Zeit gegangen, haben vieles alt hergebrachte über Bord geworfen, wir brauchen es nicht mehr, weil uns Zeiten überholt haben. Aber das Zaubern, das tun wir noch wie vor 2000 Jahren. Wisst ihr, heute gibt es unter Muggel-Jugendlichen solche Strömungen. Sie bilden sich ein, nur weil sie sich für die Kelten interessieren, könnten sie es den Druiden gleich tun. In manchen Büchern von den Römern, Plinius, oder die Gallischen Kriege von Cäsar, da werden Druiden beschrieben, und auch einige unserer Formeln. Die Jugendlichen lesen die Formeln, sprechen sie und meinen was Wunder, was für tolle Druiden sie sind. Aber keiner von denen weiß, dass es nur auf die richtige Sprechweise ankommt. Es muss ein Einklang zwischen Geist, Stimme und Formel bestehen, dann klappt es auch, aber das geben wir nur von einem Eingeweihten zum Nächsten weiter. Manchmal finde ich es lustig, wie sie sich abmühen, aber oft tun sie mir leid, denn sie haben nichts verstanden.

Was ich damit sagen will, auch ihr müsst noch viel lernen, wenn ihr echte Druiden werden wollt. Nicht nur die Formeln und Zauber und die Tränke, sondern ihr müsst das Gefühl lernen, ein Druide zu sein. Ihr müsst nicht lernen, was man sagt, sondern wie man es sagt. Und wie man seinen Geist, sein Herz und die Natur in Einklang bringt. Nur das ist es. Mehr nicht.“

„Aber, wenn die Druiden so viele eigene Formeln haben, warum zaubern sie dann mit den Mitteln, die jeder Zauberer anwendet?“, fragte Hermine.

„Tja, das ist gar nicht so einfach zu erklären. ... Ich versuch es mal. Wir Druiden waren immer schon besonders mit der Natur verbunden. Das sieht man an den Heiligtümern, wenn ich die mal so nennen darf. Die liegen immer in der Natur, zum Beispiel als einfache Lichtung im Wald. Die Natur ist aber ein organisiertes Chaos und wir Druiden haben es gelernt, unsere magischen Kräfte mit diesem Chaos zu verbinden. Weißt du, Hermine, es ist manchmal ganz schön kompliziert, seinen Geist mit dem Chaos zu vereinen und so sind die Formeln auch ziemlich kompliziert. Man braucht Zeit. Die Formeln sind auch dafür geschaffen, Großes zu tun, für das man die Zeit hat. Es sind immer nicht nur die Formeln, sondern auch Rituale damit verbunden. Nicht umsonst hat man uns Jahrtausende lang für Priester gehalten, und wenn man es genau nimmt, sind wir es auch, weil wir die Geister und die Götter für unsere Magie benötigen. Wenn man mal kurz etwas zaubern möchte, dann ist der herkömmliche Zauber viel einfacher. Er wirkt zwar nicht so genau und auch nicht so nachhaltig, aber er tut es auch.“

„Wenn ihr euch an das Aufnahmeritual erinnert,“, warf Henry ein, „dann habt ihr einen typischen Druiden-Zauber erlebt. Ich hab mich erst einmal sammeln müssen und in der Formel habe ich Lug angerufen. Lug ist der oberste der Kelten-Götter. Darf ich mal fragen, wie ihr euch danach gefühlt habt?“

„Unheimlich stark!“, meinte Harry und Hermine pflichtete ihm bei.

„Aber, wieso konnten wir aufgenommen werden, obwohl wir doch keine Ahnung vom Druidentum haben?“, fragte Hermine.

