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Deutsches Handwerksblatt, 29.05.2009
Marc Geschonke am 22.01.2009 11:13 Uhr
MÜNSTER Die Hauptschule Coerde ist die stärkste aller „Starken Schulen“ in Nordrhein-Westfalen – und hat zugleich alle Chancen auf den Bundessieg im Mai. Schulministerin Barbara Sommer zeichnete die Abordnung aus Münster am Donnerstag in Düsseldorf für ihre Bewerbung mit dem Landespreis, aber auch mit einem Scheck über 5000 Euro aus. Mehr noch als über Geld und Ehre freuten sich die Pädagogen über die vielen warmen Worte: Selten habe eine Jury so viel Wertschätzung gegenüber Schülern und Eltern wie in Coerde erlebt.
Mit ihrem großartigen Engagement haben die Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern die Auszeichnung mehr als verdient", sagte Barbara Sommer und würdigte so die im Herbst vergangenen Jahres eingereichte Bewerbung und die glänzenden Jury-Bewertungen.
86 Schulen als Konkurrenz
Keine Selbstverständlichkeit – bundesweit hatten sich 600 Schulen am Wettbewerb beteiligt, derer 86 aus Nordrhein-Westfalen.
Die Hauptschule aus Coerde wird im Mai die NRW-Farben in Berlin vertreten, wenn hier der Bundes- unter allen Landessiegern ermittelt wird. Bundespräsident Horst Köhler hat für die drei „stärksten“ Schulen Deutschlands Umschläge mit noch einmal 30 000 Euro zurück gelegt. Eine gute Ausgangssituation hat die Coerder Einrichtung zweifellos geschaffen. „Besonders hervorzuheben sind der Aufbau und die Pflege eines umfassenden Netzwerks, das sich unter anderem aus Einrichtungen der Jugend- und Familienpflege, Sportvereinen und Firmen zusammensetzt“, heißt es in der Begründung der Jury, „Die Schüler werden im Rahmen eines professionellen Schul- und Unterrichtsentwicklungs-Konzeptes sowohl im fachlichen als auch im sozialen Leben individuell begleitet und gefördert.“
Viele warme Worte
Während der Preisverleihung in Düsseldorf steuerten die Münsteraner ein musikalisches Intermezzo unter Leitung des Rektors Reiner von Borzyskowski bei – auch hier sparten die Gäste nicht an warmen Worten.
Was mit dem Geld nun geschehen soll, wird die Schulkonferenz – also gemeinsam mit Eltern und der Schülerschaft – wohl klären. Gute Chancen rechnet Reiner von Borzyskowski allerdings dem „Brachland Schulhof“ aus.
Marc Geschonke am 22.01.2009 22:15 Uhr
COERDE/DÜSSELDORF Zwei Stunden mit dem Bus voller Schüler Richtung Düsseldorf – und zwei Stunden wieder zurück: Starke Schulleiter brauchen da richtig starke Nerven.
Die münsterschen Stadtgrenzen sind noch nicht bewältigt, da haben die Hauptschüler aus Coerde ihren Triumphwagen bereits in einen regelrechten Samba-Bus verwandelt. „Du hast mich tausendmal belogen“, „Er gehört zu mir …“ und „Hölle, Hölle, Hölle“ schmettern sie in einem lautstarken Megamix, lassen dabei weder Schlager noch schiefe Töne aus. „Die singen sich Mut an“, orakelt Reiner von Borzyskowski zu diesem Zeitpunkt. Und er sollte Recht behalten. Was ein starker Rektor ist, der weiß sowas schließlich.
