Resümee

  Die Netdays 98 liegen hinter uns, und damit eine Woche Ausnahmezustand in unserer Realschule.

Die Organisation von Projekttagen mit 13 Projekten zum Thema: "Schule und neue Medien" mit dem Schwerpunkt "Europa", an denen viele Klassen jahrgangsübergreifend oder als Differenzierungskurse teilnahmen, setzte den normalen Stundenplan außer Kraft.

Mit der Teilnahme an den Netd@ys 98 haben sich alle Beteiligten (Lehrer, Schüler, Sponsoren, Referenten, Presse) auf ein großes Abenteuer eingelassen. Dieser Mut hat sich gelohnt:
  • Die Arbeit mit den neuen Medien, hat zu großer Selbsttätigkeit und Teamkompetenz bei Schülerinnen und Schülern geführt. Sie hat mit der Art der Wissensvermittlung für eine belebende Abwechslung gesorgt.
  • Ängste und Vorbehalte im Umgang mit den neuen Medien wurden reduziert, allerdings nicht völlig ausgeräumt.

  • Die Schule hat viele kompetente außerschulische Partner für ihre unterrichtliche Arbeit gewinnen können.

  • Die Zusammenarbeit mit den Nachbarschulen bei der schulformübergreifenden Rechnernutzung (Hauptschule, Gymnasium) war problemlos möglich. Die eigene PC-Kapazität reichte nicht aus!

  • Die "Öffnung von Schule" hat durch Kommunikation mit vielen Partnern (Unternehmen, Behörden, Schulen) eine neue Dimension und Qualität erreicht.

  • Aus der außergewöhnlich umfangreichen Dokumentation unserer Netd@ys 1998 kann man sehen, dass die Aktionstage allen Beteiligten Spaß gemacht haben. Die Ergebnisse erscheinen auch in einer Sonderausgabe unserer Schülerzeitung "Jovel".
Allen möchte ich herzlich danken, die diese Netd@ys 98 an unserer Schule so erfolgreich mitgestaltet haben :
  • Den Sponsoren, die Arbeitszeit und Material großzügig zur Verfügung gestellt haben, um die Vernetzung aller Rechner für die Internetnutzung aus vielen Klassen- und Fachräumen zu erreichen,

  • den Referenten für die Bereitschaft zur Mitarbeit in den Projekten,

  • den Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern, die die technische Herausforderung zur optimalen Umsetzung der Netd@ys angenommen haben und die sich alle weit über das übliche Pflichtstundenmaß mit kreativen Ideen und großem Engagement eingebracht haben.
Csury

- Schulleiter -




Die Netd@ys - na und?

Senden - Wir haben fertig-

Schülerzeitungsredakteure ziehen Bilanz! Streß, Hektik und kaum Zeit zum Luft holen.

Vom ersten bis zum letzten Tag der Netd@ys versuchten wir alles so gut wie möglich zu organisieren. Wir hechteten von einem Projekt zum anderen, um nichts zu verpassen. Die 12 unterschiedlichen Projekte hatten zur Folge, daß wir uns ständig in neue Themen hineinzuversetzen hatten. Gerade noch auf den Spuren der Geschwister Scholl, entdeckten wir anschließend die Gene im Salat.

Jeden Tag aufs neue machten wir uns zuerst auf den Weg zum Vertretungsplan. Wann findet welches Projekt zu welcher Zeit an welchem Ort statt. Dann hieß es Augen auf und Ohren gespitzt. Zuhören, merken, verstehen und anschließend schreiben, was das Zeug hält. Wir erlebten völlig neue Situationen, in denen wir uns zurechtfinden mußten.

Einmal mehr lernten wir während der Netd@ys das Internet kennen, und können uns auch in Zukunft vorstellen, mit Hilfe dieses Mediums den Unterricht zu gestalten. Unser Fazit: Die Netd@ys waren eine willkommene Abwechslung vom tristen Schulalltag. Spaß machte uns vor allem das selbstständige Arbeiten und die Berichterstattung.



Und was sagen die Schüler dazu?