„Gut, das liegt immer in der Entscheidung des Hohen Rates. Ich denke, Henry hat seine Gründe gehabt, oder Henry?“

„Natürlich. Bei Harry war ich mir sehr schnell sicher. Du bist Magid. Du hast genau das an geistiger Kraft, was ein guter Druide braucht. Und Hermine habe ich beobachtet. Sie ist unerschrocken und lernt schnell. Ich bin erstaunt, Hermine, wie schnell du komplizierte Zauber lernst. Du hast ein Gefühl dafür. Ihr seid beide geeignet und ich habe das Gefühl, dass wir schon lange keine so vielversprechenden jungen Leute mehr aufgenommen haben.“

„Uns ist sehr wohl klar,“, sagte Llyr, „dass ihr noch viel lernen müsst. Aber seht es mal als eine Art Studium, das nach Hogwarts beginnt. Ich habe erst mit 34 Jahren bei den Druiden angefangen. Also, macht euch keine Sorgen, macht erst mal eure Schule zu Ende, und dann werden wir es schon gemeinsam schaffen, euch zu guten Druiden auszubilden.“

Ein Gefühl von Stolz ergriff Harry. Er begriff, was es bedeutete, den Druiden anzugehören und insgeheim beschloß er, in den nächsten Jahren in Hogwarts ein wenig besser zu lernen. Er hatte das Gefühl, dass sich ihm eine Chance auftat, dass er einen Blick in seine Zukunft erhalten hatte, was im normalen Hogwarts-Leben nie der Fall gewesen war. Während Fred und George genau wussten, dass sie einen Laden für Scherzartikel aufmachen würden und zielstrebig darauf zu arbeiteten, hatte Harry noch nicht das geringste Anzeichen eines Berufswunsches, es sei denn, Quiddich zu spielen.

 „Ich habe da noch eine Sache, die mir auf dem Herzen liegt.“, begann Llyr nach einer kleinen Pause. „Wir sitzen hier auch zusammen, um uns darüber zu unterhalten, Harry, was wir mit deinem Problem mit Voldemort machen. Henry berichtete mir von dem neuen Zauberstab, der ja gar nicht so neu ist. Es scheint ein sehr mächtiges Instrument zu sein.“

„Ja, es ist der Zauberstab von Salazar Slytherin.“, stimmte Harry zu.

„Wenn ich es richtig verstanden habe, meinte Henry, dass Voldemort ohne den Zauberstab keine Chance gehabt hätte, auf Perpignans Place einzudringen. Das stellt uns vor ein Problem. Ich fürchte, du mußt noch einmal gegen Voldemort antreten.“

„Warum, bin ich hier nicht sicher?“, fragte Harry erschrocken. Die Wendung des Gesprächs behagte ihm überhaupt nicht.

„Hier schon,“, meinte Henry. „Aber du wirst irgendwann wieder nach Hogwarts gehen und wirst auch mal nach Hogsmade wollen. Und wenn das Schuljahr vorbei ist, mußt du wieder zu deinem Onkel. Voldemort wird nur darauf warten, dass du ohne unseren oder Dumbledores Schutz bist.“

„Kann ich nicht in den Ferien hierher kommen?“, fragte Harry hoffnungsvoll. „Die Dursleys gehen mir sowieso auf die Nerven und ich glaube, sie sind auch froh, wenn sie mich los werden.“

„Ich fürchte, da spricht zu viel dagegen. Auch wenn du hier die Ferien verbringen würdest, was wahrscheinlich auch nicht gehen wird, wird Voldemort versuchen, dich zu finden. Und wie ich ihn einschätze, wird er dich auch hier irgendwann finden. Und da mus ich ehrlich sagen, dass das ein großer Schaden für den Orden wäre.“

„Wie soll ich denn gegen Voldemort kämpfen?“, fragte Harry und er begann zu verzweifeln.

„Besorge dir einen Drachenstein vom Hornschwanz!“

Genau das hatte Harry befürchtet. Er fühlte sich auf einmal von den Druiden allein gelassen. Er sah Henry fragend an, dann wanderte sein Blick zu Llyr und schließlich zu Hermine, die jedoch nur den Ich-habe-es-dir-doch-gleich-gesagt-Blick aufsetzte. Harry war elend zu mute.

„Wie soll ich einen Drachen töten?“, fragte er. „Das kann ich nicht!“

„Du hast doch einem Drachen das goldene Ei weggenommen!“, platzte es aus Hermine heraus.

