Jutta und Michaels 

Tapereviews


LUCY EATS FLOWERS: 8-Song-Demo 
(Gagi Ilic, Starenweg 14, 51149 Köln, 02203/15962; 5 DM plus Porto) 
Jutta: Ich glaube, heute werden wir richtig lieb miteinander umgehen. 
Michael: Du wirkst auch heute weniger aufmüpfig als sonst. 
Jutta: Ich bin heute lieb. Und du bist auch lieb, weißt du das? Ich mag dich. 
Michael: Na, mal sehen, wie lange das anhält. Die klingen noch nach Schülerband, aber das ist wohl dem Alter entsprechend. 
Jutta: Punk mit Geige, würde ich sagen. Schön, daß die mit Geige spielen.. 
Michael: Das wird unsere Leser wohl kaum beeindrucken, wenn du als Geigenspielerin das sagst. 
Jutta: Die Geige ist hier schon ein bestimmendes Element, weil sie das hier von anderen Sachen, die sich ähnlich anhören, abhebt. 
           

NO SEX UNTIL MARRIAGE: 6-Song-Demo 
(Castor Promotion, Dragonerstr.21, 30163 Hannover) 
Michael: Die nächste Band heißt ‘No Sex until Marriage’. Wieder mal ein Bandname, der auf dich ganz bestimmt nicht paßt. 
Jutta: Die scheinen technisch sehr gut zu sein. 
Michael: Dafür sind sie langweilig. Ist das Hardrock? Oder noch Crossover? Das ist doch total ärgerlich, wenn Leute technisch gut sind und dann so beschissene Musik machen. 
Jutta: Also, schon die Songtitel sind echt grauenhaft: ‘Sexdoll’, ‘Say yes’... Gerade haben sie kurz versucht, die Beastie Boys nachzumachen, das klappt aber nicht. (bekommt extremen Lachanfall, nachdem der Sänger beginnt, ‘do it to me, do it to me, baby do you wanna make love with me tonight’ zu singen...) 
Michael: Also komm, das ist doch wirklich totaler Schrott. Hardrock! Und noch nicht mal guter Hardrock, falls es das gibt. 
Jutta: Ja, allerdings. ‘You are my sexdoll’... wie peinlich. Wie kann man sowas bloß machen? Möchtest du auch noch Wein? 

HERR SPIN: Der wahre Jakob 
(Kontakt: Tel. 02552/98612) 
Michael: Im Vorprogramm von Samba im Odeon trat Herr Spin solo auf, in schickem Anzug und sang, naja, Schlager. 
Jutta: Traumhaft. 
Michael: Das Problem hier ist, daß es zu schnell nervt. Vor allem, weil die Lieder zu lang sind. Es gibt ja so Bands, die nie ein Ende finden... 
Jutta: Murray Bozinsky’s Science Club. 
Michael: Ja, das sollte auch eine gezielte Anspielung sein. 
Jutta: Es ist wahr. Das liegt aber an unserem Schlagzeuger. Klemens hat zwar auch seine guten Seiten, er ist aber einfach nicht fähig, ein Ende zu finden. In meiner anderen Band hatten wir einen Schlagzeuger, der genau anders war. Der hat immer alles kurz und knapp gemacht. Der meinte immer: ‘Wenn wir schon eine kompakte Sängerin haben, dann machen wir auch kompakte Stücke’. Der ist äußerst charmant. Einmal hat er mich nach Hause gebracht, da war ich breit und hatte einen ziemlichen Blackout, und er erzählte mir später, ich sei wohl vor der Haustür depressiv geworden und hätte angefangen zu heulen. Und hinterher erzählte er mir: ‘Du warst so depressiv, ich konnte echt nur rot werden’. Naja, du hast ja auch diese Art. 
Michael: (wird rot; zuckt mit den Achseln) 
Jutta (lacht): Das war klar, daß von dir nur Achselzucken kommen würde.... 
Michael: Das war klar, daß du wieder lachen würdest, egal, was ich mache. 
Jutta: Nein, ich wollte gerade sagen, daß du niedlich bist. Herr Spin muß jedenfalls  sehr viel Selbstvertrauen haben, um sowas zu machen. Zu jedem der Stücke könnte man irgendeinen völlig skurrilen Film drehen. Und er hat diese tolle, übertriebene Art zu singen. 

