e-mail Austausch

Klasse 10a
Projektleiterinnen: Dörte H., Christel K.
Projektgruppe: Klasse 10a, Kurs 10sw (22 Schüler/innen)











Karikatur 1

















Karikatur 2














Computer








Karikatur 3
Wohnen, Freizeit und Schule in Holland und Deutschland (e-mail Austausch)

Planung des Projektes

In der Vorbereitungsphase zu den diesjährigen netd@ys stellte sich unserem Team die Frage, welches Projekt unseren Vorstellungen am nächsten kam. Wir waren uns einig, dass die Projektwoche für uns nicht irgendein willkürliches Thema beeinhalten, sondern ein Schwerpunktthema herausgreifen sollte, das 1. die Schüler selbstständig und kontinuierlich weiterverfolgen können, und das 2. von uns Teamleitern im März 1999 während der dann geplanten Projekttage erneut aufgegriffen werden kann, um eine Vertiefung der Thematik zu erreichen. So kristallisierte sich für uns das Thema: "Wohnen, Freizeit und Schule in Holland und Deutschland" heraus. Es soll zu einer persönlichen Erfahrung und zu einem Gedankenaustausch führen, nämlich zu einem Besuch einer holländischen Schule in Enschede.

In unseren Unterrichtsfächern Deutsch und Sozial- und Wirtschaftskunde hatten wir häufig festgestellt, dass die Schüler/innen trotz unserer geografisch günstigen Grenzlage zu Holland keine bzw. wenig Kenntnisse über ihre unmittelbaren Nachbarn haben. Der Fremdsprachenunterricht in Englisch und Französisch lenkt die Schülerinteressen auf "sein" Land und gibt den holländisch-deutschen Beziehungen wenig Raum. Auch Ähnlichkeiten der Kulturen sind auf den ersten Blick irreführend. Viele täuschen sich und glauben, dass man die eigenen Normen und Verhaltensmuster nur in die andere Sprache übertragen muss, um ein richtiges Bild des Nachbarvolkes zu erhalten. Gerade der geschichtliche Hintergrund in Holland und die Auswirkungen auf die Gegenwart beweisen das Gegenteil.


Erwartungen an die Schüler/innen

Unser Bestreben richtete sich darauf, die Schüler/innen zu motivieren, sich selber darzustellen, zu fragen: "Wer sind wir?", um nach einer gemeinsamen Analyse automatisch zu der Frage über unsere Nachbarn (deren Alltagsleben, Schule, Freizeit und Wohnen) zu kommen.

Die Schüler/innen sollten durch eine Filmreportage - Mit 14 in Deutschland - , die im ARD-Programm gesendet worden war, animiert werden, sich mit den dargestellten Jugendlichen zu vergleichen und auseinanderzusetzen. Aus dieser Reflexion heraus erwarteten wir eine Gruppenbildung, in der die Schüler/innen sich thematisch mit selbstgewählten Schwerpunkten ihrer eigenen Lebenssituation befassen. Die Fragen an die holländischen Jugendlichen ergeben sich aus dieser Erarbeitung.


Durchführung

In einem brainstorming trugen die Schüler/innen zu Beginn des Projektes Beobachtungen über unsere holländischen Nachbarn zusammen und versuchten gleichzeitig ihr eigenes Leben mit den Augen von Fremden zu sehen. Der anschließend gezeigte Film zwang die Schüler/innen zu einer Auseinandersetzung mit ihren persönlichen Lebensumständen und -erwartungen. Sie mussten schriftlich Stellung nehmen zu Schwerpunkten wie "Zukunftserwartungen, Religion, eigenes Konsumverhalten ...". In der sich anschließenden Phase der Gruppenarbeit wählten sie Themen aus, über die sie von sich persönlich und von Jugendlichen in Senden allgemein den holländischen Briefpartnern erzählen wollten. Gleichzeitig entwickelten sie einen Fragenkatalog an die Adressaten. Diese Phase forderte von den Schüler/innen eine intensive Mitarbeit, um inhaltlich aussagekräftige, sprachlich gut verständliche und formal ansprechende Texte zu erstellen. Die Schüler/innen erfüllten diese Bedingungen. Das eigentliche Schreiben und Versenden der e-mails nach Holland war zeitaufwendig und z.T. - wegen technischer Schwierigkeiten - frustierend, deutlich zu erkennen war aber immer die Spannung "Wird unsere e-mail ankommen?" "Werden wir Antwort erhalten?" "Wer wird unser Partner sein?"
Diese Phase der Erarbeitung nahm insgesamt sieben Unterrichtsstunden in Anspruch. Uns Teamleitern hat die Kombination von moderner Computertechnik mit der traditionellen Kulturtechnik "Briefeschreiben" gefallen.

Schüler/innen, die eher fertig waren, nutzten die verbleibende Zeit, um im Internet weitere Informationen über Holland, Amsterdam und Enschede zu sammeln.
Im dritten Teil der Projektwoche thematisierten wir deutsch- holländische Beziehungen. Während wir typisch holländische Produkte (Wilhelmina-mints, Honigkuchen, Lakritz, Tee) vorstellten und konsumierten, sprachen wir über persönliche Erfahrungen und Begegnungen mit Holländern.

In diesem Gespräch konnten zusätzlich geschichtliche Abläufe erklärt werden, um bei den Schülern Verständnis für gewisse Verhaltensweisen unserer Nachbarn zu wecken. Ein aktueller Bezug ergab sich außerdem durch das Jubiläum des Westfälischen Friedens am 24.10., der die Staatengründung Hollands bewirkte. Der bevorstehende Besuch der holländischen Königin gewann so ungeahnte Aktualität.
Zum Abschluss des gesamten Projektes besuchten wir gemeinsam in der Universitäts- und Landesbibliothek Münster die Ausstellung "Hallo Nachbarn!... Dag Buurvrouw! (deutsch- niederländische Beziehungen in der Karikatur)". Die Schüler/innen entdeckten bzw. erkannten typische nationale Eigenschaften beider Völker wieder und hatten offensichtlich Spaß an der übertriebenen Darstellungsweise der Karikaturen. Sie zogen selber Querverbindungen, verwiesen auf Einzelheiten der Bilder und forderten Zusatzinformationen von uns ein. Anschließend stellte jeder seinen Favoriten unter den Bildern vor.