Bravourös
Je mehr sich die münstersche Abordnung dem Ort der Preisverleihung also nähert („Sind wir bald da?“ / „Ist es noch weit?“), desto nervöser wird sie auch. „Quatsch, ich bin kein bisschen nervös“, erklärt Maxime resolut, als er sich wenig später in den Besucher-Ledersitz des Landtags fläzt. Einen Saal weiter hat sich die Präsentationsgruppe bereits zusammen gesetzt, geht noch einmal alle Texte durch. Sie soll dem Plenum in wenigen Minuten erklären, warum ihre Schule denn derart stark ist, dass sie den Landespreis verdient habe. Um eins vorweg zu nehmen: Sie werden Schulministerin Barbara Sommer überzeugen. Und das mit Bravour. Dabei ist das ja eigentlich gar nicht mehr nötig – die Hauptschule aus Coerde war schon im November über alle Zweifel erhaben, begeisterte beim Bewerbungsverfahren und punktete beim Jury-Besuch. Trotzdem hat sich Kai für heute extra ein schickes weißes Hemd besorgt – als einziger im Rund. „Hätte ich das vorher gewusst …“
Macht ja nix. Nach Ehrung, dem eigenen musikalischen Intermezzo und der (gelungenen) Präsentation gibt´s draußen noch ein Abschiedsfoto mit der Ministerin, Apfelsaftschorle und Kuchen nach Belieben. Gut auch, dass der Busfahrer mit seiner Verspätung den Schülern eine weitere Chance gibt, die zuvor so angespannten Nerven ein wenig vor der Rückfahrt zu lockern.
So sehen Sieger aus
Vor den Türen des mittlerweile geschlossenen Landtags skandieren sie also im windigen Dunkel: „So sehen Sieger aus, so sehen Sieger aus…!“ Kais gebügeltes Hemd war an diesem Tag wohl doch keine allzu schlechte Wahl. Findet übrigens auch Münsters Schulrätin für die Hauptschulen, Annette Brockötter: „Ich bin superstolz.“ Das waren wohl auch die Schulleiter Reiner von Borzyskowski und Inge Nieländer. Nur genossen die beiden auf der Rückfahrt lieber die Stille im Bus. Auch starke Schüler nehmen sich halt ab und an mal eine Auszeit.
Marc Geschonke am 22.01.2009 16:00 Uhr
COERDE Grundlagen schaffen – Begabungen ausbauen – Netzwerke nutzen – Übergänge meistern: all das ist Coerder Credo.
Die Berufsvorbereitung nimmt dabei eine gesonderte Stellung ein. Workshops und Praktika, persönliche Beratung, Kommunikationstraining, Girl´s Day (auch für Jungs)– so werden Pläne für die Zukunft der Schüler geschmiedet. Sozialarbeiter des Jugendamtes, ein AWO-Schulpsychologe, Sonderpädagogen der Förderschulen, Mitarbeiter der Agentur für Arbeit und das Gesundheitsamt der Stadt lassen sich regelmäßig an der Hauptschule blicken und stehen beratend zur Seite – Schülern wie Eltern und Lehrern. Eine „99,9-prozentige“ Besucherquote bei den Zeugnissprechtagen, so Konrektorin Inge Nieländer, zeugt vom enormen Austausch zwischen Schule und Stadtteil-Leben. Die hier vereinbarten Ziele für beide Seiten werden im Verlauf des Halbjahres angesteuert, die Wege dorthin im Fall der Fälle kurzfristig „korrigiert“ – ebenfalls gemeinsam. |
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Spaß in der Schule: Billard, Dart und andere Unterhaltungsmöglichkeiten finden Kinder und Jugendliche in ihren Pausen vor. Auch die Sporthalle ist dann geöffnet - übrigens geleitet von Schülern der höheren Klassen. Foto: Geschonke |
am 22.01.2009 16:00 Uhr
MÜNSTER Der Landessieg für die Hauptschule Coerde ließ nicht nur die Schüler jubeln. Mit Konrektorin Inge Nieländer sprach MZ-Redakteur Marc Geschonke.
