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23.10.2002: Bujanovac

Am nächsten Morgen fahren wir mit einem Mietwagen über den Autoput von Belgrad gut 350 km Richtung Süden nach Bujanovac, wo wir die aus Münster abgeschobene Familie D. besuchen wollen. Bujanovac liegt etwa 15 km östlich der Grenze zum Kosovo und gut 50 km nördlich der mazedonischen Hauptstadt Skopje.

Abb. 23: Bujanovac im Grenzgebiet zwischen Serbien, Kosovo und Mazedonien

In der Region siedeln überwiegend albanische Volkszugehörige. Am Ortseingang halten wir an einem Motel, um nach der Jacima Djošica, der Straße, in der die Familie wohnen soll, zu fragen. Es stellt sich heraus, daß das Motel nicht mehr als solches benutzt wird, sondern von albanischen Flüchtlingen aus dem Kosovo bewohnt ist, die uns nicht weiterhelfen können. Merkwürdigerweise kennen auch zwei jugoslawische Verkehrspolizisten die Straße nicht, obwohl der Ort ziemlich klein und – wie sich später zeigt – die Straße sehr lang und sehr dicht mit Häusern bebaut ist. Die Häuser gehören sowohl "Albanern" als auch Roma, die albanischen sind allerdings sehr viel größer und besser als die der Roma.

Abb. 24: Von albanischen Volkszugehörigen bewohnte Häuser in der Jacima Djošica

Das Haus, in dem Familie D. untergekommen ist, liegt fast am Ende der Straße. Es gehört dem Neffen von Herrn D. Dieser hat eines der beiden kleinen Zimmer für Frau D. und ihre vier Kinder geräumt und bewohnt mit seiner eigenen Familie jetzt auch nur noch ein Zimmer. Vor beiden Räumen liegt ein gemeinsamer Raum mit Lehmfußboden, der als Küche dient. Das Haus wirkt sehr heruntergekommen und erinnert an die Häuser in den Roma-Camps in Belgrad.

Abb. 25-26: Das Haus der Familie D. am Ende der Jacima Djošica in Bujanovac

 

Abb. 26: Das Haus

 

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