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25 Jahre Immanuel-Kant-Gymnasium
Autor: Winfried Borgmann
Wie kann man zehn umfangreiche Chronikbände und zehn Zweijahresberichte in einem notwendigerweise begrenzten Beitrag wiedergeben? Man kann es nicht - es sei denn man beschränkt sich auf Wegmarken, an denen das Leben an unserer Schule für die geneigte Leserin und den geneigten Leser beispielhaft Gestalt gewinnt: Auf ein solches Unterfangen will ich wagen mich einzulassen. Ich sehe ab von einer chronologischen Schilderung zugunsten einer Darstellung, die unter thematischen Gesichtspunkten einzelne Entwicklungsstränge innerhalb des vielfältigen und vielschichtigen Geschehens von 25 Jahren aufzeigt. So hoffe ich einen schnelleren Überblick über die Schulgeschichte zu ermöglichen.
Der Beginn
1974 fand sich vor dem Gebäude der Alten Clemensschule in Hiltrup der erste Jahrgang mit 67 Sextanerinnen und Sextanern ein, begrüßt vom ersten Leiter des neuen Gymnasiums, StD H. Plettendorff, und Dr. F. Tölle, Bürgermeister der damals noch selbständigen Gemeinde Hiltrup. Das private Kardinal-von-Galen-Gymnasium konnte nicht mehr alle Schülerinnen und Schüler des Einzugsbereichs Hiltrup, Amelsbüren, Berg Fidel-Süd, Rinkerode und Drensteinfurt aufnehmen, der schnelle Bevölkerungszuwachs hatte die Gründung unseres Gymnasiums notwendig gemacht. Das Lehrerkollegium und die Schülerschaft nahmen schnell an Zahl zu. Als im März 1976 StD Plettendorff als Leitender Regierungsschuldirektor in das Schulkollegium Münster berufen wurde, leitete StD P. Subbe mit Umsicht zwischenzeitlich die Schule bis zum 31.01.1977, besonders bemüht um die weitere Planung der Einrichtung eines neuen Schulgebäudes. StD P. Subbe wurde am 15.10.1976 zum Ständigen Vertreter des Schulleiters ernannt, die Schulleitung übernahm am 01.02.1977 StD W. Borgmann. Von Beginn an wurde die Arbeit der Schule/der Schulleitung unterstützt durch ein sehr leistungsfähiges Sekretariat (M. Buer, E. Sadowski).
Das Schulgebäude
Wir alle verfolgten mit großem Interesse das Entstehen unseres eigenen Schulgebäudes.
Die Planungen hierfür reichen bis in das Jahr 1974 zurück. Im Frühjahr jenes Jahres erhielt das Architekturbüro B. Elkendorf und H.-J. Mense aus Hiltrup den Auftrag für das Bauvorhaben: ein dreigeschossiges Gymnasialgebäude im Schulzentrum an der Westfalenstraße, das sich an die vorhandenen Schulgebäude der Realschule und der Hauptschule anschließen sollte. Der Schulträger, die Stadt Münster, sowie das Land NRW stellten in großzügiger Weise die Mittel für eine funktionale Raumgestaltung und eine gute Ausstattung bereit, für die Architekten, Schul- und Hochbauamt und vor allem auch die einzelnen Fachschaften des Kollegiums Sorge trugen: eine Investition, die sich für unsere tägliche Unterrichtsarbeit bis heute ausgezahlt hat.
1978 konnten wir mit Schuljahrsbeginn einziehen, dringend benötigten wir die neuen Räumlichkeiten, wurden doch allein zum Schuljahrsbeginn 1979/80 165 Fünftklässler angemeldet, eine Zahl, die die Attraktivität der jungen Schule spiegelte.
Mit Eintritt in die Oberstufe im Jahr 1980 wurde eine bauliche Erweiterung notwendig, war das Gebäude doch bisher nur für eine Sek. I-Stufe gedacht. Nach langen Bemühungen gelang es uns, den Oberstufentrakt als Flügel des Sek. I-Gebäudes gebaut zu bekommen. Dieser Flügel, der neben den Oberstufenräumen eine neue Chemie- und Kunstraumgruppe sowie ein Sprachlabor enthielt, ergänzte nun das bestehende Gebäude zu einem Geviert um einen Innenhof, den gesamten Gebäudekomplex zu einer geschlossenen Einheit zusammenfassend. Unsere Architekten machten es sich zudem zusammen mit dem Gartenbauamt und der Gartenarchitektin E. von Helmholt zur besonderen Aufgabe, den neuen Innenhof gestalterisch für das Schulleben nutzbar zu machen: Das um ein Stockwerk abfallende Gelände wurde durch Treppen aufgefangen, somit einen natürlichen Theaterraum" bildend, in dem wie vor einer Tribüne Theaterstücke gespielt, Versammlungen abgehalten, Konzerte aufgeführt werden können.
Kunst am Bau
Die neue Bauphase.........
