Einführung
„Wir bereiten unsere Schülerinnen und Schüler auf den Schulabschluss,
das Berufsleben und die Arbeit an weiterführenden Schulen vor. Über die
Schulzeit hinaus begleiten wir die Schülerinnen und Schüler in ihrer
Lebensplanung.“
„Wir stärken das Selbstbewusstsein der Mädchen und
Jungen durch geschlechts-spezifische Angebote und fördern dadurch die Stärken
der Mädchen und die Stärken der Jungen.“
(Pädagogischer Konsens,
Auszug aus
dem Schulprogramm)
Die Schülerinnen und Schüler der
Hauptschule Coerde sehen sich beim Übergang von der Schule in den Beruf mit
besonderen Schwierigkeiten konfrontiert. Die Ausbildungsangebote werden
knapper, insbesondere für Schulabgänger/-innen mit den an der Hauptschule erworbenen
Schulabschlüssen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die zukünftigen
Auszubildenden.
Unser Ziel ist es, den
Schülerinnen und Schülern einen erfolgreichen Übergang in ihre berufliche
Zukunft zu ermöglichen. Wir unterstützen die Jugendlichen, selbstbewusst ihre
Stärken und Fähigkeiten zu entdecken und weiterzuentwickeln, damit sie
zunehmend selbstständig und eigenverantwortlich Entscheidungen über ihren
weiteren Lebensweg treffen können.
Beginnend in Klasse 7 setzen sich
die Mädchen und Jungen im Unterricht, in Praxisprojekten und Exkursionen
intensiv mit allen Fragen der Berufswahlorientierung auseinander. Individuell
begleitet und unterstützt werden sie durch ein umfangreiches Beratungssystem.
Beratung
„Was kann ich? Welche
Möglichkeiten habe ich? Welche Berufe gibt es? Wo gibt es eine passende
Praktikumsstelle? Wie finde ich einen Ausbildungsplatz?....“
Dies sind nur einige typische
Fragen mit denen sich die Mädchen und Jungen im Prozess der
Berufswahlorientierung beschäftigen. Die ersten Ansprechpartner/-innen sind
zunächst die Klassenleitungen. Mit Beginn der ersten Praktikumssuche in Klasse
8 vereinbaren alle Mädchen und Jungen Termine für Einzelgespräche mit der
Sozialpädagogin Christiane Wortberg. Von ihr erhalten sie in Klasse 10 eine intensive
Unterstützung bei der Ausbildungssuche und Beratung zur weiteren schulischen
Laufbahn.
Weil Eltern zentrale
Ansprechpartner/-innen ihrer Kinder sind, führen wir auch gemeinsame Gespräche
mit Eltern, Jugendlichen, Klassenleitungen und Sozialpädagogin durch.
Als weitere Beraterin steht die
Berufswahlkoordinatorin der Schule zur Verfügung.
In Klasse 9 und 10 kommt die
Berufsberaterin der Agentur für Arbeit hinzu. Sie führt mit allen
Schüler/-innen Gespräche über ihre beruflichen Möglichkeitenund vermittelt
ihnen Ausbildungsangebote..
Der Berufswahlpass
Seit dem Schuljahr 2005/ 2006
legen alle Schüler/-innen ab Klasse 7 einen persönlichen Berufswahlpass an. In
ihm archivieren sie auf strukturierte Art und Weise alle Arbeiten rund um das
Thema Arbeitswelt und Berufswahlorientierung, alle außerschulischen
berufsorientierenden Projekte, aber auch Zeugnisse, Praktikumsbescheinigungen,
Zielvereinbarungen, Bewerbungsunterlagen... Mit Hilfe ihrer persönlichen
Unterlagen reflektieren die Jugendlichen ihren Werdegang bis zur
Schulentlassung. (
www.berufswahlpass.de)
Unterricht
Ab Klasse 8
Im Unterricht
werden
Themen aus der Berufs- und Arbeitswelt in verschiedenen Fächern behandelt. Dem
Fach Arbeitslehre, das ab der Klasse sieben unterrichtet wird und die Fächer
Wirtschaftslehre, Technik, Hauswirtschaft und Informatik enthält, kommt dabei
eine besondere Bedeutung zu. Schwerpunktmäßig finden sich dort Themen aus der
Lebensplanung und Berufswahlorientierung, die fächerverbindend unterrichtet
werden. Jeweils ein Halbjahr werden die Fächer Technik und Informatik in
eigenen Mädchen- und Jungengruppen unterrichtet.