GAUTSCH: Partysalat 
Michael: Das Tape ist natürlich längst ausverkauft, aber da wir ihn bisher nie gelobt haben, muß das einfach mal sein. Nicht umsonst hat er in dieser Ausgabe den Single-Treff gewonnen. 
Jutta: Ich glaube, der ganze Typ ist echt sehr niedlich.. Das kannst du ruhig reinschreiben. ‘Ravemädchen’ ist immernoch mein Lieblingslied. Das ist so süß. Vom Text her find ich ‘Sonnenblume’ noch besser. Und ‘Jung und breit’ paßt 100%ig auf mich.. Ich habe noch niemanden getroffen, der diese Cassette nicht liebt. Die ist einfach toll. Und er stellt die Samples supergut zusammen. und hat ne interessante Stimme. Und die Texte sind so charmant. He’s so great. 
Michael: Du müßtest mal sein Zimmer sehen, das besteht praktisch nur aus Langspielplatten. 
Jutta: Und bestimmt hat er ‘ne Orangentapete oder so. Gautsch ist echt der allerbeste. Neulich hab ich zum ersten Mal das Klaus Lage-Lied gehört, aus dem er bei ‘Den Abend’ sampelt... 
Michael: Bitte? Du meinst ‘1001 Nacht’? Du kanntest das vorher nicht? Das war doch ein Riesenhit damals! 
Jutta: D-a-m-a-l-s. Michi, ich bin 18. 
Michael: Trotzdem ist das ‘ne Wissenslücke. 
Jutta: Dann hab ich halt ‘ne Wissenslücke. ich hab ja auch bei integralrechnung ne Wissenslücke. Gut, daß ich von männlichen Lehrern in der Schule bevorzugt werde... 

LAZULI: Zerrspiegel (6 Lieder, 30 Minuten) 
(Konstanze Meyer, Tilsiterstr.33, 69502 Hemsbach, Tel.06201/74181 Fax.45561) 
Jutta: Das ist Filmmusik. Man sieht Bilder, wenn man die Musik hört. 
Michael: Jedenfalls verbindet man sofort vieles damit: Märchen, Stimmen, Geräusche, Sterne, ein Schloß, Blitz & Donner, Fantasie. Durch die Flöte und das ungewöhnliche Instrumentarium wirken manche Stücke fast schon ein wenig mittelalterlich. 
Jutta: Ich finde dafür keinen Vergleich. Die Gedanken, die die Sängerin aufschreibt, sind spontan, glaube ich. Das ist unglaublich anziehend. Und verwirrend, weil es irgendwie so treffend ist. 
Michael: Mich beeindruckt das auch sehr. Sehr eigenständig, sehr konsequent, sehr persönlich, vor allem die Texte: ‘In deinem Bett, du bist gekommen, ich noch nicht, und warte auf nichts, danach nichts mehr von dort zu wissen wo ich gar nicht wahr, das fällt nicht schwer; jetzt liegst du hier und stellst dir vor wie es für mich war.’ Kein Wunder, daß die schon mit Blumfeld zusammen gespielt haben. Das paßt, obwohl es musikalisch was anderes ist. Und kein Wunder, daß Nick Cave sie als Vorband für seine Europatour engagiert hat. 
Jutta: Wenn ich meine Träume verfilmen würde, könnte das dazu passen. 

THE LEVY-SHOEMAKER EXPERIENCE: Sport (6-Song-Tape) 
(J’accuse Subkulturen, Ralf Welteroth, Haslacherstr.6, 79115 Freiburg, Tel.0761/445032) 
Michael: Das ist der erste Lo-Fi-Liedermacher, den wir heute im Programm haben. Jutta: Das ist nicht schlecht, das hat sehr viel Charme. Und man kann gut zuhören. 
Michael: Und es ist insgesamt erfrischend vorbildlos. 
Jutta: Er hat auch keinen intellektuellen Anspruch so wie Die Sterne oder Blumfeld. 
Michael: Das wird z.B. bei ‘Jule Neigels Plattensammlung’ gut deutlich. Ein ziemlich einfacher, lapidarer Text, der trotzdem unterhaltsam ist und eine wirklich nette Pointe hat. Ich glaube, die Leute, die ihren Liedern Namen geben wie ‘Hans Clarin ist vielleicht ein netter Mensch’ oder ‘Neuschnee in Bremerhaven’ landen inzwischen automatisch irgendwann bei uns. Schade, daß die Stücke manchmal zu lang sind.. 
Jutta: Das ist schön; ich mag den. 

