Freiherr-vom-Stein-Gymnasium

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Industriepioniere: Friedrich Harkort

Friedrich Harkort wurde am 22.02.1793 auf Gut Harkorten in Hagen-Haspe geboren. Seine Familie und er gehörten einem Freibauerngeschlecht der Garfschaft Mark an.
Harkort war ein westfälischer Industriepionier, der seit 1848 politisch tätig war. Auf Seiten des Königstreuen war er Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung.
Friedrich Harkort beendete seine Ausbildung als Kaufmann erfolgreich, und nachdem er als Leutnant 1814-1815 am Feldzug gegen Frankreich teilnahm, machte er sich selbstständig.

Die Fabrik Friedrich Harkorts 1834

Die Fabrik Friedrich Harkorts auf der Burg Wetter um 1834

1819 gründete er mit dem Kaufmann und Bankier Johann Kamp und dem engl. Ingenieur Thomas die "Mechanische Werkstätte", womit er aufgrund seiner stabilen, finanziellen Lage und seiner guten Beziehungen keinerlei Probleme hatte.
Harkort erklärte, dass sein Unternehmen, das anfangs noch mit sehr skeptischen Blicken betrachtet wurde, spezialisiert sei, Dampfmaschinen und Gasbeleuchtungsapparate in allen Grössen und Formen herzustellen und zu liefern. So wurde der Dampfmaschienbau zur ersten grossen Aufgabe der "Mechanische Werkstätte", ein Erfolg, der aber auch die ersten grösseren Schwierigkeiten mit sich zog. Es kam zu wirtschaftlichen Rückschlägen und trotz des Baus der Dampfmaschinen ging die Firma nach wenigen Jahren bankrott.

Nachdem Friedrich Harkort aus England gehört hatte, dass Eisenbahnen in naher Zukunft ein wichtiges Verkehrsmittel sein würden, hatte er vor, eine Eisenbahnstrecke von Minden nach Köln zu bauen.
Schon 1827 befürwortete er beim Freiherr-vom-Stein die Anlage von Eisenbahnen, und setzte sich 1833 für die Ausführung der Rhein-Weser-Bahn ein, bevor er 1832 den sogenannten "Plan des Terrains von Minden nach Köln und deren Seitenverbindungen " entwarf. An der Verwirklichung war er jedoch nicht mehr beteiligt.
Nach dem Krieg 1870/71 führte er in seinen neu gegründeten Kupfer-, Walz- und Eisenwerken , Wohlfahrtseinrichtungen und Arbeitskrankenkassen für sein Arbeiter ein.
Am 6.03.1880 starb er in Hombruch bei Dortmund.

Harkort hat trotz seiner geschäftlichen Tiefschläge und Niederlagen einen sehr wichtigen Beitrag zur Industriellen Revolution in Deutschland geleistet. Ohne ihn wäre Deutschland, besonders das Ruhrgebiet, wohl um eine wichtige Wirtschaftspersönlichkeit ärmer, die zudem geniale Ideen hatte, Ideen, die vielleicht nicht immer sinnvoll realisiert wurden, zumindest aber auf sozialem Gebiet richtungsweisend waren.


Bearbeitet: Angelina Klüger, Tugce Karakurt, Helen Neumann, Mareike Feist, Mareike Papez
Stand: 26.03.1998