Freiherr-vom-Stein-Gymnasium

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Die Soziale Frage: Kinderarbeit

 

Hört man heute das Wort "Kinderarbeit" stellen sich einige Leute darunter vor, dass Kinder den Eltern im Haushalt helfen oder mit kleineren Arbeiten ihr Taschengeld aufbessern wollen. Doch Kinderarbeit heißt, dass Kinder wie Erwachsene fest angestellt sind.

Kinderarbeit gab es schon vor der Industriellen Revolution. Doch die Industrielle Revolution brachte neue Arten der Kinderarbeit. Kinder, die 1868 in Kohlebergwerken in Süd-Wales arbeiteten, wurden befragt, wie ihr Arbeitsablauf aussehe. Zwei Jungen, der eine gerade 13 und der andere 12 Jahre alt, arbeiteten dort seit 2 Jahren bzw. 9 Monaten. Sie erzählten von sich und den anderen 28 Jungen und davon, welche Arbeiten sie alle in der Grube zu verrichten hatten. Aufgrund der Enge unter Tage fiel es sehr schwer Kohle zu karren. Außerdem konnten sie nur im Liegen arbeiten. Ihre Schicht fing um 6 Uhr morgens an und endete um 18 Uhr. Sonntags hatten sie frei und alle zwei Wochen mußten sie nachts arbeiten. Feste Essenszeiten gab es nicht. Bis zu der Befragung gab es keine Unfälle in dieser Grube. Dies war leider nicht überall der Fall. In einer Flachsmühle starben z.B. 9 Mädchen an den Folgen einer schweren Lungenkrankheit.

Die Kinder, die dort arbeiteten, hatten keine ausreichende Schulausbildung. Nur einige konnten lesen, viele selbst das nicht. Familien schickten ihre Kinder in Bergwerke, Flachsmühlen etc., weil sie keinen anderen Ausweg fanden. Die Eltern selber verdienten oft nicht genug Geld, um ihre Familie alleine ernähren zu können. Ihre Kinder wurden zu harter Arbeit angetrieben, beschimpft und geschlagen. Diese Art von Kindesmißhandlung wurde nicht hart bestraft, so dass die Aufseher nicht daran gehindert wurden, die Jungen und Mädchen weiterhin so zu mißhandeln. Die Folge war, dass die Kinder sich ängstigten und die Befehle ausführten. Die übermäßige Arbeit war der Grund dafür, dass viele starben. Die Verantwortlichen billigten den Tod vieler Kinder und versuchten sogar, die Kinderarbeit zu beschönigen. Freizeit gab es für diese Kinder nicht, denn sie waren an ihre Arbeit gekettet.

Kinderarbeit in Aschaffenburg 1858

Kinderarbeit in einer Fabrik in Aschaffenburg. 1858

In vielen Entwicklungsländern sind Kinder heute noch die Altersversorgung ihrer Eltern. Sie arbeiten hart und ernähren damit ihre oft großen Familien. Sie arbeiten z.B. auf Plantagen oder Feldern von Gutsbesitzern, denn nur selten besitzen ihre Eltern eigenes Land. Heutzutage haben die Kinder in den Entwicklungsländern mehr Chancen, der Kinderarbeit nicht zum Opfer zu fallen, als die Kinder im England des 19. Jahrhunderts. Es gibt viele Kinderhilfswerke, die sich speziell für eine bessere Schul- und Berufsausbildung einsetzen. Durch die Vermittlung verschiedener Organisationen, z.B. Kinderhilfswerke, kann den Kindern eine neue Lebensperspektive geboten werden. Eine Pflegefamilie übernimmt es, monatlich eine bestimmte Summe für den Lebensunterhalt des Pflegekindes zu bezahlen. Dadurch wird die Schulausbildung des Kindes finanziert. Die Pflegefamilie wird regelmäßig über die physische und psychische Entwicklung des Pflegekindes informiert.

Auf diese Weise können Einzelpersonen, Vereine und Schulklassen etwas tun, um Kinderarbeit oder -verwahrlosung zu verhindern.


Bearbeitet: Jessica Thamm, Julia Wittemeier
Stand: 26.3. 1998

Überarbeitet: Clarissa Roch, Daniela Güttler
Stand: 30.4.1998