ELEKTROSUSHI: Tape 
(Heimwerker Enterprises, Fon & Fax 05236/1587) 
Michael: Die Band aus dem Sharon-Stoned-Umfeld; waren auch auf der letzten komm küssen-CD. 
Jutta: Die mag ich. Das ist Musik für den Sommer. Das kann man hören, wenn man irgendwo in einer Wiese liegt und die Käfer krabbeln. 
Michael: Mark Kowarsch scheint ganz schön auf Madonna abzufahren, hier gibt’s schon wieder ein Madonna-Cover, genau wie auf der neuen Sharon Stoned-EP. Hey, da war gerade ein Daft Punk-Sample. Das ist ja auch mit das interessanteste an Elektrosushi, daß die moderner klingen als die anderen Ostwestfalenbands, gerade auch durch diese Sampling-Geschichten. Da gibt es auch noch ein Stück, das vornehmlich aus einem Smog-Sample besteht. Und dann die Orgel dazu... 
Jutta: Das alles wirkt auch nicht so direkt wie ein Musik-, sondern eher wie ein Freundschaftsprojekt. 

NOLTE: 6-Song-Tape 
(Tim Zuchiatti, Breul 5b, 48143 Münster, Tel: 0251/58331) 
Michael: Nochmal Gitarren-Pop. Aus Münster. 
Jutta: Die Vergleiche im Info sind etwas hochgegriffen, würde ich sagen. My Bloody Valentine ist doch schon ziemlich weit hergeholt, Trans AM und Tortoise auch. Der Anfang vom ersten Stück ist vielleicht ein bißchen wie Sea & Cake. Am ehesten stimmt noch das mit Sebadoh, weil der Nolte-Sänger auch so nörgelig singt. 
Michael: Das würde ich eher als so’ne Buffalo Tom-Quengeligkeit ansehen. Ich finde, den Gesang auch nicht so gelungen, vor allem dieses rockig-verzweifelte, naja.... 
Jutta: Der Gesang ist teilweise echt fürchterlich, schon wie der Sänger ‘cracker’ ausspricht, oh Gott, Hilfe, Nirvana! Den angekündigten Gitarrenkrach und den Feedbacklärm habe ich auch noch nicht gehört, die machen ja gar keinen Krach. Die klauen nur ab und zu bei Sonic Youth & anderen. Aber das ist alles viel zu ordentlich. Das Problem hier ist auch, daß diese Art von Gitarrenpop total schnell gleich klingt; man probiert anders zu sein und es geht trotzdem daneben. 
Michael: Insgesamt definitiv zu mittelmäßig. 
Jutta: Und zu einfallslos. 

FRITZ BAUT KRACH / DIE GRÜNEN TECHNOBÄRCHEN (C-90) 
(Fritz baut Kees, Speyerstr.36, 67122 Altrip) 
Michael: Das beginnt ja ganz schön seltsam. 
Jutta: Also, die haben irgendwie alle Angst vor gar nichts, diese ganzen Leute, die uns Tapes schicken. Das ist mal wieder so ein typisch wildes Produkt. 
Michael: Die versuchen auf sehr lustige und planlose Art wie eine Death-Metal-Band zu klingen. Die könnten zusammen mit der Lebenden Dosis live auftreten. Auf der Tape-Rückseite ist dann nochmal dieselbe Band bei dem Versuch, eine Techno-Band zu sein. Auch mit guten Ergebnissen. 
Jutta:: Die könnten das Technomaker-Programm benutzt haben. Also, das hat schon klasse. Weißt du, was mir gerade auffällt, Michi? Du hast auch wie ich diese tollen Schatten auf der Wange, wenn das Licht durch die Haare fällt. 

MR. MOTO: More (C-60-Tape) 
(Matthias Lang, Bärendellstr.35, 66862 Kindsbach) 
Jutta: Mr.Moto nennt sich ‘Anti-Musiker’.: Das ist ziemlich gut; könnte vielleicht etwas tanzbarer sein, etwas mehr Power, etwas mehr Esprit... 
Michael: Das ist halt mehr Electro für zuhause. Und schon deshalb super, weil einige Lieder nach den Darstellern der besten Serie der Welt benannt sind: Picket Fences! 
Jutta: Zu dieser Musik könnte man Filme drehen, die in irgendwelchen Industrielandschaften spielen. Wo jemand daherennt, den man nicht sieht. Man sieht nur seinen Schatten auf den Gemäuern und hin und wieder mal einen Fetzen von irgendwelchen Wolken. Und Leute, die plötzlich aus Mauerlücken hervorspringen. Alles paranoid und schizophren. Und plötzlich tritt er auf irgendwas, ein Kaugummi oder so, und erschreckt sich tierisch und rennt schnell weiter... Die Musik wirkt schon recht bedrohlich. 
Michael: Aber auf der anderen Seite auch wieder ruhig. Ich find’s sehr angenehm. Das ist zwar düster, aber ich finde das nicht unbedingt bedrohlich. 
Jutta: Ich schon. Aber ich möchte auch gerne immer Sachen bedrohlich finden. Irgendwo hat er schon recht mit seiner Anti-Musik. Das ist recht wenig ‘musikalisch’, schon eher so eine Art Geräuschkulisse. Was daran noch Musik ist, sind die Töne. Aber Musik wird nicht unbedingt allein durch Töne gemacht. 