Senden- "Des einen Freud, ist des anderen Leid", sagt ein altes Sprichwort, und so ähnlich dürften auch die ersten Reaktionen der Schüler ausgefallen sein, als sie die Nachricht, dass es nach den Herbstferien erneut Netd@ys geben würde, erreichte. Das wird bestimmt 'ne klasse Sache, werden sich einige gedacht haben, andere wiederum wird allein die Ankündigung gelangweilt haben. Bei Schülern, die sich nur wenig mit - ihrem Projekt anfreunden konnten, kam schnell Langeweile auf. "Das will ich nicht und das mag ich nicht! Warum macht der dies und ich nicht? Müssen wir an den Projekten teilnehmen?"

Dafür waren andere Klassen umso motivierter. Selbstständiges Arbeiten und das Surfen im Internet war bei vielen sehr willkommen. Endlich mal abschalten vom tristen Schulalltag! Eine ganz neue Erfahrung kam auf die "kleinsten" unserer Schule zu. Es war die erste größere Veranstaltung, an der sie tatkräftig mitarbeiten durften. Viele waren so aufgeregt, dass sie in den ersten Tagen nicht so recht wußten, wie sie sich verhalten sollten. Es waren nicht nur ungewöhnliche Schultage, sondern sie konnten selbstverständlich am Computer arbeiten und im Internet surfen.

Doch mit der Zeit tauten auch die Letzten auf und jeder versuchte sein Bestes. Den einen oder anderen mußte man schon bremsen, damit er die Projekttage "heil" überstand und nicht mit eckigen, computergeschädigten Augen nach Hause ging.

Das Arbeitsklima und die Motivation innerhalb der Klassen oder Gruppen war gut, auch die Zusammenarbeit untereinander und das Aushelfen bei technischen Problemen funktionierte. Weiß jemand, wie ich ins Internet komme? Mein Computer ist schon wieder abgestürzt, kann mir wer helfen? Einigen Schülern war es sogar anzusehen, dass ihnen diese Art von Unterricht viel Freude bereitete. Trotz der vielen hochroten Köpfe, trotz zahlreicher Stresssituationen, trotz Frust mit der Technik oder der berühmten "Null-Bock-Phase" konnte noch gelacht werden und es wurde sehr intensiv an den verschiedenen Themen gearbeitet. Die Netd@ys sorgten unter anderem für Abwechslung, erzeugten keinen weiteren Druck und boten zudem neue, ungewöhnliche Themen und Methoden an. Einige Gruppen gingen auch auf Exkursion. Auch Leute, die sonst mehr Interesse an unterrichtsfremden Aktionen zeigen, beteiligten sich eifrig und dachten mit. Auf der anderen Seite allerdings gab es auch Schüler, die man nicht gerade für die Netd@ys begeistern konnte. Wie lange noch? Wann schellt's? Mit diesen Fragen beschäftigten sich einige mehr, als mit dem eigentlichen Projektthema, dass an ihnen vorbei lief. Aber ist das nicht normal? Was auch auffiel war, dass es immer dann lauter wurde, wenn Theorie auf dem Programm stand. Dem ein oder anderen fiel es schwer, einfach mal ruhig zu sitzen und zuzuhören. Man rutschte nervös auf den Stühlen herum, kramte in den Taschen oder versuchte leise sich für nachmittags zu verabreden. Theorie bleibt halt auch während der Netd@ys öde, auch wenn sie notwendig ist. War die "Vorstellung" allerdings beendet und es ging wieder zum "interessanteren" Teil über, wachten schließlich auch die Letzten auf und richteten ihre Aktivitäten wieder auf das Projektthema.

Und das war nicht immer problemlos. Denn zwischendurch machte die Techik den Schülern einen Strich durch die Rechnung. Besonderen Gefallen schienen die Computer am Abstürzen gefunden zu haben. So hörte man oft, "Oh,nein", -nicht schon wieder! "Jetzt habe ich den Text schon fünfmal geschrieben!" Ich komme nicht ins Internet rein! Andere versuchten dem Computer gut zu zureden, doch hatte dieser erst einmal die Daten "gefressen", gab er sie nicht mehr raus! Pech! Das war aber auch das Einzige, was die Schüler so richtig frusten konnte. Insgesamt sah man viele zufriedene Schüler und Schülerinnen während der Netd@ys; es wurde intensiv, aber anders als sonst gearbeitet und so mancher konnte sich auch nachmittags nicht vom Computer und dem Internet trennen‚"...

MZ
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