„Ja! Weiß ich! Aber ich habe dir schon mal gesagt, dass...“ Harry wurde langsam ärgerlich. Er sah sich plötzlich einer Front gegenüber, die nicht das geringste Mitgefühl zu haben schien.

„Beruhige dich, Harry.“, sagte Llyr sanft. „Ich weiß, dass es sehr gefährlich ist, gegen einen Drachen zu kämpfen. Aber wenn du schon gegen einen Hornschwanz angetreten bist, kennst du die Drachen schon. Es ist nichts neues für dich und du hast ja eine Strategie gehabt, die dich zum Erfolg geführt hat. Und bevor du in Panik verfällst, lass uns doch einmal überlegen, wie du am besten vorgehst.“

„Und diesmal mußt du nicht allein sein, Harry!“, sagte Hermine und sah ihn sorgenvoll an. Sie kannte Harry und wusste, dass er schwierige Aufgaben gerne bis zum letzt möglichen Termin verschob. „Ich werde dich unterstützen, wo ich kann, das verspreche ich dir!“

Harry schluckte. Natürlich sah es jetzt ein bischen anders aus, als noch vor einem Jahr. Er hatte bei Henry eine Menge gelernt, und er mußte ja nicht allein gegen den Drachen antreten. Aber er fürchtete nicht nur den Kampf, er fürchtete auch eine Reise in eine ihm vollkommen unbekannte Welt. Mühsam kämpfte er gegen seine aufkommende Panik.

„Das ist nett von dir.“, sagte er zu Hermine gewandt.

„Wir können versuchen, herauszufinden, wo Professor Dumbledore ist.“, meinte Llyr. „Aber davon verspreche ich mir nicht viel. Ich habe das Gefühl, Harry, du musst auf das gerade Wohl nach Rumänien reisen.“

„Könnt ihr nicht mitkommen?“, fragte Harry mit einem leichten Hoffnungsschimmer.

„Leider nicht.“, sagte Henry. „Wir müssen viel organisieren. Wir müssen verhindern, dass Voldemort sich auf uns Druiden einschießt. Ich vermute, dass er vor Wut kocht. Ich fürchte, du musst wirklich allein reisen.“

„Wir werden dich unterstützen, wo es geht. Unser Einfluß reicht etwa bis an die Donau, dort, wo die Altmühl mündet. Dort ist das Reich der Kelten aber zu Ende. Bis dort können wir dich und auch Hermine, wenn sie mitkommen will, zu unseren Freunden schicken, dort findet ihr Quartier oder Hilfe für’s Weiterkommen. Außerdem können wir dich mit Karten und sonstigen Unterlagen ausrüsten, die dir sicherlich helfen werden, dich in Rumänien zurecht zu finden.“

„Ich seh schon,“, sagte Harry resignierend. „Ich werd nach Rumänien gehen und Drachen jagen. Mann bin ich froh, wenn die Schule wieder anfängt!“

„Harry, ich wusste es!“, jubelte Hermine und Harry wußte nicht, ob sie sich wegen der Reise nach Rumänien oder wegen seines Entschlusses freute. Er hatte den Verdacht, dass Hermine nur darauf wartete, mit Harry Drachen töten zu gehen. Er wurde einfach nicht schlau aus Hermine.

„Gut!“, sagte Henry und lächelte. „Ich glaube, Harry, dass du eine echte Chance hast. Nicht nur gegen den Drachen, wenn du dich auf das konzentrierst, was du kannst, sondern auch gegen Voldemort. Wir dürfen nicht vergessen, dass sein Zauberstab mit jedem Fluch, den er gegen einen Drachensteinbesitzer schleudert, an Macht verliert.“

Harry erinnerte sich an die Worte von Mad Eye Moody. Auch der hatte gesagt, er solle sich auf das konzentrieren, was er wirklich könne. Er hatte damals die Strategie mit seinem Feuerblitz verwandt, um an dem Hornschwanz vorbei zu kommen. Wahrscheinlich war der Drache nur in der Luft zu besiegen. Und fliegen konnte er.

