GOTT UND ICH
- WO IST DER UNTERSCHIED?


Auszüge aus einem Interview der Süddeutschen Zeitung vom 10.7.97 mit Dr. Motte (37), dem Erfinder der Love Parade: 

Was ist an der Love Parde politisch? 
Wenn ich das etymologische Lexikon aufschlage, steht da: Führung und Erhaltung eines Staatswesens, Gemeinwohl. Mit der Love Parde fördern wir das Gemeinwohl. Mit unserer Musik, unserem Zusammensein, und unserem Tanz. Wir respektieren jeden. (...) 
Eine Hate Parade demonstriert gegen die Kommerzialisierung, und die Veranstalter der Chaos Tage rufen dazu auf, die Love Parade von innen zu zerstören. 
Das bestätigt den politischen Aspekt der Love Parade. (...) Es ist nicht nur eine Gaudi, sondern es ist wichtig, daß Inhalte gepflegt werden. Wenn da jetzt Gegner mit einer eigenen Demo kommen, finde ich das gar nicht so schlimm. Wo Licht ist, ist auch Schatten. Wir werden eine lockere Menschenkette bilden, zwischen der Love Parade und dem Grünen des Tiergartens. Am Samstag morgen werden wir ein Trommelritual veranstalten, rasselnd die Strecke ablaufen und die Naturgeister, die Elfen, die Dämonen einladen, an der Love Parade teilzuhaben. Dann können sie auch positiv für die Natur und die Love Parade arbeiten, denn Dämonen haben normalerweise keine Aufgabe, genauso wie die Gegner der Love Parade, deshalb ist für sie auch alles Chaos und chaotisch. Die sind ja nur falsch orientiert. Alle, die gegen die Love Parade sind, die von der Hate Parade, sollen sich fragen, was sie wirklich wollen. In diesem Leben, in dieser Gesellschaft. Auf dieser Erde. Und nicht zu sehr ihre Energie verschwenden, gegen etwas zu sein. 
Aber so kennt man Demonstrationen, sie richten sich gegen etwas. 
Aber das ist dumm. Gegen den Vietnam-Krieg habe ich auch demonstriert, ich war auch lange Punk. Mein Leben sehe ich als geistige Weiterentwicklung. Ich will meinen persönlichen Frieden finden. (...) 
Wie lange wird es die Love Parade noch geben? 
Schon auf dem Plakat zur ersten Parade stand: Now and for ever. Ich hatte mal ein psychodelisches Erlebnis mit Pilzen. Da gingen mir Ohren und Augen auf. Ich habe erkannt, daß es sehr schwierig ist, etwas für das Gemeinsame auf dieser Erde zu tun - mit Liebe. Die Love Parade kann ein Schlüssel dazu sein. Wenn ich alle Menschen als meine Kinder ansehen würde, dann würde ich als Mutter und Vater, genauso wie Gott auch, der alles liebt in diesem Universum, sagen: „Ihr habt euren freien Willen. Macht was ihr wollt." Denn das bedeutet Liebe. 
Im nächsten Interview müssen sie vermutlich richtig stellen, daß sie sich gerade nicht mit Gott verglichen haben. 
Ich sehe keinen Unterschied zwischen Gott und mir. Gott ist in mir. Die Liebe durchdringt alles. (...) 
 
 

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