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Johannes Kepler war ein deutscher Astronom und Naturphilosoph, er formulierte und bestätigte die drei Gesetze der Planetenbewegung, heute bekannt als Keplersche Gesetze. Kepler wurde am 27. Dezember 1571 in Weil geboren und studierte Theologie an der Universität Tübingen. Kepler akzeptierte die kopernikanische Theorie und wurde ebenfalls ihr Vertreter. Im Jahre 1594 ging Kepler von Tübingen nach Graz und arbeitete dort eine komplexe geometrische Hypothese aus, um die Entfernungen zwischen den Planetenumlaufbahnen erklären zu können. Dies führte aber zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis. Kepler war von 1594 bis 1600 Professor für Mathematik und Astronomie an der Universität Graz. Im Zuge der Gegenreformation wurde er mit seiner Familie aus Graz vertrieben. Er siedelte nach Prag über und wurde Mitarbeiter des dänischen Astronomen Tycho Brahe. Nach dem Tod von Brahe im Jahr 1601 übernahm Kepler die Anstellung als kaiserlicher Mathematiker und Hofastronom Rudolfs II. Im Jahr 1612 ging Kepler als Mathematiker nach Österreich. 1615 bis 1620 verteidigte Kepler seine Mutter, die der Hexerei beschuldigt war. Er erreichte ihre Freilassung. 1628 trat Kepler in die Dienste Wallensteins, deutscher Herzog und Feldherr im 30- jährigen Krieg (1618-1648). Kepler starb am 15. November 1630 in Regensburg.
2. Historischer HintergrundBereits im Altertum versuchte man die Bewegung der Planeten durch Kreisbahnen
um die Erde zu beschreiben. Ptolemäus, griechischer Astronom und
Mathematiker, stellte um 150 nach Christus ein Weltbild auf, das die Bewegung
der Planeten zufriedenstellend beschrieb. Dieses ptolemäische
Weltbild bestand bis ins spätere Mittelalter, obwohl bereits 250
vor Christus Aristorch von Samos ein heliozentrisches Weltbild postulierte.
Erst viele Jahre später entwarf der polnische Astronom Nikolaus Kopernikus
(1473-1543) das kopernikanische Weltbild, in dem
die Erde und alle andere Planeten die Sonne auf Kreisbahnen umkreisen.
Der einzige Körper, der sich um die Erde bewegte, war der Mond. Die
Vorhersage über die Planetenposition mit dem kopernikanischen Modell
waren aber schlechter als mit Hilfe des ptolemäischen Modells. Zu
einem verbesserten Modell kam man erst, nachdem der dänische Astronom
Tycho Brahe (1546-1601) 20 Jahre lang mit verbesserten Geräten exakte
Beobachtungen der Planetenbewegung durchgeführt hatte. Tycho Brahe
akzeptierte das kopernikanische Weltbild niemals
vollständig und suchte nach einem Kompromiss, in dem er es mit dem
ptolemäischen
Weltbild kombinierte. In Brahes System drehten
sich die fünf bekannten Planeten um die Sonne, die gemeinsam mit den
Planeten die Erde umkreist.
Die Auswertung der beobachteten Bahnen des Mars hatte Brahe seinem
Assistenten Johannes Kepler übertragen. Die Berechnungen gestalteten
sich ungemein schwierig. Die Beobachtungen passten erst ins Bild, als sich
Kepler zu einem revolutionärem Schritt entschloss. Er nahm für
Mars nicht mehr eine Kreisbahn um die Sonne an, sondern eine elliptische
Bahn. Schließlich stellte er aufgrund genauer Beobachtungen des Mars
Gesetzmäßigkeiten für die Planetenbewegung auf.
In der 1609 veröffentlichten Neuen Astronomie beschrieb Kepler
seine ersten beiden Gesetze, in denen er die Ergebnisse zur Marsbewegung
auf alle Planeten übertrug.
Die Bahn eines Planeten ist eine Ellipse, in deren einem Brennpunkt die Sonne steht.
Die Ellipse ist eine geometrische Figur von der Form eines Ovals. Die mathematische Definition lautet: eine Ellipse ist der geometrische Ort aller Punkte, für welche die Summe der Entfernungen von zwei festen Punkten (den Brennpunkten) konstant und gleich der großen Achse der Ellipse ist. Die Brennpunkte einer Ellipse liegen auf der großen Achse und sind achsensymmetrisch zu der kleinen Achse.
3.3. Abbildung (Java – Applet)
Dieses Programm von Walter Fendt simuliert die Bewegung eines Planeten
auf seiner Umlaufbahn um die Sonne und erklärt das erste keplersche
Gesetz. Im Auswahlfeld kann man einen der neun Planeten unseres Sonnensystems
oder den Halleyschen Kometen auswählen. Durch Änderung der Daten
der großen Halbachse und der numerischen Exzentrizität kann
man die Umlaufbahn eines Himmelskörpers genau nachahmen und untersuchen.