Bodo Schramm, der schon die künstlerische Ausgestaltung des Sek. I-Gebäudes vorgenommen hatte, indem er durch Farbpaneele in den Gehbereichen - vor allem an Brennpunkten - ein Farbgefüge entstehen ließ, das den Blick abfängt, auf sich zieht, setzte diese Farbakzente durch den Innenhof hindurch in den neuen Flügel fort. Eine Schule des 20. Jahrhunderts" schrieb die Presse, als am 03.03.1982 dieser vorerst letzte Teil unseres Schulgebäudes eingeweiht wurde.
Jetzt, 16 Jahre später, wird ein neuer Akzent gesetzt. Immer deutlicher wurde, dass das für Dreizügigkeit errichtete Gebäude - trotz Nutzung mehrerer Schulräume in der benachbarten Stadthalle - nicht ausreichte, da immer wieder auch vier Parallelklassen aufgenommen werden mussten und die Oberstufe zumeist fünfzügig lief. Alle im Rat vertretenen Parteien wie die betroffenen städtischen Ämter und schließlich auch das Land NRW, vertreten durch die Bezirksregierung, stimmten der Errichtung von 10 weiteren Unterrichts-/Fachräumen zu und vor allem auch einem pädagogischen Zentrum, das wir im täglichen Unterrichtsalltag wie darüber hinaus für die vielen Aktivitäten des Kant-Gymnasiums dringend benötigen. Im Herbst 1998 erfolgte der erste Spatenstich für dieses pädagogische Zentrum, dem Osteingang der Schule vorgelagert, tägliche Pausenhalle, Probenraum für Theater, Konzerte und Musicals und natürlich Aula für Aufführungen auf fest installierter Bühne mit Regieraum, das Schulleben unterstützend und bereichernd und zur Öffnung von Schule" beitragend. Eine Art 'Penthaus', aus Glas und Stahl auf das 2. Obergeschoss aufgesetzt, nimmt 4 zukunftsweisende Fachräume auf und 6 Klassenräume. Auf dem Dach entsteht eine Plattform für die Astronomie-AG und eine Photovoltaikanlage zu Demonstrationszwecken für Stromerzeugung mit natürlichen Ressourcen: ein Vorhaben, das im Rahmen des Öko-Audit-Pilotprojekts zu sehen ist, an dem unsere Schule im Bemühen um energiesparendes Verhalten teilnimmt.
Die Pausenhöfe
Die Stadtrandlage der Schule ermöglicht eine großzügige Pausenflächengestaltung. Der große Osthof, auf dem das abfallende Gelände geschickt durch Terrassierung abgefangen wurde, so dass sich auf natürliche Weise Ruhezonen gegen Spielzonen abgrenzen ließen, ist bisher schon ausgestaltet mit Rasenhügel, Tischtennisplatten, Basketballkorb, Sitzgruppen, Spielfeld für ein schnelles Fußballspiel in der Pause, und er wird nach der Gebäudeerweiterung mit ähnlichem Angebot neu angelegt. Der Innenhof wurde von der Fachschaft Kunst unter ökologischen und künstlerischen Gesichtspunkten zu einem attraktiven Pausenaufenthalt hergerichtet. Der Südhof bietet den Oberstufenschülern mit einem Rondell Sitzmöglichkeiten für Gesprächsrunden, und der Nordhof schließlich ist Vorfeld der Haupteingangsbereiche der einzelnen Schulen, die sich zusammen mit der Stadthalle Hiltrup um ihn herum gruppieren.
Immanuel-Kant-Gymnasium": Der Schulname
In der Gründungszeit des Gymnasiums verwendete man als Bezeichnung dieser neuen Schule den Namen kommunales Gymnasium", um es in der damals noch selbständigen Gemeinde Hiltrup von dem privaten Gymnasium, der Kardinal-von-Galen-Schule, zu unterscheiden. Nach der Eingemeindung Hiltrups sprach man vom Städtischen Gymnasium Hiltrup". Nicht selten jedoch führte der Umstand, dass es im Stadtteil Hiltrup zwei Gymnasien gibt, zu Verwechslungen; so erschien es bald notwendig, das neue Gymnasium eindeutig zu benennen. Zu diesen praktischen Erwägungen kam der Wunsch, einen besonderen, unverwechselbaren Namen zu finden, unter dem sich unsere Schülerinnen und Schüler mit ihrer Schule identifizieren können. Vom Kollegium, aus der Schüler- und Elternschaft kam es bald zu vielen Vorschlägen. Schulpflegschaft und Lehrerkollegium stellten schließlich nach mancher Diskussion den Namen des Philosophen Immanuel Kant
an die Spitze einer kleinen Zahl besonders favorisierter Namen. Zum guten Schluss ließen folgende von einer breiten Mehrheit des Kollegiums gestützte Gesichtspunkte die Schule dann die Bitte an den Rat der Stadt Münster richten, das Städt. Gymnasium nach Immanuel Kant zu benennen. Ist es doch besonders der Philosoph Immanuel Kant gewesen, der die Grundprinzipien der Erziehung und Bildung, wie sie im Grundgesetz und in der Landesverfassung verankert sind, in das philosophische Denken der Neuzeit eingebracht hat.
