Literaturkurse gehören im Kursangebot der gymnasialen Oberstufe zum sprachlich-literarisch-künstlerischen Aufgabenfeld.
In der Oberstufe setzt Literatur kein Unterrichtsfach der Sekundarstufe I fort, speziellen Fachwissenschaft und findet nur als Jahreseinheit (mit zwei aufeinander folgenden Grundkursen) statt. Es kann also nicht als Prüfungsfach in die Abiturprüfung eingebracht werden.
Unterrichtliches Tun >>> Hauptbahnhof als Bühne
- Schüler stellen Texte selbst her oder
- gestalten vorliegende Texte um und/oder
- stellen sie dar, führen sie auf, veröffentlichen sie.
Dieser kreativ-praktische Umgang mit Literatur verlangt von den Kursteilnehmern viel Engagement und Verantwortungsbewußtsein sowohl bei der Auswahl der Themen und Gegenstände als auch bei der konkreten Text-und Aufführungsarbeit. Dabei spielt die Kooperation in Gruppen eine große Rolle, teilweise müssen Gruppen monatelang ziemlich selbständig ihre Projekte entwickeln. Das heißt: Nicht nur das fertige Produkt, das am Ende einer Gestaltungsphase entsteht, sondern auch der Produktionsprozeß hat zentrale Bedeutung im Kursverlauf.
Eine genauere Vorstellung von dem, was in Literaturkursen möglich ist, gibt eine Übersicht über deren Lernbereiche:
- - Im Lernbereich I werden vorliegende Texte für eine Darbietung aufbereitet: Szenen- oder Textfolgen zu bestimmten Problemen, Stoffen oder Epochen werden zusammengestellt und in einer Aufführung, Lesung, Anthologie oder Ausstellung veröffentlicht oder ein Ganztext wird in einem Bühnenstück , Hör- oder Fernsehspiel dargeboten.
- - Im Lernbereich II werden Texte nicht so dargeboten, wie sie vorliegen, sondern vorher umgeformt (etwa narrative Texte in Bühnenstücke).
- Der Lernbereich III ist der kreativste. Hier stellen die Kursteilnehmer selbst die Texte her und veröffentlichen sie eventuell auch.
Besonders schwierig in diesen produktionsorientierten Literaturkursen ist die Bewertung. Kreativität und selbständige Gruppenarbeit lassen sich nur schwer in Noten umsetzen. Besondere Bedeutung hat neben dem Ideenreichtum, der Darstellungs- und Gestaltungsfähigkeit des Kursteilnehmers vor allem seine Zuverlässigkeit und sein Engagement.
"Die Idee, einen Kulturbaum zu pflanzen, kam den "Literaturkurslern" der Jahrgangsstufe 12 auf der Deutsch-Kursfahrt nach Wien im Septem ber dieses Jahres. Dort stießen sie nämlich in Wien auf einen riesigen, alten Baum, der über und über mit Zetteln bespickt war" (MZ). Wieder in Hiltrup, begaben sich Ivo Drüge, R. Kaesler, Chr. Korda, A. Reimann, Klaus Staubermann u. Chr. Stoller ans Werk, und mit Hilfe von Spenden wurde am Rondell an der Südseite ein junger Eschenahorn gepflanzt und ein Schaukasten gebaut. Jeder kann dort Selbst geschriebenes, Rezensionen, Veranstalungshinweise zu kulturellen Veranstaltungen u. a. veröffentlichen und auf sich oder andere kulturelle Ereignisse aufmerksam machen.( Aus der Schulschrift von 1988)