Ein paar Stunden später waren Hermine und Harry zur Reise gerüstet. Sie hatten sich noch mit Lebensmitteln versorgt, denn es war geplant, dass sie so schnell wie möglich mittels Portschlüsseln und fester Reiseverbindungen an den Rand des Einflussbereichs der Druiden kommen sollten. Mehrere Stationen wurden anvisiert, die Druiden, die an den Stationen wohnten, waren informiert worden und würden warten, um sie direkt weiter zu schicken. Die verschiedenen Zwischenziele sollten dazu dienen, dass die Spuren so weit wie möglich verwischt wurden. Voldemort sollte keine Gelegenheit haben, Hermine und Harry folgen zu können. Bis Passau, kurz bevor die Donau die Österreichische Grenze überquerte, konnten sie auf die Hilfe von Druiden rechnen. Noch heute Abend sollten sie in einem Dorf an der Altmühl ankommen, dort, ganz in der Nähe des Keltenwalls bei einem Druiden übernachten und sich dann mit Hilfe eines Portschlüssels so weit, wie möglich, transportieren lassen.

In Passau, genauer gesagt am Donauufer hinter Passau, sollte dann die Reise mit eigenen Mitteln weiter gehen. Llyr hatte ein ausführliches Kartenwerk zusammenstellen lassen, und Hermine, Henry und Harry hatten den ganzen Nachmittag damit verbracht, die Karten zu studieren und einen Weg zu finden, auf dem sie ungestört reisen konnten. Tagsüber mußten sie vermeiden, gesehen zu werden, oder zumindest als Zauberer aufzufallen, Nachts konnte sie mit ihren Besen in entsprechend sicherer Höhe unbedenklich weite Strecken zurücklegen.

Für Morgen war dann geplant, Wien hinter sich zu lassen und in Hainburg, an der Ungarischen Grenze eine Rast einzulegen. Henry kannte den Wirt einer Hafenspelunke, den er als unbedingt integer bezeichnete. Dort sollten sie Kräfte sammeln. Natürlich mußten sie die Nacht nutzen um durch Ungarn zu kommen, zumal sie im Fluge beträchtliche Strecken abkürzen konnten.

Kurz vor der Abreise am späten Nachmittag kam Llyr mit einer Tasche in der Hand zu Harry und Hermine. Er reichte Harry die Tasche und sagte:

„Hier habe ich noch ein paar Kleinigkeiten, die ihr sicher gut brauchen könnt. Wir haben schon seit alters her eine gute Verbindung zu den Riesen, darum habe ich einen Brief aufgesetzt, den ihr Dorrdan, dem Dorfchef bringen könnt. Er wird wahrscheinlich maulen, aber letztendlich wird er Euch helfen. Ja, und ein Buch über Drachen habe ich mit hinein getan, wer weiß, vielleicht findet ihr ja noch ein paar nützliche Tipps. Und das Letzte ist eine kleine Figur. Verliert sie nicht. Sie wird euch blitzschnell zurückbringen, egal, wo ihr seid. Auf der letzte Seite des Buches habe ich euch die Formel aufgeschrieben und wie ihr sie benutzt. Sollte wohl klappen. Und über die Figur können wir mit euch in Verbindung treten, falls mal was ist. Viel Glück auf eurer Reise. Lug sei mit euch.“

Er schüttelte Hermine und Harry die Hand und verabschiedete sich. Henry führte sie durch das Labyrinth bis zu dem runden Raum, in dem sie angekommen waren. Harry hatte von Arthur zwar seinen Koffer, aber nicht den Käfig mit Hedwig verkleinern lassen. Hermine hatte auch Krummbein wieder in ihrer Tasche verstaut. Wenn die Reiserei über Portschlüssel und die Druidenverbindungen vorbei war, wollte sie ihn wieder auf seine normale Größe bringen. Flogen sie mit dem Besen, konnte er sich auf ihre Schulter legen, das kannte er.