Nach Kant müssen Ziel und unentbehrliche Grundlage der Erziehung freiheitliche Entfaltung der Persönlichkeit sein; das Sichlösen von Fremdbestimmung: sich seines Verstandes ohne Anleitung eines anderen bedienen können". Diese Persönlichkeitsentfaltung darf nicht zu ungebundener Willkür führen, sondern soll in sozialer Verantwortung erfolgen, d.h. in Achtung vor der Persönlichkeit, die mir im Mitmenschen begegnet: Nach Kant soll das menschliche Handeln so ausgerichtet sein, dass es jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne". Hat der ostpreußische Philosoph Immanuel Kant auch nie seine Heimatstadt Königsberg verlassen, so war er doch im Reiche des Geistes weltweit zu Hause und kämpfte für die Vernunftsidee einer friedlichen, durchgängigen Gemeinschaft aller Völker auf Erden". Damit ist Kant im Bemühen um eine Erziehung zu internationaler Verständigung und weltweitem Frieden Mahner bis in unsere Zeit geblieben. Wir meinen, dass durch den Namen Kant im Schulnamen ein Philosoph geehrt wird, dessen Prinzipien und philosophische Ideen für die ganze Schulgemeinschaft Hinweis und Mahnung sein können, herausfordernde Erinnerung an Werte und Ziele für unseren Bildungsauftrag. Auch praktische Erwägungen wollten wir bei der Benennung unserer Schule beachten: Der Name sollte kurz, prägnant und wohlklingend sein. In der Folgezeit stellte sich dann bald heraus, dass die - verkürzte - Form das Kant" zu einem Begriff wurde.
Kunst im Kant" ................
Beim Gang durch das Schulgebäude nimmt der aufmerksame Beobachter die Vielzahl der ausgestellten Kunstobjekte wahr. Sie spiegelt das künstlerische Schaffen im Kunstunterricht und in Arbeitsgemeinschaften wie der Photo-AG wider. Dem Fach Kunst gebührt hier besonderer Dank, dass sie in den vielen Vitrinen, an den Wänden in Fluren und Klassenzimmern Gelegenheit geben, Einblick zu nehmen in ihre Arbeit, wobei gleichzeitig die ausgestellten Werke für alle Schülerinnen und Schüler Anregung und Motivation für eigenes Schaffen sein können. Für die jeweiligen 'Schöpfer' der ausgestellten Objekte bedeutet es natürlich Genugtuung, die eigene Arbeit für die Ausstellungen ausgewählt zu sehen, und Freude, wenn sie Anerkennung finden. Selbstverständlich muss dabei auch gelernt werden, Kritik hinzunehmen und zu üben. Die Ausstellungen sind nicht nur auf das Schulgebäude begrenzt, sondern finden auch immer wieder ihren Weg in die Öffentlichkeit, besonders wenn dies im Rahmen erfolgreicher Teilnahme an Wettbewerben geschieht und thematisch bestimmte Ziele gesetzt waren, so z.B. Schüler zeigen Flagge gegen Fremdenhass und Rassismus", Ökologisches Bauen", Jugend gegen Gewalt", Eine Fahne für den 25. Earth Day in New York" u. a. m. Auch gehen Ausstellungen nicht nur auf das Fach Kunst und die Photo-AG zurück, sondern auch auf die Naturwissenschaften, so in den Schaukästen der Biologie und Physik, auf die Gesellschaftswissenschaften, z.B. als Auswertung von Unterrichtsergebnissen zu Problemen der Umweltbelastung, der Kinderarbeit, des Wählerverhaltens im politischen Leben etc., auf Arbeitsgemeinschaften wie die der Philatelisten, Astronomen, Geschichtler, Amnesty International.
Schulentwicklung / Schulprogramm
In den Jahren des äußeren und inneren Auf- und Ausbaus wuchs die Schule schnell zu beachtlicher Größe heran. Es waren Jahre, in denen das Kollegium auf über 60 Mitglieder anwuchs, die Schülerzahl kurzfristig die Zahl Tausend überstieg und in denen die ganze Schulgemeinde das Gesicht der Schule prägte - einer jungen, dynamischen, ideenreichen Schule, einer Schule, die im Kantschen Sinn das ´Sapere aude´ zu ermöglichen sucht, um die Schülerinnen und Schüler zu verantwortungsbewussten Mitgliedern unserer Gesellschaft heranwachsen zu lassen.