Kehlköpfen: fernglas (C-60-Tape) 
(8 DM inkl. Porto, Half Pipe Records, Nikolaus Zarmutek, Schneidersbäumen 19, 57234 Wilnsdorf-Flammersbach) 
Michael: Nach den ersten Takten würde ich fragen: Vielleicht Emo-Hardcore? Also, auf jeden Fall geht das glücklicherweise schon mal nicht auf die Nerven. 
Jutta: Die Texte sind süß. 
Michael: Ich zitiere mal ein Stück Text: ‘Die einzige Spannung, die mir noch bleibt, kommt ein Kontrolleur oder nicht, doch vorsichtig wie ich bin hab ich ‘ne Karte; was hätte ich mit den 11 Mark alles machen können, ein paar Bier trinken gehen, doch mit wem, alle meine Freunde die ich mal hatte haben eine Freundin oder ‘nen Computer, aber keine Zeit, ‘ne Freundin hab ich auch, in meiner Phantasie, Wirklichkeit wird es wohl nie, so ist das eben, das Leben’. Oder: ‘Blumen - nur noch bei Karstadt; Elefanten - nur noch als Schlüsselanhänger; Wale - nur noch im Malbuch; Polkappen - Schnee von gestern; Weiße Weihnacht - wie denn bei 30°.’ Das klingt jetzt vielleicht auf den ersten Blick etwas nach Gymnasiasten-Prosa, aber mir gefällt das. Ich nenne das jetzt mal intelligenten Homerecording-Hardcore. 
Jutta: Hardcore? Ich weiß nicht. Vielleicht doch eher Metal, zumindest von der Gitarre her. 
Michael: Für Leute, die Dackelblut klasse finden. Die Textblätter sind stellenweise so layoutet wie die Artikel von Christoph Koch: Mit ziemlich vielen Frauenfotos. 
Jutta: Vermutlich, weil sie die gern nackt hätten. 
Michael: Das hast du jetzt gesagt.. 
Jutta: Ich bin ja auch ehrlich. Und ich verstehe ja auch Männer. Also komm, das ist doch einfach wahr. 
.Michael: Hey, ich seh’ gerade, das hier ist nur eine einzige Person, die alle Instrumente selber einspielt, inklusive Drumcomputer. 
Jutta: Echt? Also dann ein großes Kompliment an den Kerl, da gehört schon einiges an Leistung zu. Das ist nicht einfach. 
Michael: Der sollte nur nicht seine Texte so untergehen lassen, die versteht man ja kaum. 
Jutta: Ich finde auch, wenn er schon so brüllt, dann deutlicher und vor allem lauter. Get louder! 
Michael: Das tut mir jetzt ja alles ein bißchen leid, daß er keine Freundin hat und auch noch seine Musik alleine machen muß. Mensch, zieh doch mal weg aus Wilmsdorf-Flammersbach, da weiß doch niemand dein schönes Tape zu würdigen. 

DIE LEBENDE DOSIS: Liebesspiel MC 
(Jochen König, Karlsruher Str.13, 68219 Mannheim) 
Michael: Jetzt zu unseren Stammgästen, Die Lebende Dosis. Die haben eine Rock-Oper komponiert namens ‘Schwarz und Weiß’ und dann noch ein Konzept-Tape zum Thema Sex gemacht. Wir fangen mal mit der Rock-Oper an.... 
Jutta: Nein, wir wollen die andere Cassette hören. 
Michael: Ein Stück heißt ‘Backstage bei den Models (für Jutta!)’. Ob es sich hier um eine Hommage für dich handelt? 
Jutta: Ich ahne es... 
Michael: Im letzten komm küssen hast du über die Lebende Dosis geschrieben, die wären so witzig, daß du sofort mit jedem von denen ins Bett gehen würdest. Nun haben sie geantwortet, daß sie demnächst ein Bandfoto machen lassen, damit du die Reihenfolge festlegen kannst. 
Jutta: Aber ich bin doch jetzt verlobt... Ach, iich glaube, ich sollte bei Monty Python einsteigen. Als die Hure. 
Michael: Die tragen textlich ganz schön dick auf: ‘Ich bin ein Meister der Liebe, ihr könnt alle fragen’... Außerdem werden die immer prolliger. Das handelt sich wohl um eine weiter zunehmende Radikalisierung. 
Jutta: Also, diese unkoordinierte E-Gitarre fällt mir schon die ganze Zeit auf. Aber der Trommler hat sich sehr verbessert seit den letzten Aufnahmen. Der hat dazugelernt und kann inzwischen den Rhythmus halten. Erstaunlich. 
Michael: Ich glaube, das ist kein Kompliment für die, sondern eher ein Kündigungsgrund. 
Jutta: Also, anstrengend sind sie ja schon irgendwie manchmal, aber trotzdem wirklich super. Die sind sowas von krass, die sind noch nichtmal mehr Dadaisten, viel schlimmer. Die könnten gut in meiner neuen Antigarde-Bewegung mitmachen. Die lebende Dosis ist ganz eindeutig meine Boygroup des Jahres! 

