DEUTSCH
Dass wir uns richtig äußern können, dass wir unseren Sprech- und Schreibstil verbessern, dass wir die Welt der Literatur, des Theaters und der modernen Kommunikation für uns erschließen - all dies sind grundlegende und unabdingbare menschliche Anliegen. Nur so können wir mehr von der uns umgebenden Kultur verstehen wie gestalten. Der Deutschunterricht vermittelt und verbessert sprachliche Fähigkeiten und zielt auf ein hohes Maß an Kritikfähigkeit und Engagement der Schülerinnen und Schüler, wenn es gilt, sich mit Texten und Medien auseinander zu setzen.
::In der Sekundarstufe I steht der Deutschunterricht auf drei Säulen: Sprechen und Schreiben, Umgang mit Texten, Nachdenken über Sprache. Übungen und Beförderungen von Grammatik und Stil, Gliedsatz und Konjunktiv, Textverständnis und Leselust, Wortgebrauch und Argument - sie alle machen mit avancierten Lernmedien (wir nutzen hierzu das "Deutschbuch" aus dem Cornelsen-Verlag) viel mehr Spaß, als man gemeinhin denkt.
In jedem Jahrgang gibts ein Projekt..
, in dem alle Bereiche miteinander verknüpft werden. In der Jahrgangsstufe 5 dreht sich zum Beispiel alles um ein Theaterstück wie "Pünktchen und Anton". Da werden Szenen geschrieben und nachgespielt. Es geht um Fragen wie: Was steht da eigentlich? Worum geht es? Schließlich machen wir uns Überlegungen zu Rolle, Sprechweise und Verschriftlichung. In weiteren Jahrgangsstufen stehen andere Projekte im Mittelpunkt, zum Beispiel: Zeitungen untersuchen, eine Klassenzeitung schreiben, wie ist ein Zeitungsbericht aufgebaut? Untersuchung der Zeitungssprache.
In der Sekundarstufe II geht es um die Möglichkeiten von Verständlichkeit und Verstehen, Sachinformation und Entscheidungsfindung, situationsgerechtem Sprechen, Kommunikation und Dialog überhaupt. Auf lange Sicht bedeutet Sprachkompetenz, ein Deutsch mit größerer Ausdrucksbreite und schließlich auch, seine eigene Sprache, ein Sprachbewusstsein zu erreichen
© Goethe als Ritter von Otto WiezorekUnd es geht um Literatur. Kennen Sie Anna Amalia?
Schon mit 18 Jahren verwitwet, muss sie als amtierende Herzogin die Regierungsgeschäfte des Zwergstaates Sachsen-Weimar-Eisenach übernehmen.
Sie saniert die fast bankrotten Staatsfinanzen.
Sie holt Erzieher für ihren Söhne nach Weimar.
Als ihr Ältester die Regierung übernimmt, zieht sie sich, mit 36 Jahren immer noch jung, auf ihren Witwensitz, das Wittumspalais, zurück und widmet sich nun ganz den Künsten und der Kultur. Wieland, Herder, Goethe, Schiller - die deutsche Klassik kommt so nach Weimar.
Und heute Deutschkurse vom Kant auch: Goethehaus, Wieland-Platz, Herderkirche, Cranach-Altar, Grabeskirche, Fürstengruft, Nietzsche-Archiv, Schillers Schreibtisch mit Globus, Feder und Tinte und Deutsches Nationaltheater.
Schließlich ist in der ganzen Stadt, als Pralinendekoration, als Broschen- und Schmuckmotiv und als Buchthema das Doppelblatt des Fächerblattbaumes "Ginkgo biloba" verbreitet, den Goethe zum Anlass eines Gedichtes nahm:
Ginkgoblatt
- Dieses Baum's Blatt, der von Osten
- Meinem Garten anvertraut,
- Giebt geheimen Sinn zu kosten,
- Wie's den Wissenden erbaut.
- Ist es Ein lebendig Wesen?
- Das sich in sich selbst getrennt,
- Sind es zwey? die sich erlesen,
- Daß man sie als Eines kennt.
- Solche Frage zu erwiedern
- Fand ich wohl den rechten Sinn;
- Fühlst du nicht an meinen Liedern,
- .........Daß ich Eins und doppelt bin?
Noch ein Beispiel: Dichten macht Erleben dichter! Schüler/innen vertonten ein Gedicht von Bertolt Brecht eigenhändig in Gruppen. Sie schreiben selbst Gedichte. Die gemeinsame Interpretation eben jener Texte im Unterricht lehrte uns nun, Bertolt Brecht zuzustimmen, wenn dieser sagt: "Damit ist man aber ein besserer Mensch geworden, ein genussfähigerer, feiner empfindender Mensch, und dies wird sich wohl irgendwie und irgendwann und irgendwo zeigen."
- Schule ...
- Die Schule fängt für jedermann
- Bekanntlich mit sechs Jahren an.
- Dann heißt es büffeln Tag für Tag,
- auch wenn man dies nicht immer mag.
- Und ist man auch kein großes Licht,
- der Schulbesuch, der ist halt Pflicht.
- Man muss sich täglich vorbereiten,
- schimpft oftmals auf die Schularbeiten,
- schreibt Hefte voll, vom Nachbarn ab,
- und ist so Jahr um Jahr auf Trab,
- hat schließlich, wenn man fest studiert,
- des Lebens Einmaleins kapiert.
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kann man bei:
© 2001 Ingrid Möller - Reinhard Pelz - Volker Steenblock, Hi 01.12.2001/14.6.2002