Inzwischen hat sich die Schülerzahl auf ca. 850 Schülerinnen und Schülern eingependelt. Diese Schülerzahl ist einerseits noch überschaubar, andererseits ermöglicht sie in der Oberstufe ein gutes Kursangebot, das für unsere Schülerschaft wie die des benachbarten privaten Kardinal-von-Galen-Gymnasiums noch erweitert wird durch Kooperation unserer beiden Schulen. Der Unterricht konnte bisher gemäß den Regelungen des Landes NRW - bei nur gelegentlichen geringfügigen Kürzungen - durchgeführt werden. Wertvolle Impulse für die Unterrichtsgestaltung erwuchsen aus einer großen Bereitschaft des Kollegiums, sich auf Fortbildungsveranstaltungen weiterzubilden, ferner aufgrund von Beratertätigkeit einer Reihe von Kollegen in der Bezirksregierung, durch Mitarbeit einzelner Kollegen am Landesinstitut für Schule und Weiterbildung in Soest und schließlich durch eine nicht zu unterschätzende Verbindung zum Kultusministerium bzw. - heute - Ministerium für Schule und Weiterbildung. So waren schon in den 70er Jahren Kollegen an der Erarbeitung der damals neuen Oberstufenrichtlinien beteiligt, anschließend wurde das Kant-Gymnasium in den Kreis der Gymnasien berufen, die die Umsetzung dieser Richtlinien in den Fachschaften dokumentierten und auswerteten, um die Ergebnisse für die gesamte gymnasiale Schullandschaft nutzbar zu machen. Auch an der zur Zeit laufenden Neubearbeitung der Oberstufenrichtlinien sind Lehrer unserer Schule beteiligt, ihre Erfahrungen fließen in die Fachschaftsarbeit unserer Schule ein, tragen bei zum Nachdenken über das Erreichte, zu Diskussionen über neue Erkenntnisse auf dem Gebiet der Unterrichtsdidaktik und -methodik, zum Ausprobieren neuer Wege bei der Unterrichtsgestaltung.
1991 trat das Ministerium an uns heran, um uns in einen Ländervertrag Nordrhein-Westfalen - Ohio (U.S.A.) aufzunehmen, verbunden mit einer Schulpartnerschaft mit einer amerikanischen HighSchool und der Einführung eines bilingualen Zweiges: Die Schulkonferenz stimmte dem zu, um zukünftigen Erfordernissen intensiver Sprachkenntnisse Rechnung zu tragen.
Mitte der 90er Jahre wurden wir vom Ministerium eingeladen, in einem Ausschuss von 20 Gymnasien, vertreten durch die Schulleiter, an Handreichungen zur Entwicklung von Schulprogrammen mitzuarbeiten, die einen inneren Reformprozess in den Schulen des Landes in Gang setzen sollen. Die Mitarbeit in diesem Ausschuss hat sicherlich dazu beigetragen, dass das Kant-Gymnasium selbst recht früh mit der Erarbeitung eines schulinternen Schulprogramms begann. Nach vorbereitenden Konferenzen und einem Studientag des Lehrerkollegiums setzte eine intensive Arbeit der Fachschaften ein, einen schulinternen Lehrplan für die Sekundarstufe I zu entwickeln, mit dem besonders folgende Zielvorstellungen verbunden sind:
- Information für die Fachlehrerinnen und -lehrer, die in einer Klassen, in einem Jahrgang, in Folgejahrgängen unterrichten, und somit:
- Sicherung kontinuierlichen, aufeinander abgestimmten Unterrichts;
- Vermeidung einer Dopplung von Unterrichtsinhalten;
- Aufzeigen von Möglichkeiten, bestimmte Themenbereiche in verschiedenen Fächern unter jeweils fachspezifischen Aspekten zu behandeln;
- Absprache über verbindliche, fachübergreifende Arbeitsweisen und deren Einführung (z.B. Lernmethoden, grammatisches Begriffsvokabular, Umgang mit Texten, Erstellen von Referaten und Protokollen);
- Absprache über Projektarbeit.
Dieser schulinterne Lehrplan für die Sek. I, ergänzt durch Überlegungen zur Umsetzung der angekündigten neuen Oberstufenrichtlinien, bildet einen Teil unseres Schulprogramms.
Parallel zur Arbeit der Fachschaften hat ein Arbeitskreis aus Lehrern, Eltern und Schülerinnen und Schülern in vielen arbeitsreichen Sitzungen die Ziele eines kantspezifischen Erziehungs- und Bildungsauftrags formuliert. Hierzu verweise ich auf den besonderen Beitrag in dieser Schrift.
Die Dokumentation im Schulprogramm ist nur Mittel zum Zweck: innezuhalten und zu überdenken, was erreicht worden ist, dabei sich zu vergegenwärtigen, was an wertvoller Tradition fortgesetzt werden sollte und Impulse zu gewinnen für neue Zielsetzungen, die in Zukunft für die Schülerinnen und Schüler erstrebenswert sein mögen. So ist das Schulprogramm nicht etwas Festgeschriebenes, sondern es wird immer wieder überprüft und verändert werden müssen.
Unterricht
Grundprinzip bei allen Facetten der Gestaltung des Schullebens ist für uns stets gewesen, einerseits eine Vielfalt von Möglichkeiten anzubieten, um den unterschiedlichen Begabungen und Interessen innerhalb der Schülerschaft gerecht zu werden, und andererseits neue Wege zu beschreiten, um Entwicklungstendenzen der gesellschaftlichen Anforderungen Rechnung zu tragen. Kernstück des schulischen Lebens ist selbstverständlich der tägliche Unterricht im Rahmen des normalen Schulalltags, und seine Qualität macht zunächst einmal eine erfolgreiche Schule aus.