KIRMES: 6-Song-Tape 
(Gorden Spangardt, Im Schwarzwald 22, 46244 Bottrop, Tel. 02045/5568) 
Jutta: Cool! 
Michael: Ey mann... 
Jutta: Ich bin kein Mann, ich bin ‘ne Frau. Das müßtest du wissen. (steht auf, turnt rum): Ich bin so ungelenkig geworden. 
Michael: Machst du Karateübungen? 
Jutta: Das ist kein Karate, das istTanz. 
Michael: Wir können uns heut nacht ja mal Karatefilme angucken, das haben wir noch nie gemacht... 
Jutta: Bist du wahnsinnig geworden? Was willst du? 
Michael: Naja, so wichtig ist mir das auch nicht. 
Jutta: (verzweifelt) I wanna get out of this. Ich möchte Adam ((Anm.: ihr neuer Verlobter aus dem Englandurlaub)) hier haben... 
Michael: Hier in meinem Zimmer? 
Jutta: Ja. 
Michael: Und was mache ich dann? 
Jutta: Du mußt dich dann eben mit zugucken begnügen. Aber vielleicht macht das ja auch Spaß. 
Michael: Aber nur vielleicht. 
Jutta: Am Telefon macht’s dir ja schließlich auch Spaß.... Aber, um mal was zur Musik zu sagen, das ist wirklich gut, super, vor allem, weil der Sänger nicht so’ne Quengelstimme hat. Wie Gautsch, der hat auch ‘ne coole Stimme. 
Michael: Noch mehr erinnert das aber an Lotte Ohm. Pop-Entertainment mit Hip Hop-Einfluß, Samples und deutschen Texten... 
Jutta: Die Texte sind übrigens gut. (lenkt wieder ab): Ich kann immer noch keine Rauchringe blasen. 
Michael: Man kann nicht alles können. 
Jutta: Wenn man will, dann kann man alles können. 
Michael: Nein, du kannst keine Rauchrtinge blasen. 
Jutta: Ich sagte, wenn man will. Zu dieser Musik kann man supergut tanzen. Das ist echt klasse. Hey Michael, du sagst viel weniger als ich. Das ist alles gar nicht gut. Nie sagst du mir Sachen... 
Michael: Warum soll ich dir auch Sachen sagen? 
Jutta: Weil ich dir auch Sachen sage. Ich kann dir z.B. sagen, warum ich diverse Leute mag und andere nicht. 
Michael: Ja? 
Jutta: Weil einige lieb sind und andere nicht. 
Michael: Und wie macht sich das bemerkbar? 
Jutta: Einige Leute haben Charme, machen einem klasse Komplimente. Und andere Leute machen Komplimente, die einfach keine Komplimente mehr sind, weil sie viel zu leicht durchschaubar sind. Das sind die Leute, die doof sind. Und du sagst mir nie was. 
Michael: Dann falle ich ja schon mal nicht in die negative Kategorie. 
Jutta: Das weißt du ja gar nicht. Ich hab dir ja ganz bestimmt nicht alles gesagt, was negativ ist und was nicht. 
Michael: Naja, du warst mit mir XXXX (zensiert), dann kannst du mich ja wohl schon mal nicht ganz scheiße finden... 
Jutta: Das weißt du ja gar nicht. 
Michael: Also kann man trotzdem noch in die Negativkategorie kommen? 
Jutta (weise lächelnd): Na-tür-lich. Da können sogar Leute reinkommen, die einem richtig guten Sex bieten. Trotz allem. 
Michael: Dann kann’s natürlich sein. 
Jutta: (lacht) 
Michael: So, und jetzt gucken wir Fußball....