22.8.2015
Zum 250. Geburtstag von Franz Anton Jäger

Den katholischen Theologen Franz Anton Jäger, Pfarrer im Bistum Würzburg, der heute vor 250 Jahren geboren wurde, kennt niemand. Kurz vor der Familiensynode im Vatikan kann sein Geburtstag jedoch ein Anlass sein, an eine Debatte zu erinnern, in die sich Jäger mit einer eigenen Schrift einmischte und die 200 Jahre zurückliegt, an die vornehmlich im süddeutschen Katholizismus geführte Diskussion über die Unauflösbarkeit der Ehe. Während heute kein katholischer Theologieprofessor die Unauflösbarkeit der Ehe zur Disposition stellt, lehrt ein Blick in die Tradition der Kirche: Das war vor 200 Jahren anders. Es wäre lohnend, die heutige Debatte über die Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion mit der damaligen Debatte über die Unauflösbarkeit der Ehe zu vergleichen, vor allem im Hinblick auf die Frage, wie vor 200 Jahren die Auseinandersetzung der Konservativen mit den Reformern argumentativ und rhetorisch verlaufen ist. Bruno Schlegelberger SJ, der in Kürze in Berlin sein 50jähriges Priesterjubiläum feiern wird, resümierte 1981 in einem Aufsatz: "Insgesamt zeugt die Auseinandersetzung um die Unauflösbarkeit der Ehe zu Beginn des 19. Jahrhunderts davon, dass man sich der Entscheidungsfreiheit der Kirche hinsichtlich dieser Frage in weiten Kreisen bewusst war."

Münsteraner Forum für Theologie und Kirche (MFThK)