Unser Bereich des Lehrens und Lernens ruht auf 4 Säulen:
Die Bereiche: Kunst, Musik, Sport, Arbeitsgemeinschaften
Der Kunstunterricht
zeichnet sich durch eine große Breite des künstlerischen Ansatzes, der fachlichen Thematik und der verwendeten Arbeitsmaterialien aus. Künstlerisch-kreatives
Schaffen lässt sich an den vielen im Schulgebäude ausgestellten Bildern, Collagen, Kreationen aus Papier, Stoff, Ton und Stein ablesen. Ca. 70 Stunden Kunst werden wöchentlich am Kant-Gymnasium unterrichtet, ein Leistungskurs findet sich in der Regel in jedem der drei Oberstufenjahrgänge.-
Das Musikleben am Kant-Gymnasium ist in allen Jahren seines Bestehens vielfältig und qualitätsbetont gewesen. Fast bis in die Gründerzeit geht die Geschichte der Chöre mit zeitweise bis zu 100 Sängerinnen und Sängern zurück. Die Stadthalle Hiltrup ist überfüllt, wenn ein Chor-Konzert die Zuhörer mitreißt, und nicht selten wird der Chor gebeten, bei öffentlichen oder auch privaten Anlässen einen besonderen Akzent zu setzen. Viele Platten, Tonbänder,
CDs sind im Laufe der Zeit entstanden und zeugen von gleichbleibender Qualität. Auch die Kant-Big-Band hat sich im Laufe der Jahre einen Namen weit über die Schule hinaus gemacht. Die über 400 Zuhörer gingen begeistert mit" (WN 84), Auf dem Prinzipalmarkt bot die Big-Band des Kant-Gymnasiums musikalische Leckerbissen" (WN 85), Es gelangen immer wieder erstaunliche junge Talente zur Orchesterreife"(MZ 94), um nur einige Stimmen der Presse zu zitieren. Die Perkussionsgruppe hat ebenfalls eine lange Tradition mit den besonderen Instrumenten Xylo-, Vibra- und Marimbaphon. Ob in der Pfarrkirche von Amelsbüren zum Weihnachtskonzert, auf dem Prinzipalmarkt, in der Stadthalle oder im Schulgebäude: ein Konzert ungewöhnlichen Charakters" (MZ 1996) findet immer wieder eine begeisterte Zuhörerschaft, wobei das Programm oft eine interessante Palette unterschiedlicher Beiträge umfasst; zu all diesen Bereichen sei auf die Einzelbeiträge verwiesen. Ein großes Ereignis ist es jeweils für die Schule, wenn ein neues Musical auf der Bühne der Stadthalle Hiltrup zur Aufführung kommt: Meistens sind es mehr als 150 Schülerinnen und Schüler, die auf und hinter der Bühne ihre Talente beweisen und mit ihren Lehrerinnen und Lehrern der Fachschaften Musik, Kunst, Sport und Sprachen zeigen," zu welchen ausgereiften Leistungen eine Schule befähigt ist, wenn sich ein Gefühl der Gemeinschaft entwickelt", wie schon 1985 die ´Westfälischen Nachrichten´ zum ersten Musical Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat von Webber/Rice (Regie Dr. G. Schwarze, Orchester H. Wehking, Chöre R. Pelz) schrieben. Da musste man sich einfach von der Begeisterung des Publikums mitreißen lassen, überwältigt von dem farbenprächtigen Schauspiel und den eindrucksvollen Massenszenen", fuhr die Presse fort. Der furiose Anfang einer Musical-Tradition war gemacht, sie fand 1989 ihre Fortsetzung mit Oliver!" von Lionel Bart (Regie W. Coenen). Die Presse lobte: A joyous evening mit einem magical musical, wahrhaft ein Bühnenerlebnis mit Ausrufezeichen: eine bravouröse Gesamtleistung". 1992 folgte Blood Brothers von W. Russell (Regie W. Coenen / D. Elfers), wieder ein großer Erfolg, begeistert aufgenommen von ca. 8000 Zuschauern im Verlauf der Aufführungsserie bei ausverkauftem Haus. Wurden diese drei Musicals - das erste und dritte deutsche Erstaufführungen - in der Originalsprache Englisch aufgeführt, so brachte das o.a. bewährte Kollegenteam, wie immer unter großer Mithilfe weiterer Kolleginnen und Kollegen, 1996 La Révolution Française von Boublil/Schönberg (bekannt durch ihre Musicals Miss Saigon und Les Misérables) in französischer Sprache auf die Bühne, es war nicht nur eine deutsche Erstaufführung, sondern eine ursprünglich in Paris aufgeführte lockere Szenenfolge wurde von W. Coenen zu einem Musical gestaltet. Auch hierzu ein Kommentar der Presse: Was die Schüler, Eltern und Lehrer hier auf der Bühne gebracht haben, ist einfach irre gut, angefangen bei den schauspielerischen Leistungen über den Supersound im Orchestergraben, den erstklassigen Kostümen bis hin zur intelligenten Lichtregie. Professioneller kann man die vorhandenen Talente und Ressourcen kaum einsetzen" (WN 96). Und für das Jubiläumsjahr 1999 haben die Proben zum Musical Which Witch" von B. Adrian/J. Bjoernor begonnen, wir hoffen auf eine erfolgreiche Fortsetzung der Tradition.