Henry bat um die kleine Figur, die Llyr in die Tasche gesteckt hatte. Er stellte sie Harry auf die Hand und sagte Hermine, dass sie Harry anfassen sollte. Dann sprach er eine keltische Formel und Harry und Hermine wurden in die Luft gehoben. Wieder schossen sie durch den Tunnel aus Licht und kamen nach ein paar Sekunden in einem identischen Raum an. Hier wartete ein Druide, der sie freundlich begrüßte. Er stellte sich als Ruud vor und sagte ihnen, auf ihre Frage, dass sie in Maastricht gelandet seien. Die nächste Station der Reise sollte dann Kyllburg in der Eifel sein. Nachdem er sie noch gefragt hatte, ob er ihnen irgendwie weiterhelfen könne und sie dankend verneint hatten, sprach er seine Formel und die Reise ging weiter.

In Kyllburg stand nur ein Portschlüssel zur Verfügung, denn die nächste Station war ein Keltengrab im Odenwald. Dadurch wurde die Reise unangenehmer und Hedwig zeigte deutliches Missfallen. Schließlich kamen sie in einer Höhle im Tal der Altmühl an.

Der Druide, der sie hier empfing, schien ähnlich alt wie Arthur. Er war fast blind, hatte einen Buckel und benötigte zu Gehen einen Stock, den er sich aus einem knorrigen Ast gefertigt hatte.

„Soso, ihr seid also die beiden jungen Engländer, die man mir angekündigt hat.“, sagte er mit zittriger Stimme und in gebrochenem Englisch, welches er mit deutschen Worten durchmischte, so dass er kaum zu verstehen war. „Dann kommt mal mit.“

Hermine und Harry folgten ihm durch einen schmalen, gewundenen Felsgang, der unmittelbar in einen Keller mündete. Sie stiegen eine morsche Holztreppe hinauf und landeten in einer kleinen, unordentlichen Kammer.

„Setzt Euch!“, forderte der alte Druide die beiden auf und wies mit seiner Hand auf ein altes Holzbett, das an der Wand stand. „Viel Komfort kann ich euch nicht bieten. Wollt ihr was trinken?“

Beide nickten. Die Reise, die zwar nur etwa zwei Stunden währte aber doch ziemlich anstrengend war, hatte sie durstig gemacht. Der Druide verließ die Kammer und kam nach ein paar Minuten mit 3 Krügen Bier wieder.

„Ich bin nicht auf Besuch eingestellt, das letzte mal, als ich Gäste hatte, war, glaube ich, vor fünfundzwanzig Jahren. Hier!“, sagte er und reichte Hermine und Harry die Krüge. Aus einem Schrank holte er ein Brett, auf dem ein dunkles Brot und ein Streifen Speck lagen. Er kramte in einer Schublade und holte ein scharfes Messer hervor. Beides stellte er auf einen Tisch und schob ihn vor das Bett. Dann setzte er sich ächzend auf den einzigen Stuhl.

„Na, erzählt mal. Was ist der Grund eurer Reise? Habe gehört, dass ihr einen Drachen fangen wollt?“

Harry begann, in kurzen Worten all die Ereignisse zu erzählen. Zwischendrin schob der Druide den Speck über den Tisch und bedeutete ihnen, sich zu bedienen. Draußen dämmerte es bereits, der alte Druide stand auf und steckte ein paar Kerzen an. In dem flackernden Licht wurde es fast gemütlich. Hermine holte den Transportkäfig mit Krummbein aus ihrer Tasche. Krumbein war wach geworden und hatte ein fiepsiges Miauen von sich gegeben. Nachdem Hermine ihn größer gezaubert hatte, stolzierte er mit nach oben gestrecktem Schwanz auf dem Bett herum. Schließlich suchte er sich einen Platz auf Hermines Schoß, rollte sich ein und blieb schnurrend liegen, während Hermine ihn kraulte. Als Harry schließlich geendet hatte, nickte der Druide anerkennend.