Die numerische Exzentrizität ist ein Maß für die Abweichung
einer Ellipse von der Kreisform. Die lineare Exzentrizität ist der
Abstand eines Brennpunktes der Ellipse von ihrem Mittelpunkt. Die
numerische Exzentrizität ist die lineare Exzentrizität
dividiert durch die halbe große Achse der Ellipse. Sie liegt zwischen
0 und 1. Eine Exzentrizität von 0 bedeutet einen Kreis, eine Exzentrizität
von 1 eine Parabel. Die Exzentrizität ist für alle Planeten klein
(nur für Merkur und Pluto größer als 0,2), so dass ihre
Bahnen annähernd Kreisbahnen sind. Das Programm berechnet die aktuelle,
die minimale und maximale Entfernung von der Sonne sowie auch die Länge
der kleinen Halbachse, die in der astronomischen Einheit gemessen werden.
Die astronomische Einheit ist eine Entfernungseinheit für die Vermessung
von Umlauf- bzw. Flugbahnen im Sonnensystem. Die astronomische Einheit
(1,49597870 1011 m) ist der mittlere Abstand der Erde
von der Sonne. Man kann auch die Bahnellipse, die Achsen der Ellipse, die
Verbindungsstrecken zwischen den Himmelskörper und den Brennpunkten
mit dem Programm zeichnen.
Das Aphel ist der sonnenfernste Punkt einer Planetenbahn.
Das Perihel ist der sonnennächste Punkt einer Planetenbahn.
Die Verbindungslinie Sonne - Planet überstreicht in gleichen Zeiten gleiche Fläche.
Das zweite Gesetz sagt aus, dass die gerade Linie, die den Mittelpunkt des Planeten mit dem Mittelpunkt der Sonne verbindet, in gleichen Zeiten gleiche Flächen überstreicht. Daraus folgt, dass der Planet sich in Sonnenferne (im Aphel) langsamer bewegt als in Sonnennähe (im Perihel). Das heißt, dass die Geschwindigkeit des Planeten mit der Entfernung von der Sonne abnimmt.
4.3. Abbildung (Java –Applet)
Diese Abbildung simuliert ebenfalls die Bewegung eines Planeten
auf seiner Umlaufbahn und veranschaulicht das zweite keplersche Gesetz.
Die Auswahl der Planeten, der Wert der großen Achse und der numerische
Exzentrizität lassen sich auf gleicher Art und Weise einstellen wie
in der ersten Abbildung. Mit Hilfe der Zeitlupe kann die Bewegung des Planeten
verlangsamt werden. Das Programm zeigt zwei farbige Flächen (Sektoren),
deren Größe vergrößert oder verkleinert werden kann
und zeitabhängig ist. Zwei Uhren (ausgedrückt durch die Umlaufzeit
T) messen die Zeit für das Durchlaufen dieser Sektoren. Die Geschwindigkeit
des Planeten nimmt in Sonnenferne ab und in Sonnennähe zu. Die Änderung
der Geschwindigkeit ist durch die kleinere bzw. größere Anziehungskraft
zu erklären. Die Flächen der beiden Sektoren sind bei gleicher
Umlaufzeit gleich groß. Auch die Geschwindigkeitsvektoren können
mit dem Programm angegeben werden. Die Entfernung des Himmelskörpers
von der Sonne wird in der astronomischen Einheit und die Geschwindigkeit
in km/h gemessen.
Die keplersche Gesetze der Planetenbewegung brachen mit dem jahrhundertealten
Glauben, dass sich die Planeten auf Kreisbahnen bewegten
und stellten die alte Planetentheorie in den Schatten. Diese Gesetze
spielten eine große Rolle für das Gravitationsgesetz von Isaak
Newton und sind sehr wichtig für das Verständnis der Umlaufbahnen
des Mondes und künstlicher Satelliten. Die Kraft, die im Gravitationsfeld
der Sonne auf die Planeten wirkt, zwingt die Planeten dazu, um die Sonne
zu laufen. Die keplerschen Gesetze gelten nicht nur für die Planeten
unseres Sonnensystems, sondern für jeden Satelliten eines Zentralkörpers
( also z.B.: für die Erde und den Mond oder für die Erde und
jeden künstlichen Erdsatelliten).
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Abb. I :
Geozentrisches Weltbild nach ARISTOTELES. Alle Himmelskörper bewegen sich auf exakten Kreisbahnen um die ruhende Erde. |
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Abb. II :
Geozentrisches Bild nach PTOLEMÄUS. Die Erde steht im Mittelpunkt der Welt. Die Sonne und alle anderen Planeten bewegen sich auf Kreisbahnen. Um die Unregelmäßigkeiten der Bahngeschwindigkeiten der Planeten zu erklären, sollten diese sich zusätzlich auf kleinen Kreisen (Epizykeln) bewegen, deren Mittelpunkte auf den Kreisen (Deferenten) um die Erde laufen. |
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Abb. III :
Heliozentrisches Weltbild nach KOPERNIKUS. Die Sonne steht im Mittelpunkt der Welt. Die Erde und die anderen Planeten
bewegen sich auf Kreisbahnen. Auch Kopernikus ist auf Epizykel und Deferenten
angewiesen. Um die Position der Planeten einigermaßen exakt zu beschreiben.
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Abb. IV :
Modell der Planetenbewegung nach TYCHO BRAHE. Alle Planeten außer der Erde bewegen sich auf Kreisbahnen um die
Sonne. Und die Sonne bewegt sich mit ihren Planeten auf einer Kreisbahn
um die Erde.
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7. Quellen
1. Encarta Enzyklopädie |