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Freude über die Auszeichnung als starke Schule: Konrektorin Inge Nieländer. Foto: Geschonke |
Glückwunsch zum Landessieg – wie groß ist die Freude auf einer Skala von eins bis zehn? Nieländer: Zehn! Zehn plus sogar, ist doch klar! Da ist ja nicht mehr viel Platz nach oben, wenn der Bundespreis vergeben wird … Nieländer: Der Landessieg ist doch bereits ein sehr großer Erfolg. Darüber darf man sich ja schon mal so richtig freuen. Wie wird sich der Preis nun auf das Schulleben auswirken? Nieländer: Er ist eine Bestätigung für das gesamte Kollegium und hat auch bei den Schülern für große Freude gesorgt. Zugleich bringt der Preis eine große Anerkennung und Motivation mit sich. Wir sind auf dem richtigen Weg. |
| Auf dem Weg – also noch nicht am Ziel? Nieländer: Schule heißt ja ständig zu evaluieren. Das, wofür wir ausgezeichnet worden sind, ist ja vor allem die Vernetzung im Stadtteil und der Stadt – da können wir nur auf dem Weg sein, weil es auch dort immer wieder Veränderungen gibt. Unsere Visionen bleiben aber. Ganz persönlich gefragt: Wieviel Schweiß haben Reiner von Borzyskowski und Sie in die Bewerbung gesteckt? Nieländer: Wir sind authentisch. Alles, was wir hier tun und was unsere Schule ausmacht, haben wir verschriftlicht. Sämtliche Konzepte und vieles mehr liegen bei uns in der Schublade und werden ständig aktualisiert. Natürlich mussten wir jetzt noch einmal nachlegen. Und was wird noch auf dem Weg nach Berlin passieren? Nieländer: Unsere Bewerbung für Düsseldorf und die Jury-Bewertung gilt auch für Berlin. Wir müssen also nur noch warten. |
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am 22.01.2009 16:00 Uhr
MÜNSTER Alle Infos zum Wettbewerb "Starke Schule".
Marc Geschonke am 22.01.2009 16:00 Uhr
Zack, das sitzt. In Coerde ist die offiziell stärkste Hauptschule Nordrhein-Westfalens beheimatet. „Ausgerechnet in Coerde“, werden notorische Nörgler nun wieder aufwerfen. Aufgepasst! Es könnte noch schlimmer werden – vielleicht wird die Einrichtung ja sogar die stärkste in ganz Deutschland?! Ja, wie haben die das denn bitte gemacht? Doch wahrscheinlich nur über Beziehungen ...
Ganz genau! Denn Beziehungen – neudeutsch: Netzwerke – sind für Schüler heuer so wertvoll wie das A bis Z. Gut also, dass das Team der Hauptschule vorgesorgt und sich münsterweit starke Partner gesichert hat. Ob Stadtwerke, das Handwerkskammer-Bildungszentrum, BASF Coatings oder weitere mittelständische Betriebe: Hüben schätzt man das Vertrauen und bildet entsprechend vor wie aus, drüben weiß man, dass Qualität aus Coerde kommt. Und das nicht erst seit dem Gütesiegel „Berufswahl- und ausbildungsfreundliche Schule“.
Coerde hat für Münster gepunktet. In Münster indes kommt Coerde bei der Bevölkerung nach wie vor nicht so recht an. Oder wie ein Reporter von NRW.TV im Landtag am Rande und hinter vorgehaltener Hand vermerkte: „Schweres soziales Umfeld? Schöne Umschreibung. Damit meinen die Asi-Stadtteil.“
Je mehr Fakten zusammengetragen werden, um so weniger Möglichkeiten bekommen Schlechterwisser, ihr gefährliches Halbwissen weiterzugeben. Freuen wir uns auf den 5. Mai, wenn der Bundespräsident die stärkste Schule Deutschlands kürt. Coerde steht im Finale. Glückwunsch!
Marc Geschonke am 22.01.2009 16:00 Uhr
MÜNSTER Hans-Uwe Ntelewko erforscht das Leben der Flamingos – und sein Wissen um die „komischen Vögel“ hatte die Juroren beim Schul-Rundgang (die zweite Runde im Wettbewerb) im November wohl vollends überzeugt. Doch nicht allein seine Erklärungen zur Farbe und deren Flugeigenschaften gaben den Ausschlag. Auch die Hintergründe für das ungewöhnliche Schulprojekt machten deutlich: Hier in Coerde gibt es ein Konzept.
