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ASCOMs PLC-System: Technische Defizite, Ungereimtheiten und Unausgereiftheit

Feststellungen und Wissenswertes aufgrund des PLC-Einsatzes in Fulpmes / Tirol

(v. 21.10.2001)

Weitaus mehr Klarheit hinsichtlich der eingesetzten PLC-Anlagen der Fa. ASCOM, die ja auch von deutschen PLC-Protagonisten verwendet wird, sind durch den PLC-Einsatz dieses Systems im österreichischen Fulpmes (Tirol) offenbar geworden. Deutsche Ergebnisse sind nach wie vor weder frei zugänglich, noch sind sie in Genehmigungsverfahren eingeflossen, was einem großen Interesse an einer, nennen wir es einmal freundlich so, "Verschleierung" relavanter Defizite und Probleme gleichkommt.
Dem Bericht über den tiroler Einsatz des ASCOM-PLC-Systems in der aktuellen Oktoberausgabe der Zeitschrift "QSP" des Österreichischen Versuchssender-Verbandes (ÖVSV) ist zu entnehmen:
Soweit der Inhalt des QSP-Artikels in Zusammenfassung.
Daß all dies bei ASCOM nicht gerade Freudenstürme ausgelöst hat, kann man nachvollziehen. Dennoch brauchte es anscheinend fast 5 Monate bis zu einer Reaktion im Rahmen eines ASCOM-internen Workshops am 14. September 2001.
In ersten vorliegenden Informationen über das diesbezügliche Ergebnis dieser interen Besprechung des "Fulpmes-Debakels" - quasi als erste Stellungnahme zu dem Artikel in der "QSP" - gab ASCOM u.a. zu:
Soso...  Ob das die deutschen ASCOM-Technikanwender wohl wissen? Sie müßten es, auch die deutsche RegTP, wenn sie denn unvoreingenommen - wie z.B. in Tirol geschehen - gemessen und festgestellt hätten. Indessen, man hört von dieser Seite rein - nichts! Haben sie? Haben sie nicht? Warum keine vergleichbare Offenheit in Deutschland wie sie in Tirol gegeben war? Oder, kann etwas in Deutschland nicht sein, was nicht sein darf?! Die Geräte sind wohl vergleichbar..., die Offenheit nicht.
Und, ASCOM, aber auch die Anwender der ACOM-PLC-Technik, müssen sich fragen lassen, warum denn wohl bei den infragekommenden PLC-Geräten überhaupt Einstellmöglichkeiten vorgesehen sind, die vorschriftenwidrigen Betrieb gestatten! Wenn doch ASCOM genau weiß, daß dies ganz sicher immer die eigentlich viel zu laschen Maximalwerte der NB 30 erheblich überschreitet. Diese PLC-Technik ist dann auch noch im sog. "Indoor-Bereich" in der Hand der User, d.h. in der Hand von technischen Laien. Und Letztere drehen sicher auf, d.h. die Pegel hoch, wenn PLC dann nicht so flott funktioniert, wie ach so vollmundig angepriesen... Eine Art "Selbstbeschränkung" der User hierbei zu erwarten, das widerspricht der allgemeinen Lebenserfahrung.
Ganz aktuell hat die Schweizer BAKOM, das ist die dortige zuständige Behörde, in den nationalen schweizer Bestimmungen bzgl. PLC von Ende September 2001, die Inkompatibilität von PLC und u.a. KW-Rundfunk sowie Amateurfunk in gleichen Frequenzbereichen festgestellt. Die gleichzeitige Nutzung dieser Frequenzbereiche durch PLC-Anwendungen ist folgerichtig in der Schweiz untersagt.
Auch in den andern KW-Frequenzbereichen wird darüberhinaus nur von einer eingeschränkten Kompatibilität zwischen PLC-Anwendungen und Funkdiensten ausgegangen.
Die deutsche RegTP jedoch, in Aufweichung der NB30 an sich, gestattet PLC in so gut wie allen Frequenzbereichen! Es ist kaum erkennbar, worin der Unterschied zwischen der Schweiz und Deutschland bestehen sollte, was Technik an sich angeht.
Unterschiedlich zur Schweiz ist in Deutschland im wesentlichen wohl nur der politische Wille, physikalisch-technische Gegebenheiten bewußt zu ignorieren, um einigen wenigen großen Energieversorgern eventuell ein Zubrot im Kommunikationsektor zuzuschieben, unter billigender Inkaufnahme der mit PLC einhergehenden elektromagnetischen Umweltverschmutzung, der "Ätherverpestung" sozusagen.
Es ist kaum anzunehmen, daß die PLC-Anbieter ihre im wesentlichen z.Z. noch potentiellen PLC-Kunden bzgl. der vorstehenden Defizite der PLC-Technik und der Unausgereiftheit der zur Anwendung kommenden Geräte aufklären werden - bis dann möglicherweise Verbraucherschutzorganisationen dies erzwingen werden. Bis dahin steht der Geruch einer gewissen, eventuell gewollten Unlauterkeit im Kundenumgang im Raum.
 

Initiative gegen PLC
c/o Martin Hengemühle
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