Hinweise an
webmaster(x)theologie-und-kirche.de

Der Silberschatz von Schaprode


Bericht im NDR-Fernsehen

Bericht in den ZDF-heute-Nachrichten

Der erste christliche Dänenkönig Harald Blauzahn, der von Archäologen mit dem Silberschatz von Schaprode in Verbindung gebracht wird, wird zweimal im LThK genannt. Oluf Bohn erwähnt ihn in seinem Artikel über die Kirchengeschichte Dänemarks: "Mit der Taufe König Haralds um 960 faßt die Kirche im dänischen Volk Fuß, aber erst unter König Svend Estridsen (1047-76) folgte der entscheidende Durchbruch". Die zweite Nennung findet sich im Artikel von Wolfgang Seegrün über den Heiligen Unni. Dieser Erzbischof von Bremen-Hamburg konnte "unter Wohlwollen König Haralds Blauzahn bei den Dänen [...] persönlich den Christenglauben verkünden".
Harald Blauzahn spielte eine entscheidende Rolle bei der Christianisierung Dänemarks. Um 965 ließ er sich und seine Gemahlin Gunhild durch den Missionar Poppo taufen, nachdem dieser ihn von der Macht des Christengottes überzeugt hatte, indem er ein glühendes Eisen in die Hand nahm und unverletzt blieb. Von diesem so genannten Poppo-Wunder berichtet erstmals der Mönch Widukind von Corvey in seiner "Sachsengeschichte": "Die Dänen waren von alters her Christen, dienten aber nichtsdestoweniger den Götzen nach heidnischer Weise. Es ereignete sich aber, dass bei einem Gastmahl ein Streit über die Verehrung der Götter entstand in Gegenwart des Königs. Die Dänen behaupteten nämlich, Christus sei zwar ein Gott, aber es werde noch andere Götter geben, deren Macht noch größer sei, da sie den Menschen größere Zeichen und Wunder durch sich kundtäten. Dagegen erklärte ein Geistlicher, der jetzt als Bischof ein gottgeweihtes Leben führt, namens Poppo, es gebe nur einen einzigen wahren Gott, den Vater mit dem eingeborenen Sohn Jesus Christus unserem Herrn und dem Heiligen Geiste, die Götzen aber seien Dämonen und nicht Götter. König Harald aber, der eifrig zum Hören, bedächtig zum Sprechen geschildert wird, fragte ihn, ob er diesen Glauben durch sich selbst bezeugen wolle. Ohne Zögern erklärte er sich bereit. Der König aber gebot, den Geistlichen bis zum folgenden Tage zu bewachen. Als es Morgen geworden war, ließ er eine Eisenmasse von großer Schwere mit Feuer erhitzen und befahl dem Geistlichen, für den katholischen Glauben das glühende Eisen zu tragen. Der Bekenner Christi ergriff das Eisen ohne Besinnen und trug es so lange, als es der König selbst befahl, zeigte allen die unverletzte Hand und erwies so vor der ganzen Versammlung die Wahrheit des katholischen Glaubens. Nach dieser Probe bekehrte sich der König, beschloss, Christum allein als Gott zu verehren, befahl seinen heidnischen Untertanen, die Götzen zu verwerfen, und erzeigte fortan den Priestern und Dienern Gottes die gebührende Ehre."
Harald mußte schließlich vor seinem eigenen Sohn Sven Gabelbart flüchten, als dieser die christlichen Priester vertrieb und das Heidentum wieder einführte. Auf dieser Flucht vergrub Harald Blauzahn möglicherweise den Silberschatz von Schaprode. Der Schatz enthält viele mit einem christlichen Kreuz verzierte Münzen, aber auch einen Thorshammer, ein Amulett, das als Symbol für den Wikingergott Thor um den Hals getragen wurde. Die älteste Münze im Schatz ist ein Dirham aus Damaskus, der auf das Jahr 714 datiert wird. Auf ihr ist die Sure 112 eingeprägt (Die unten stehende Übersetzung und Umschrift stammen von Hans Zirker). Was verraten uns diese Funde über die Religionsgeschichte des Frühmittelalters?


Münsteraner Forum für Theologie und Kirche (MFThK)