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Wenn sich die Flamingos wegen der Kälte in ihrer Hütte verstecken, erforscht Hans-Uwe auch gern mal andere Zeitgenossen - wie hier im Aquarium des Allwetterzoos. Foto: Geschonke |
Hans-Uwe aus der 6a ist an der Hauptschule Coerde dabei so etwas wie das Paradebeispiel für die „Individuelle Förderung“. Der Zwölfjährige lernt am besten, wenn er Ruhe um sich hat. Dann blüht er auf, liefert echte Qualität ab. Ohne Ablenkung Dies zu erkennen, war Stufe eins der intensiven Auseinandersetzung mit Hans-Uwes Lernsituation. Stufe zwei: Mit dem münsterschen Zoo, genauer der „BioCity“, kam die Hauptschule überein, stellte den Jungen dort als Jungforscher ab. „Und ich lerne eine Menge“, sagt der Flamingo-Experte. Einmal wöchentlich beobachtet Hans-Uwe die Tiere, stellt biologische Untersuchungen an – alles nach dem Unterricht, in seiner Freizeit. „Wir haben nach einer Möglichkeit gesucht, ihm eine Aufgabe zu geben, die er verantwortlich verfolgen und allein bearbeiten kann. |
| Dabei wollen wir ihn in seinen Interessen unterstützen“, erklärt Schulleiter Reiner von Borzyskowski. „Es hilft beim Lernen“, bestätigt sein Schüler, „da lenkt nichts ab, und ich kann viel besser alles begreifen.“ Kein Wunder also, dass der Junge schwärmt: „Das sind sehr gute Lehrer und eine sehr gute Schule.“ Die stärkste, nun auch offiziell. | |
Marc Geschonke am 23.01.2009 17:46 Uhr
COERDE Nach all der Aufregung um den Landessieg der Hauptschule Coerde beim Wettbewerb "Starke Schule" am Donnerstag ist bei Rektor Reiner von Borzyskowski und Konrektorin Inge Nieländer gestern wie erwartet noch keine Ruhe eingekehrt.
Von Glückwunsch-E-Mails, Anrufen und Beifall waren sie "überwältigt" worden - auch der Oberbürgermeister Dr. Berthold Tillmann hatte zum Hörer gegriffen und parallel einen Blumenstrauß gen Norden geschickt. Im Gespräch mit "Borzy", wie er von Schülern hochachtungsvoll genannt wird, würdigte dieser die pädagogische Arbeit und das Konzept. Er drücke schon jetzt beide Daumen, so Tillmann, dass die Hauptschule im anstehenden Bundesvergleich ebenfalls auf das "Treppchen" komme.
Nach der Rückkehr vom Düsseldorfer Landtag, wo Barbara Sommer die Auszeichnung vornahm, gönnten sich Schulleitung und einige Kollegen noch im kleinen Kreis einen "Absacker" in fester Form - am Tage waren sie nicht dazu gekommen. Zu blank lagen wohl die Nerven.
Tags drauf, kurz vor der Zeugnisvergabe, übermittelte die zur Ehrung noch mitgereiste Schülergruppe per Mikro in alle Klassen: "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!" Die Stimmung sei überragend, bestätigte von Borzyskowski - was nicht zuletzt an der enormen Resonanz in Medien und auch aus der Stadt wie von den Kooperationspartnern läge.
Allerdings: Nun ist Schluss mit aller Feierei. Am Wochenende muss sich der Rektor an den Stundenplan für das nächste Halbjahr setzen. Schließlich will man ja eine starke Schule bleiben.
Weitere Themen:
Annette Kessen am 12.01.2009 23:16 Uhr
MÜNSTER Der Erlass des Schulministeriums NRW, pro Halbjahr einen ganztägigen Zeugniskonferenztag durchführen zu dürfen, stößt bei Münsters Schulen auf Akzeptanz. Insbesondere weiterführende Schulen nehmen diese Möglichkeit wahr. „Will man Schüler verantwortungsbewusst beurteilen, ist auch entsprechende Zeit notwendig.“
Deshalb hält Schulleiter Dr. Gerd Grave vom Gymnasium Paulinum den Erlass für entsprechend sinnvoll. Die Bewertung des Schülers – wenn man sie ernst nehme – sei sehr zeitintensiv, gerade im Hinblick auf Kopfnoten. Das sei auch eine Frage der Konzentration und Belastbarkeit. Lehrer wollten sich letztlich umfassend und fair mit den einzelnen Schülern befassen.
Ähnlich sieht es das Annete-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium, das bereits in einem Schreiben die Eltern über den unterrichtsfreien Konferenztag informiert hat: Schulleiter Dr. Arnold Hermans begründet diesen Schritt mit mehr Zeit für einen erhöhten Abstimmungsbedarf. Mit dem selben Argument verschickt heute das Hittorf-Gymnasium seine Elternbriefe.