Was solche Aktivitäten im Schulleben bedeuten, beschreibt ein befreundeter theatererfahrener Pädagoge, H. Kohlleppel, so (Auszüge eines Briefes, Febr. 1992): Beginnen will ich diesen Brief mit Eindrücken und Beobachtungen, die sich auf das beziehen, was ich Nachspiel auf dem Theater" nennen will: Hingerissen von sich selbst, jubelnd über einen vielleicht nicht geglaubten Erfolg, erfüllt vom Glück des wunderbaren Gelingens - so feierten die Schüler noch lange sich selbst. Und mit Recht! Was sich als eben dieses Nachspiel" ereignete, hatte etwas von rauschhafter Begeisterung, von unschuldigem Triumpfgefühl. Auf den Gesichtern - ich habe aufmerksam hingesehen - zeigte sich das in unterschiedlicher Weise: Der laute, quasi entfesselte, als Befreiung empfundene Jubel hier, das stille beglückte Strahlen, fast somnambul und wie in Trance da, ein Ausdruck, in dem sich Erschöpfung mischte mit dem ungläubigen Staunen über das Werk", an dessen Gelingen man mitgewirkt hatte. Dieses wie jenes ein Beweis für eine Erlebnistiefe, wie die wohl nur in der Jugend aus dem kollektiven Gefühl einer gelungenen Gestaltung aus dem Geist der Gemeinschaft entspringen kann. Dem Begriff Begeisterung" ein vielleicht doch zu pathetisches Attribut nicht hinzuzufügen, muß ich mich zwingen!
In der dürren Sprache der Theorie: Im Kontext von Schule, also im Felde von Erziehung und Bildung, lassen sich intentionale und funktionale Erziehung und Bildung eben doch am besten und vielleicht nur vereinen im gemeinschaftlichen Werk einer solchen Aufführung, bei der die Gemeinschaft auf den einzelnen, der einzelne auf die Gemeinschaft wirkt, eine Wechselwirkung, die als eine Bedingung für ein solches Gelingen anzusehen, wir, wie ich vermute, einig sind. Die Teilhabe an einem Werk" dieser Art hat m. E. ereignishaften, prägenden Charakter. Kein späterer Erfolg", auf welchem Felde auch immer, hat eine vergleichbare Wirkung und Qualität! ... Die Lehrer, die an solchen Werken" beteiligt sind, indem Sie die Möglichkeiten dazu eröffnen, haben sich m. E. als wahre Pädagogen erwiesen ...!" Auch das Theaterspiel hat eine lange Tradition, aber es zu kommentieren würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Vielleicht ist es jedoch im Jubiläumsjahr einmal interessant, die bunte Vielfalt der Titel vorzustellen. Unter der Regie von Dr. G. Schwarze: Alibaba und die 40 Räuber, Unsere kleine Stadt (Th. Wilder), Mersche von Tilbeck (H.-D. Schwarze), Der Drache (Jewgenig Schwarz). V. Koebsel führte Regie bei Frühlingserwachen (F. Wedekind), Die schönste Zeit im Leben (Grips Theater), Alles Plastik (Grips Theater), Eine linke Geschichte (Grips Theater), ferner brachte er wie auch R. Höhne aus vielen Literaturkursen gekonntes Kabarett auf die Bühne. W. Coenen inszenierte C. Goldinis Der Lügner, E.T.A. Hoffmanns Klein Zaches, gen. Zinnober. F. Richtersmeier (z. Zt. noch Schüler) gestaltete G. Büchners Woyzeck, zusammen mit J. Oehler, P. Schaffers Amadeus und später als Student eine interessante Umsetzung Homerischer Hymnen An Aphrodite. J. Oehler inszenierte Die Chinesische Mauer (M. Frisch), Ein Sommernachtstraum (W. Shakespeare), W. Borgmann spielte und setzte in Szene P. Süskinds Der Kontrabaß
und M. und J. Brakowsky führten Regie bei E. Kästners Schule der Diktatoren. Schließlich gab es die erste und bisher einzige Ton- und Lichtschau im Dom zu Münster: Sie bauten ein Abbild des Himmels (H. Wiechers, W. Borgmann).-
Sport.
Der dritte Teilbereich der 4. Säule umfasst den Sport. Auch hier gilt die Devise, auf Vielfalt des Angebots zu achten und sowohl dem Breitensport wie auch - in Arbeitsgemeinschaften - den Leistungssport einzubeziehen. Die Möglichkeiten - ein Vorteil für Schulen in Stadtrandlage - sind sehr gut: Fanden wir beim Einzug in unser neues Schulgebäude schon eine Schwimmhalle direkt neben unserer Schule vor, so kam 1983 eine eigene Zweifachturnhalle hinzu und etwas später die Außensportanlage Hiltrup-Süd in nur geringer Entfernung von unserem Schulgelände.