Im Fach Deutsch lernen die
Jugendlichen in Klasse acht, warum ein gutes Bewerbungsschreiben wichtig ist,
und wie dieses verfasst wird. Die fertigen Unterlagen, wozu auch der Lebenslauf
gehört, werden im Informatikunterricht auf den PC übertragen und abgespeichert.
So kann in jedem Jahrgang weiter mit ihnen gearbeitet werden.
Betriebserkundungen
Ab der Klasse 8 nehmen die
Schülerinnen und Schüler an verschiedenen Betriebserkundungen teil, die durch
die Klassenleitungen und die Sozialpädagogin organisiert werden. So haben die
Jugendlichen die Möglichkeit, verschiedene Berufsfelder kennen zu lernen und
berufstypische Tätigkeiten auszuprobieren. Diese Exkursionen werden intensiv im
Unterricht vor- und nachbereitet.
In Klasse 9 und 10 besuchen die Jugendlichen
Bildungsmessen, wo sie gezielt Informationen rund um die Berufswahl
recherchieren.
In den Jahrgangsstufen 8 und 9
werden Betriebserkundungen durchgeführt.
All diese Aktivitäten werden von
den Klassenleitungen intensiv vor- und nachbereitet.
ZiB – Zukunft im Blick
Klasse 7
Der Einstieg in die
Berufswahlorientierung findet im 2. Halbjahr der 7. Klasse mit Einführung des
Berufswahlpasses und dem geschlechtsdifferenzierten Projekt „
ZiB – Zukunft
im
Blick“ statt. Hier arbeiten die Mädchen und Jungen zu den Themen:
§
Meine Stärken und Fähigkeiten
§
Kommunikation – Selbst- und Fremdwahrnehmung
§
Meine Lebensträume
§
Das Auskommen mit dem Einkommen
Ziel der Projekttage ist es auch
hier, die Jugendlichen auf der Grundlage ihrer Stärken und Fähigkeiten zu einer
aktiven Auseinandersetzung mit ihrer beruflichen Zukunft zu interessieren. Es
soll der Zusammenhang zwischen den persönlichen Wünschen, Perspektiven und dem
notwendigen Interesse für Themen aus der Arbeits- und Berufswelt hergestellt
werden.
Girl`s Day
und Jungentag
Der achte Jahrgang beteiligt sich
an dem bundesweit durchgeführten „Girl’s Day“
. Dabei gehen einige
Mädchen in Betriebe um „männertypische“ Berufe kennen zu lernen Viele nehmen
an diesem Tag am theoretischen und praktischen Unterricht des
Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Kollegs teil. Die Jungen besuchen das Kolleg zu
einem späteren Zeitpunkt.
Die Jungen erkunden Berufe aus
dem sozialen und pflegerischen Bereich, die eher „frauentypisch“ sind.
Schulbetriebspraktika
Das erste, dreiwöchige,
Schulbetriebspraktikum findet zu Beginn der Klasse 9 statt. Die Schülerinnen
und Schüler arbeiten in Betrieben, die sie sich ihren Wünschen entsprechend
ausgesucht haben. In der Jahrgangsstufe 10 werden dagegen Betriebe ausgesucht,
die dem Berufsziel der Schülerinnen und Schüler entsprechen. Dieses Praktikum
dauert 2 Wochen.
Die Klasse 10 Typ A
absolviert im Januar ein weiteres Praktikum, dass bei bedarf auch ein
Probearbeit im Rahmen der Bewerbung sein kann.