Probleme
„Nach Schema F beurteilen“, das kommt auch für das Mauritz-Gymnasium nicht in Frage. „Durch diese zusätzliche Zeit können wir uns auf Probleme besser einlassen“, sagt Schuldirektor Theo Welling. Dass der Beratungsbedarf auf jeden Fall hoch sei, bestätigt Schulleiterin Gabriele Jansen vom Ratsgymnasium: „Dass wir die Möglichkeit ergreifen, verstehen wir als Plädoyer dafür, dass Lehrer ihre Aufgaben sehr ernst nehmen.“
Engagement, das bei Eltern gut ankommt: Die Realschule Roxel habe den Konferenztag bereits im vergangenen Sommer in Anspruch genommen, „mit einer durchweg positiven Resonanz seitens der Eltern“, sagt Leiterin Christiane Melzer. In diesen Tagen habe die Schulkonferenz entschieden, diese Möglichkeit erneut in Anspruch zu nehmen. Als sehr einleuchtend bezeichnet es Leiter Karl-Heinz Neubert von der Hauptschule Geist: Die Eltern sähen, dass pädagogische Arbeit eine wichtige Rolle spiele, „das begrüßen sie“. Die Hauptschule Coerde biete bereits seit längerem ganztägige Zeugnis-Sprechtage für Schüler und Eltern an, so Schulleiter Reiner von Borzyskowski. „Die Beteiligung liegt bei 98 Prozent.“
Insgesamt werde Lehrern immer mehr zugemutet, sagt Clemens Roggenbuck von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Die Kopfnoten hätten dafür gesorgt, dass schon allein der Verwaltungsaufwand enorm gestiegen sei. „Im normalen Schulbetrieb sind wir dankbar für jede Entlastungsmöglichkeit, die sich bietet.“
Förderung
Die Grundschulen belassen es zunächst überwiegend bei der gewohnten Nachmittagskonferenz. Für sie spielen die Kopfnoten im Vergleich zu weiterführenden Schulen keine derart bestimmende Rolle, da sie erst am Ende der dritten Klasse gegeben werden. „Doch ich denke, dass diese Möglichkeit auch für uns auf Dauer hilfreich ist: Beurteilungen und Förderung lassen sich so sinnvoller organisieren“, sagt Rixa Borns, Sprecherin der Grundschulen in Münster
Cornelia Pfeifer am 25.06.2008 18:11 Uhr
COERDE Serge liebt Sandy, aber die hat sich gerade in Diego verguckt. Sandys beste Freundin wiederum verliert ihre Arbeit als Friseurin, weil sie allergisch auf Shampoo reagiert, während der Bäckerlehrling lieber Torten statt Brötchen backen will.
Ein solches Zusammentreffen von verschiedensten Problemen, Gefühlen und Handlungssträngen kennt man sonst nur aus Fernsehserien. Eben diese Seifenopern ("Soaps") haben sich 13 Schüler der Hauptschule Coerde für ihr Theaterstück "Gute Seiten, schlechte Seiten" zum Vorbild genommen.
Zusammen mit Schauspieler und Regisseur Bart Hogenboom, Theaterpädagogin Ute Becker und Lehrerin Grete Pflegerl-Jeismann haben die 15- und 16-Jährigen im Rahmen eines Theaterprojekts seit September im Begegnungszentrum Meerwiese an dem Stück geprobt.
"Die Rahmengeschichte haben wir vorgegeben, aber die Jugendlichen haben die Handlung dann mit ihren eigenen Ideen ausgefüllt", erklärt Hogenboom. Das Theaterprojekt lief im Rahmen des Landesprogramms Schule und Kultur und sollte den Schülern helfen, Selbstbewusstsein zu entwickeln und sich selbst zu präsentieren.
Beziehung und Job
Gleichzeitig sind die Themen Liebe und Berufsfindung brandaktuell für die Schüler. Sie alle stehen kurz vor der Berufswahl. "Und Beziehung und Liebe beschäftigen sie natürlich auch sehr", weiß Lehrerin Pflegerl-Jeismann.