Wortstatistische Untersuchung der 18 Papstreden

Atheismus. Wird nirgendwo genannt. Der Papst betont aber: "Mit der Verweigerung der Achtung vor dem einen Gott geht immer auch die Achtung vor der Würde des Menschen verloren." Ohne monotheistisches Bekenntnis kann es demnach keine Achtung der Menschenwürde geben. Eine Position, die den ethischen Dialog mit Polytheisten und Nichtgläubigen schwierig macht.

Augustinus. Wird fünfmal genannt.

Dialog. Wird nur als Dialog mit anderen Religionen (Dialog mit Judentum und Muslimen) sowie als Dialog mit den orthodoxen und orientalischen Kirchen genannt. Von einem innerkirchlichen Dialog ist nirgendwo die Rede.

Frau / Frauen. Frauen kommen in den Papstreden als "Frau Bundeskanzlerin", Jungfrau Maria, Ordensfrau Mutter Teresa und als Teil der "Integrität und Einzigartigkeit der Ehe zwischen einem Mann und einer Frau", die "vor jeglicher Mißdeutung zu schützen" ist, (also im Kampf gegen die "Homo-Ehe") vor.

Konzentrationslager. Sind ein Beleg dafür, "wozu der Mensch, der Gott ablehnt, fähig ist".

Konzil. Das Zweite Vatikanische Konzil wird an zwei Stellen genannt, einmal wird LG 48 zitiert, an der anderen Stelle (bei der Begegnung mit Repräsentanten der jüdischen Gemeinde) wird an NA erinnert.

Krise der Kirche. Wird nur in der Ansprache an das ZdK genannt. Besteht dort in einem Mangel an Glauben auf Seiten der Gläubigen.

Modern / Moderne. Wird an drei Stellen genannt, immer im negativen Kontext.
"Muß man dem Säkularisierungsdruck nachgeben, modern werden durch Verdünnung des Glaubens?"
"Nicht die Selbstverwirklichung schafft wahre Entfaltung des Menschen, wie es heute als Leitbild des modernen Lebens propagiert wird, das leicht in einen verfeinerten Egoismus umschlagen kann."
"Wenn ich denke, was bei uns [während des Studiums] höchste, modernste Mode war und wie vergessen das alles ist ..."

Pfarrer. Werden nirgendwo genannt.

Reform. Wird an zwei Stellen genannt.
"Wenn wir nicht zu einer wirklichen Erneuerung des Glaubens finden, wird alle strukturelle Reform wirkungslos bleiben."
Zur "inneren Reform" der Kirche haben "die verschiedenen Epochen der Säkularisierung ... wesentlich beigetragen".

Reformation. Wird nur bei der Abschiedszeremonie auf dem Flughafen in Lahr genannt: "Im Land der Reformation bildete naturgemäß die Ökumene einen Schwerpunkt der Reise."

Religionsunterricht / Religionslehrer. Werden nirgendwo genannt.

Vernunft. Wird nur in der Rede im Bundestag (dort sehr häufig) sowie in der Rede an die Freiburger Seminaristen genannt.

Textgrundlage der wortstatistischen Untersuchung sind die auf der Sonderseite der DBK veröffentlichten Papstreden sowie die frei gehaltene Rede an die Freiburger Seminaristen. Ergänzungen sind willkommen!


Münsteraner Forum für Theologie und Kirche (MFThK)