„Ich hab viel erlebt, aber einen Drachen hab ich noch nicht getötet. Respekt, Respekt, da habt ihr euch ja was vorgenommen.“

„So ganz wohl ist mir nicht dabei.“, sagte Harry mit vollen Backen. Der Speck schmeckte köstlich. Harry kannte diese Art von Brot nicht, und solchen Speck hatte er auch noch nie gegessen.

„Kann ich mir vorstellen. Hast du schon überlegt, wie du ihn erlegen willst?“, fragte der Druide.

„Ich glaube, mit meinem Besen.“, meinte Harry und schnitt sich noch ein Stück Speck ab.

„Harry kann gut fliegen. Er ist schon mal gegen einen Drachen angetreten und da hat er es ganz toll gemacht.“, sagte Hermine.

„Na, die jungen Leut.“, sagte der Druide und schüttelte den Kopf. „Was die heut alles können. Wir kannten damals die Besen noch gar nicht. Haben die Hexen immer benutzt, während wir Druiden immer brav zu Fuß gelaufen sind. Ist mir auch ehrlich lieber.“

„Die Druiden haben keinen Besen benutzt?“, fragte Hermine erstaunt.

„No ja, warum auch? Wir haben es früher nicht weit bis zu den Plätzen gehabt, wo wir unsere Zeremonien erledigt haben. Und das Jahrestreffen...no, da haben wir ja unsere festen Verbindungen gehabt. Aber es hat sich ja so viel geändert. Seit den vierziger Jahren können sogar Hexen aufgenommen werden, das hätt es früher nie gegeben. Die waren immer nur für die Frauen zuständig und nicht für die Götter. Aber, wie willst du es denn machen, mit dem Drachen?“

Harry überlegte. „Weiß ich noch nicht genau. Aber ich denke, ich muß ihn irgendwie austricksen.“

„Weißt du nicht, wie man einen Drachen tötet?“, fragte der Druide und sah Harry erstaunt an.

„Nein,“, antwortete Harry. „Aber Llyr hat mir ein Buch mitgegeben, in dem viel über Drachen steht. Vielleicht finde ich darin etwas.“ Er klopfte auf seine Tasche, in der das Buch steckte.

„Ach geh, Bücher, da steht allweil so ein Schmarrn drin. Weißt, Bub, ich bin ja nun schon ein wenig älter, wie’st schon gesehen hast. Ich hab zwar noch nie nicht einen Drachen getötet, aber ich habs noch gelernt, damals, als ich ein Lehrbub beim alten Krischtian war. Der hats noch gwusst, und hats mir erzählt. Pass auf: Du brauchst an silbernen Speer, und du mußt unter den Drachen kommen. Da hat er einen Nabel, keinen Bauchnabel wie du und ich, sondern eine Stelle in seinem Echsenpanzer, wo eine Hornplatte fehlt. Da mußt den Speer hineintreiben, ganz tief, dann isser tot. Gar kei’ so leichte Aufgabe.“

„Ich habe keinen silbernen Speer.“, sagte Harry und mit einem mal hatte er das Gefühl, dass er der Aufgabe nicht gewachsen war.

„Na, mach da mal koa Sorg, Bub. Das kann man ja auch improvisieren. Hast ein silbernes Messer, bindst es an einen Stock und schon hast einen Speer!“

„Ich hab auch kein silbernes Messer!“, sagte Harry und zog seine Stirn in sorgenvolle Falten.

„Kaufts dir halt eins! Frag den Dragomil in Hainburg. Weißt, wo Hainburg ist?“

„Da kommen wir durch, wenn wir nach Ungarn wollen. Wir sollen in einer Hafenkneipe rast machen.“, sagte Hermine.