Aufbauend auf den im Sportunterricht gelegten Grundlagen gem. den Lehrplänen des Landes NRW, setzt sich immer wieder besonderes Leistungstraining in einer Reihe von Arbeitsgemeinschaften fort und viele Siege und 2. und 3. Plätze bei Stadt-, Bezirks- und Landesmeisterschaften in unterschiedlichen Disziplinen sind der Preis für sportliches Engagement und Leistungsbereitschaft. Eine besondere Domäne am Kant-Gymnasium ist der Rudersport mit den idealen Bedingungen eines großen Bootshauses an der Alten Fahrt des Kanals in Zusammenwirken mit dem Ruderverein ARC Münster (s. besonderen Beitrag).-
Arbeitsgemeinschaften. Neben dem Teilbereich Rudern im Sportpflichtprogramm gibt es auch eine starke Ruder-AG, eine von rund 20 - 25 AGs, die wir Jahr für Jahr anbieten können, um den Schülerinnen und Schülern auch am Nachmittag Möglichkeiten einer sinnvollen und interessanten Beschäftigung anbieten zu können. Schwerpunkte im Bereich der Arbeitsgemeinschaften liegen in der Musik (Bigband, Perkussionsgruppe, Chor, Combo), im Sport (Mannschaften, Rudern), im Theaterspiel / Musical, in der Photographie, Philosophie, Philatelie, Rechtskunde, Informatik etc. Teilnahme an Wettbewerben und die Durchführung von Aufführungen und Ausstellungen sind oft Ziele bzw. Arbeitsergebnisse der AGs, wie schon oben für die Bereiche Kunst, Musik, Sport und Theater/Musical
erwähnt; hervorheben darf ich hier - ohne die vielen Aktivitäten anderer AGs geringer einzuschätzen - den wiederholten Erfolg der Photo-AG (zunächst unter G. Knauer, dann unter G. Tüllmann) bei dem Photo-Wettbewerb der Stadt Münster, der Stadtsparkasse und den Westf. Nachrichten, aus dem sie bisher 12mal als beste oder unter den beiden besten Schulen hervorging und mit einem Sonderpreis bedacht wurde. Viele Ausstellungen der Siegerphotos zeugten im Laufe der Jahre von der Qualität der künstlerischen und technischen Gestaltung der photographischen Arbeiten. Erfolge bei Wettbewerben und interessante Ausstellungen gehen auch auf die Philatelie-AG zurück. Es ist erstaunlich, wie über das Sammeln von Briefmarken nach Motiven - z. B. 1995 in einer Ausstellung Nationalsozialismus und seine Folgen dokumentiert - Geschichte gelernt und in ihren Ausdrucksformen untersucht werden kann, sowohl von den beteiligten Schülerinnen und Schülern wie von den aufmerksamen Besuchern der Ausstellungen. Ein Team der Projektgruppe, das sich mehrere Jahre in besonderer Weise für unser Hilfsprojekt Puquio/Peru eingesetzt hat, zählte mit einem Beitrag über ihre Arbeit zu den 6 Gewinnern im Bereich
´Soziales Engagement` eines Wettbewerbs des Schülermagazins Chance unter der Schirmherrschaft von Bundesbildungsminister Dr. J. Rüttgers, an dem 857 Schulen teilgenommen hatten, und erhielt für das Kant-Gymnasium eine Urkunde mit dem Ausweis Schule des Jahres".
Elternschaft und Schule
Schulische Ausbildung und Bildung sind immer im Beziehungsdreieck Schule - Eltern - Schüler/innen zu sehen. Es darf wohl gesagt werden, dass unsere Elternschaft ingesamt der Schule gegenüber von Beginn an sehr gewogen gewesen ist. Und nicht nur, weil es ein Schulmitwirkungsgesetz gibt, haben sich unsere Eltern aktiv an der Gestaltung des Schullebens beteiligt.
Sehr gut ist stets die Zusammenarbeit mit den Schulpflegschaftsvorsitzenden gewesen: in den Jahren des Aufbaus mit Dr. Dieter Offergeld, der nach 11 Jahren abgelöst wurde von Prof. Martin Korda; seit 1990 führt nun Helmut Neuhaus die Schulpflegschaft. Die Schule dankt ihnen für das große Engagement, und gern zitiere ich Gedanken des ersten Vorsitzenden Dr. Dieter Offergeld, die ihn bewegten, als er in der Schulschrift 1986 in einem Beitrag Blick zurück - aber nicht im Zorn seine Tätigkeit beschrieb: Meine Aufgabe gebe ich mit dem gleichen Gefühl zurück, mit dem Eltern ihre Kinder nach dem Schulabschluss in das Leben zu entlassen pflegen: Man freut sich, aber in dem Becher der Freude gerinnt ein unverkennbarer Tropfen Wehmut. Wehmut der Erkenntnis, daß etwas unwiederbringlich vorbei ist: In einem Kreis engagierter Eltern, aufgeschlossener Lehrer und mit einer verständnisvollen Schulleitung das Glück gehabt zu haben, gemeinsam etwas für diese Schule, gemeinsam etwas für unsere Kinder gestalten zu dürfen. Und diese Freude sollte nicht das schlechteste Gefühl sein, mit dem sich ein Vater mit den besten Wünschen für eine weiterhin gute Zukunft von einer Schule verabschiedet, die in diesen letzten 11 Jahren unversehens auch so etwas wie seine Schule geworden ist."
