Freiherr-vom-Stein-Gymnasium |
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Am 20 . November 1811 war es endlich soweit, der Unternehmer Friedrich Krupp gründete zusammen mit den Gebrüdern Kechel die erste Gußstahlfabrik in Essen. Bis zur Fertigstellung 1813 hatte Krupp 30.000 Reichstaler investiert und nur 1.422 Reichstaler eingenommen. Im folgenden Jahr trennte er sich von den Gebrüdern Kechel, die nicht in der Lage waren Gußstahl zu produzieren, was sie jedoch vor der Gründung behauptet hatten. Friedrich Krupp hatte seit der Gründung viele Experimente und Versuche durchgeführt, so daß er am 30. Oktober 1816 erstmals eine größere Menge Gußstahl ausliefern konnte.
Als der Essener Industrielle Friedrich Krupp mit erst 39 Jahren starb, übernahm der am 26. April 1812 geborene Alfred Krupp mit erst 14 Jahren die Leitung der Fabrik. Damals dachte wohl noch niemand an den späteren erfolgreichen Verlauf des Unternehmens. Seine Voraussetzungen waren nicht gerade rosig, zumal er noch so jung war und nichts außer sechs Mitarbeitern und seiner Idee, den englischen Gußstahl zu ersetzen und an Qualität zu überbieten, vorweisen konnte. Kurz vorher hatte er die Schule verlassen, um seinen kranken Vater zu unterstützen. Immer noch minderjährig begann er eine kurze Lehre, um danach das nahezu bankrotte Unternehmen zu übernehmen. Aber Alfred wurde von Anfang an von stillen Teilhabern unterstützt und hatte mehr Erfolg als sein Vater. Das lag nicht nur daran, daß er beharrlicher als sein Vater gewesen war, sondern auch realistischer. Die deutsche Zollunion ebnete ihm den Weg in den wertvollen süddeutschen Markt und die freihändlerische Zollpolitik baute Grenzen zum Ausland ab. In den ersten fünfundzwanzig Jahren ging es mit der Fabrik aufwärts, doch der Vorsatz einer fortwährenden Erweiterung des Geschäfts brachte die Fabrik in den dreißiger und vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wiederholt an den Rand des Bankrotts. Unbeirrbar und unaufhaltsam voranschreitend, trat er in London mit einem Gußstahlblock, der ein Riese seiner Zeit war, auf.
(Stammhaus von 1819 und Erweiterung von 1836)
Er war ein Monarch der Industrie.
England mußte später große Gußstahlblöcke bei Krupp bestellen, vor allem für große Schiffsgeschütze. (Zitat: "Ordinär arbeiten ist gegen meine Neigung.")
Der Ausbau der Eisenbahnen bracht den entscheidenen Erfolg. In den Eisenbahnrädern und gußstählernen Teilen für Lokomotiven und Waggons, Kolbenstangen, Achsen, Federn, Schiffswellen ging der Kruppstahl hinaus in alle Welt, wenig behindert von Zöllen. Alfred Krupp nutzte die Freiheit der Märkte und seinen Vorsprung in der Technik aus, ging Risiken bis zur Gefährdung seines Werkes ein.
In dem Auf und Ab der Konjunktur sah Alfred Krupp nur den Atem der Entwicklung, in den Geschäftsstockungen nur die Ruhepausen beim Siegeszug der Maschinen und der stärkeren Armierung, die immer mehr Stahl, immer größere Stahlblöcke forderten. Dem Tiegelstahl drohte eine schwere Konkurrenz durch ein neues Verfahren zur Massenherstellung von Stahl. Henry Bessemer war es in England gelungen, Roheisen durch Zuführung von Luft in Stahl zu verwandeln. Alfred Krupp übernahm das Bessemer -Verfahren 1862, als es fabrikreif geworden war. Bis zu seinem Tode 1887 lieferte er nahezu 25.000 Geschützrohre. Als 1874 Geschützlieferungen an Österreich unerwünscht waren, erklärte Krupp dem deutschen Kaiser, er brauche den Absatz in allen Ländern, sonst würden die Mittel für den Fortschritt fehlen. Es sei nicht mehr ausschlaggebend, die besten Geschütze der Welt zu haben, es sei aber unter allen Umständen nötig, den Vorsprung in der Fabrikation aufrechtzuerhalten. Im ersten Weltkrieg und danach sollte dann das Problem des Rüstungspotentials aller Länder deutlich werden.
(Firmengebäude von 1912)
Alfred Krupp verdankte alles der Praxis und der eigenen technischen Begabung. Er verwehrte seinem eigenen Sohn die wissenschaftliche Ausbildung. Sein Sohn Friedrich Alfred Krupp sollte neben und von ihm lernen, das Werk zu leiten. Alfred Krupp verstarb mit fünfundsiebzig Jahren in den Armen seines Dieners. Er hinterließ seine Fabrik, welche das Ziel seines Lebens war, die bei seinem Tode 21.000 Menschen beschäftigte und die ohne ihn, aber nach seinen Regeln, weiterleben und wachsen konnte. Der Stahl blieb weiterhin der Mittelpunkt, genährt aus eigenen Rohstoffquellen, vor allem Kohlenzechen und Erzgruben, gefördert von der sich ausbreitenden Stahlverwendung, die Alfred Krupp intuitiv vorausgesehen, mit technischer Meisterschaft vorbereitet auf den Weltmärkten angebahnt hatte.
Das Werk, das Alfred Krupp als überragende Unternehmerleistung hinterließ, war so fest gefügt, daß es seither die schwersten Erschütterungen überstand.
Fazit:
Man kann sagen, daß er einer der bedeutendsten Pioniere Deutschlands, eigentlich des Ruhrgebiets gewesen ist. Durch ihn bekam die technische Entwicklung einen entscheidenden Anstoß.
Bearbeitet: Daniela
Güttler; Clarissa Roch
Stand: 26.03.1998