„Genau, die Wirtschaft vom Dragomil! Der kennt einen Silberschmied, der viele magische Waffen herstellen kann. Weißt, in Ungarn beginnt die Gegend, wo man auf Vampiere stoßen kann, da braucht man schon mal so was. Und dann brauchst den Stein, den der Drache in seinem Hirn spazieren trägt?“ 

„Ja.“

„Ist eine fürchterliche Arbeit, den Schädel zu öffnen. Da brauchst Magie. Pass auf, ich geb dir was.“

Der Druide erhob sich schwerfällig und humpelte zu seinem Schrank. Er holte eine kleines Holzkästchen heraus, brachte es zum Tisch und leerte es aus. Allerlei Zeug fiel auf den Tisch, kleine Steine, die mit Runenzeichen geschmückt waren, Figürchen aus Holz und Horn, Kristalle, Amulette aus Leder und Federn und ein rasiermesserscharfer Feuerstein. Der Druide nahm den Feuerstein, und hielt ihn hoch, um die Schneide zu prüfen.

„Ja, der geht noch.“, sagte er und reichte Harry den Stein. „Gib obacht, der ist scharf. Wennst die Rückseite betrachtest, siehst eine Rune, die hineingeritzt ist. Das ist jetzt kein spezieller Stein, um einen Drachen auf zu schneiden, aber es ist ein Allesschneider. Da kommst mühelos durch alles durch, auch durch Eisen. Hab ihn noch nie gebraucht, aber ich glaub, der hilft dir.“

„Danke.“, sagte Harry und wollte den Stein in seiner Tasche verstauen.

„Wart, Bub,“, sagte der Alte. „Du zerschneidst dir alles. Hier, nimm das magische Leder und wickel ihn ein. Dann passiert nix.“

Harry nahm das Leder, wickelte den Stein ein und schob ihn in die Tasche. Er wurde langsam müde, und als er einen Seitenblick auf Hermine warf, sah er, dass sie auch müde war. Immerhin hatten sie in den letzten vierundzwanzig Stunden nur wenig geschlafen und viel erlebt.

„Seid’s müde?“, fragte der alte Druide, als Harry unverhohlen gähnte. „Könnt’s euch gleich auf das Bett legen.“

„Und wo schläfst du?“, fragte Hermine, die annahm, dass es das Bett des Druiden war.

„Mach dir mal keine Sorgen,“, antwortete der Druide. „Ich find schon ein Plätzchen. Wann wollt ihr morgen aufstehen?“

„Weiß nicht, so früh wie möglich?“, sagte Harry

„Also um fünf?“

„Oh weh, nein, so um Acht?“

„Ist schon gut.“, meinte der Druide. „War nur ein Scherz!“

Lachend verließ er den Raum. Harry und Hermine besahen sich das Bett. Es war nicht besonders sauber, schmal und es gab nur eine Decke.

„Wo willst du schlafen? Vorne oder an der Wand?“, fragte Hermine.

„Wo willst du?“, war Harrys Gegenfrage.

„Vorne.“ Hermine sah nicht begeistert aus. Aber sie ahnte, dass in den nächsten Tagen kein bequemes Himmelbett auf sie warten würde. Harry kletterte als erster auf das Bett. Er machte sich schmal, aber als Hermine sich hinlegte, passte keine Handbreit mehr zwischen sie. So froren sie wenigstens nicht, denn die Nächte waren kühl geworden. Harry war ernsthaft bemüht, Hermine nicht zu nahe zu kommen, aber es ließ sich kaum vermeiden, dass er sie berührte. Es war ihm einerseits unangenehm, weil er nicht wollte, dass Hermine dachte, er würde sich an sie kuscheln. Andererseits genoss er es, ihre Wärme zu spüren und ihren Duft zu riechen. Irgendwann hatte er keine Lust mehr, sich gegen die Wand zu quetschen und entspannte sich ein bisschen. Hermine beschwerte sich nicht. Und, kurz nachdem sie sich „Gute Nacht.“ gesagt hatten, spürte er, wie Hermine ihren Arm über seinen Bauch legte. Für ein paar Minuten fühlte er dieses Kribbeln wieder und er hatte das Gefühl, hellwach zu sein. Aber dann übermannte ihn die Müdigkeit und er schlief ein.

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