Wichtig ist, dass sich alle
schriftlich bewerben und persönlich vorstellen. In der Vorbereitung werden
Fragen erarbeitet und Dokumentationen vorbereitet, die im Anschluss an das
Praktikum helfen, den Bericht zu erstellen. Betreut werden die Mädchen und
Jungen während des Praktikums von ihren Klassenlehrern und ~lehrerinnen.
Alle Praktika werden im
Wirtschaftslehreunterricht durch die Klassenleitungen vorbereitet und
begleitet. Die Nachbereitung findet an mehreren Projkettagen statt. In Klasse
neun stellen die Jugendlichen abschließend ihre Erfahrungen in einer
Präsentation den Eltern und dem Kollegium vor.
Berufsvorbereitungsklasse
Mit Beginn des Schuljahres
2005/2006 wurde eine
Berufs
vorbereitungs
klasse
(BVK)
eingerichtet. Sie wird von Schülerinnen und Schüler besucht, die aus den
Jahrgängen 8 und 9 kommen und ihre Schulpflicht bereits erfüllt haben oder im
nächsten Schuljahr erfüllen werden. Gemeinsam ist den Jugendlichen, dass sie
ungefähr gleich alt sind, einen erhöhten Förderbedarf haben und mehr Hilfen
beim Übergang von der Schule in den Beruf benötigen.
Grundlage der Arbeiten in der BVK
sind die Förderpläne zur beruflichen Integration, die im Rahmen des Programms
„Schule-Wirtschaft-Arbeitsleben“ und im Netzwerk „Schule im Verbund“ entwickelt
wurden.
Durch
Einzelförderung, Kleingruppenarbeit und Binnendifferenzierung erhalten die
Schüler-innen und Schüler der BVK eine gezielte Förderung
vor allem in
den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch, Naturwissenschaften und
Arbeitslehre.
In regelmäßigen Abständen finden
Gespräche zwischen den Schülerinnen und Schülern und den Klassenlehrern statt.
Mindestens zweimal im Jahr sollten auch die Erziehungsberechtigten anwesend
sein. Durch diese Gespräche und die regelmäßige Zusammenarbeit mit den
Kooperationspartnern werden die Förderpläne stets weiterentwickelt.
Seit dem Sommer 2009 wird die BvK
in Kooperation mit der Waldschule Kinderhaus und mit Unterstützung der der
Agentur für Arbeit in der Stadtteilwerkstatt Nord fortgeführt.
Kooperationsprojekte
Eine umfassende, gelungene
Berufswahlorientierung erfordert die Einbeziehung außer-schulischer
Kooperationspartner und ~partnerinnen. Sie ermöglicht den Schüler/ -innen einen
Perspektivwechsel vom ‚gewohnten’ Unterricht in die Arbeitswelt und die
rechtzeitige Reflexion ihrer Chancen sowie ihrer Eigenverantwortung. In diesem
Kontext sind neben den unterschiedlichen Praktika und der Durchführung des
Girl’s Day – auch für Jungen (im sozialen Bereich) Projekte angesiedelt wie
z.B.:
·
die „Meisterwerker“: Projekttage zur Stärkung der Kommunikation,
Präsentation und Selbstorganisation; durchgeführt vom „Meisterwerker-Team“ der
Universitäten Münster und Trier und gefördert durch die NRW Bank
·
die Schuldenprävention (durchgeführt von Schuldnerberaterinnen
der AWO)
·
die Gesundheitsberatung (durchgeführt von einer Ärztin und einem
Arzt des Gesundheitsamtes der Stadt Münster
·
Bewerbungstrainings in den Jahrgangsstufen 9 und 10 (in
Zusammenarbeit mit JiB-online und der Debeka Münster)
·
die Berufsberatung durch eine Mitarbeiterin der Agentur für
Arbeit (Klasse 10).