Der Schulförderverein. Zu besonderem Dank ist die Schule verpflichtet allen Mitgliedern des Fördervereins und hier besonders dem ersten Vorsitzenden Dr. D. Offergeld und dem ersten Kassierer F. Wenking, die von 1975 - 1986 in zwei wichtigen Funktionen den Verein mit auf- und ausgebaut haben, und ihren Nachfolgern im Amt H. Neuhaus und Dr. A. Preuß, die ihn ebenso tatkräftig weiterbetreuen. Auch wenn der Schulträger für die Ausstattung der Schulen verantwortlich ist, bleiben im täglichen Schulleben viele Wünsche offen, die zu erfüllen der Schulträger nicht verpflichtet oder nicht in der Lage ist. So benötigt man immer wieder technische Geräte im naturwissenschaftlichen Bereich, Medien in allen Fachbereichen, Bücher für die Schülerbücherei, Ausstattung für Schülerarbeitsgemeinschaften und -spielgruppen und manche andere Dinge, für deren Beschaffung die Mittel des Schuletats nicht (oder nicht mehr) in Anspruch genommen werden können. Mit über DM 320.000,-- haben die Mitglieder - also im wesentlichen die Eltern - der Schule geholfen, die Lehr- und Lernsituation unserer Schülerinnen und Schüler zu verbessern. Und worum dreht" sich alles in der Schule? Natürlich um die Schülerinnen und Schüler, um ihre persönliche Förderung wie auch um die Forderungen der Gesellschaft, die sie zukünftig im Sinne des allgemeinen Wohls mit gestalten müssen. Mitgestaltung aber können sie auch schon im Schulleben leisten, und ich möchte einen ehemaligen Schülersprecher, Sebastian Müller, zu Wort kommen lassen, der in der Schulschrift 1992 über Sinn und Zweck der Schülervertretung nachdenkt und Fragen zur Notwendigkeit des Engagements im Rahmen der SV-Arbeit formuliert: Ich habe mir diese Fragen gestellt, aber im gleichen Atemzug darüber nachgedacht, wie unser Schulalltag denn aussähe, wenn es keine SV gäbe und gegeben hätte. Es würde keine SV-Cafeteria existieren, es hätte keine Schülerproteste gegen den Golfkrieg gegeben, keine SOS-Konzerte, keine Diskussionsstunden, keine Fußballturniere, kein SV-Seminar, keine Podiumsdiskussionen... Man könnte die Aktionen der SV noch fortführen." Er fährt fort, wie wichtig es ist, die Position der Schülerschaft im täglichen Schulleben zu vertreten, und fordert: Ziel von SV-Arbeit in der Schule - zu der man nun einmal gehen muß - sollte es sein, daß man die Schule mit all ihren Erscheinungsformen so gestaltet, daß es Spaß macht, dorthin zu gehen! Dieser Prozess des Gestaltens ist jedoch nur über Einflußnahme auf die Organe der Schule und der Regierung zu erreichen, die für das Erscheinungsbild einer Schule verantwortlich sind. Falls Schüler/innen diesen Prozess nicht dauerhaft fortführen, wird der Schulalltag trist und Schüler/innen zu Spielbällen bzw. passiven Elementen werden. Auch in Zukunft wird es Probleme und Ereignisse positiver und negativer Art geben, mit denen sich Schüler/innen auseinandersetzen sollten. In diesem Sinne kann ich nur hoffen, daß sich auch in kommenden Zeiten Schüler/innen bereiterklären werden, Verantwortung zu übernehmen und Veranstaltungen zu planen." Wie Sebastian Müller haben viele seiner Vorgänger/innen und Nachfolger/innen im Amt Engagement und Verantwortung bewiesen und zusammen mit den anderen Mitwirkungsgremien Schulleben positiv mitgestaltet.
Winfried Borgmann, Studium in Freiburg, Hamburg, Cardiff und Münster, Referendar und Fachlehrer für die Fächer Latein, Englisch und Sport am Ratsgymnasium Münster; seit 1977 Schulleiter des Immanuel-Kant-Gymnasiums. Richtlinienkommission des Faches Englisch. Im Auftrag des Ministeriums Mitarbeit an der Reform der gymnasialen Oberstufe. Richtlinienkommission für die Erarbeitung von Schulprogrammen. verstorben 2003
©1999 Winfried Borgmann, zuletzt geändert am 25.2.2000 von Hi , 2.2004 Tg