MUSICAL
Which
Witchvon Benedicte Adrian und Ingrid
Bjoernov nach einer Idee von Ole A. Soerli
Ein grandioser Auftakt nach perfektem Rezept
Das neue Kant-Musical Which Witch" begeisterte bei seiner Premiere das Hiltruper Publikum
Von TINA SCHABACKER - MZ vom 4.3.99
Hiltrup - Fast schon zu professionell für eine Schüleraufführung", so war die Meinung eines Zuschauers, der am Dienstag abend die Premiere von Which Witch" in der Stadthalle Hiltrup miterlebte.
Das Erstaunen war einhellig. Daß es Laien waren, die dieses Opera-Musical auf die Bühne gebracht hatten schien beinah unvorstellbar. Which Witch", zu deutsch Welche Hexe", ist bereits das fünfte Musical, das vom Hiltruper Immanuel-Kant-Gymnasium in Szene gesetzt wird. Nach langen Überlegungen ist zum 25jährigen Bestehen der Schule ein Stück ausgewählt worden das mit seiner Thematik für Aufklärung sorgen soll.
Das Thema Hexenverfolgung ist als grausames Kapitel der Geschichte leider noch immer mit der heutigen Zeit in Verbindung zu bringen," meinte auch der Schulleiter Winfried Borgmann, der im Leistungsteam" für ,,Whitch Witch" als Produktionsleiter fungiert. Auch heute noch würden Menschen verfolgt gefoltert und in ihren grundlegenden Rechten unterdrückt.
Seit Frühjahr 1998 wurde das Stück, das sich bereits auf Profi-Bühnen in London und Kopenhagen bewährt hatte, von den etwa 150 Schülerinnen und Schülern aus allen Jahrgangsstufen mit einer kleinen Schar von Vätern, Lehrerinnen und Lehrern geprobt, so daß einem grandiosen Auftakt am Dienstag abend nichts mehr im Wege stand.
Die Handlung ist packend: Die Italienerin Maria Vittoria, von Christine Huge mit faszinierender Stimme und einmaliger Ausstrahlung in Szene gesetzt, soll gegen ihren Willen verheiratet werden. Zwar ist ihr Bräutigam Anton Fugger, wohlhabender Augsburger Bankier, dargestellt von Friso Richter stellt von Friso Richter, doch Maria liebt einen anderen - den Bischof und früheren Hauslehrer Daniel, gespielt von Michael Kerkmann.
Als Fugger erst nach der Eheschließung davon erfährt, wird Maria von ihrer Pflegefamilie verstoßen. Zusammen mit Daniel geht sie nach Heidelberg, wo sie beschuldigt wird, ihren Geliebten verhext zu haben.
Die Dinge nehmen ihren Lauf, Maria wird immer schwereren Vorwürfen ausgesetzt. Eine wilde und spannende Geschichte, die mit dramatischer und zugleich sensibler Musik an diesem Abend so manche Gänsehaut verursachte. Viel Haß, viel Liebe, exzellente Schauspieler, faszinierende Stimmen und ein perfekt aufeinander abgestimmtes Orchester- ein Rezept, das nur gelingen kann.
Die Inszenierung trägt die Handschrift von Werner Coenen, der vom ehemaligen Kant-Schüler Robert Wiezorek bei der Regiearbeit unterstützt wurde.und auch der Dirigent Heiner Wehking sowie Reinhard Pelz, der die Leitung des mehr als 80 Sängerinnen und Sänger umfassenden Chors übernahm, waren neben vielen anderen am Gelingen dieser deutschen Erstaufführung beteiligt.
Das Bühnenbild, die Kostüme, die Requisiten: Which Witch" zeichnet sich insbesondere durch die perfekte Zusammensetzung vieler einzelner Faktoren aus.
Wer neugierig geworden ist und wissen möchte, wer nun wirklich welche Hexe ist, der kann noch bis zum 14. März die Antwort auf diese Frage erhalten. Täglich, außer am 9., findet um 20 Uhr eine Vorstellung in der Stadthalle Hiltrup statt. Karten sind sowohl im Sekretariat des Kant-Gymnasiums (0 25 01/ 4047) als auch am MZ-Ticket-Corner in Münster erhältlich.
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