Kooperation mit den Berufskollegs der Stadt
Münster
Die Möglichkeit an einem
Berufskolleg einen höheren Abschluss zu erlangen, ist für manche Schülerinnen
und Schüler ein erstrebenswertes Ziel. Damit sie sich bewusst für oder gegen
eine schulische Weiterbildung entscheiden können, benötigen sie eine
realistische Vorstellung vom Alltag und den Erwartungen an einem Berufskolleg.
Während der Projekttage nach dem
zweiten Blockpraktikum in Klasse zehn kommen Kollegen und Kolleginnen von fünf
Berufskollegs in die Schule. In Kleingruppen informieren sich die Jugendlichen
mit Hilfe eines zuvor von ihnen erarbeiteten Fragenkatalogs
Gegen Ende des ersten Halbjahres
hospitieren die Mädchen und Jungen an einem Tag in gezielt ausgesuchten Klassen
der verschiedenen Kollegs (Technik, Soziales, Handel...). Dort bekommen sie
einen Eindruck vom Unterricht, Informationen durch Schüler/ -innen, und werden
mit den Erwartungen an ‚junge Erwachsene’ konfrontiert.
In dem Bemühen um einen möglichst
gelungenen Übergang von der Schule zum Beruf bzw. Kolleg ist die Hauptschule
Coerde mit dem Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg (WEK) eine besondere
Kooperation eingegangen:
In Klasse 8 wird durch eine
Kollegin des WEK im Unterricht die Schule vorgestellt. Die Mädchen verbringen
dann den Girl’s Day in verschiedenen Werkstätten des Berufskolleg.
Die Jungen suchen das Kolleg zu
einem späteren Zeitpunkt auf.
Vernetzung
Das
Thema Berufswahlorientierung und Übergang von der Schule in den Beruf ist nicht
isoliert in der Schule zu betrachten. Sie findet im Kontext
arbeitsmarktpolitischer Entwicklungen statt. Die Reflexion ihrer Bedeutung aber
auch die Intensivierung der Kooperation mit allen Bereichen der
Jugendberufshilfe erfordert die Mitarbeit in den entsprechenden Gremien. Hier
sind zu nennen:
·
Die AG 3 nach § 78 KJHG
„Jugendsozialarbeit“
·
Die Jugendkonferenz der Arbeitsgemeinschaft Münster (AMS, Stichwort Hartz IV).
·
AK Hauptschule und
Berufswahlorientierung
·
Arbeitskreis Modell Nord
Kontakte bestehen auch zur der Initiative für
Beschäftigung, der Handwerkskammer Münster, der Industrie- und Handelskammer
sowie dem Bündnis Schule und Wirtschaft.
Liste der KooperationspartnerInnen
Agentur
für Arbeit
Akademie
Überlingen
Amt
für Kinder, Jugendliche und Familien
Amt
für Schule und Weiterbildung
Arbeitskreis
Lebensplanung, Regionalstelle Frauen und Beruf
Arbeiterwohlfahrt
Münster
BASF
Coatings GmbH
Debeka
Münster
Deutsches
Rotes Kreuz
Gesundheitsamt
der Stadt Münster GmbH
Fachhochschule
Münster
Firmengruppe
Brück
Handwerkskammer
Bildungszentrum
Handwerkskammer
Münster
Hotel-
und Gaststättenverband Münster
Initiative
für Beschäftigung
Initiative
Schule Wirtschaft Arbeitsleben
JAZ
– Jugendausbildungszentrum
JIB
– Jugend- und Informationszentrum der Stadt Münster
JiB-online,
Stadt Münster
Katholische
Hochschule Münster
NRW
Bank
SKM
– Sozialdienst katholischer Männer
Städtischer
Lehrbauhof
Stadtteilwerkstatt
Nord<
Stadtwerke
Münster<
Waldschule
Kinderhaus
Werkstätten
Westfalenfleiß
Westfälische
Kliniken für Psychatrie
Zu
vielen Betrieben, Firmen, Geschäften, Einrichtungen besteht ein guter Kontakt.
Sie stellen gut betreute und angeleitete Praktikumsplätze zur Verfügung. Die
Liste ist so lang, dass wir leider nicht alle hier im Einzelnen benennen
können.