Zum Tod von Hans-Peter Dürr

"Die Kirche darf sich nicht so oft auf Nebenkriegsschauplätze begeben. Es wäre viel wichtiger, die Menschen darauf aufmerksam zu machen, dass sie eingebettet sind in etwas, das nicht greifbar ist – weder für die Naturwissenschaften noch die zukünftige Menschheit. Aber das, was nicht greifbar ist, ist nicht weniger wahr. Für mich ist die Wahrheit nicht mit der Objektivität verkoppelt, wie die Wissenschaft annimmt. Wenn das so wäre, könnte die moderne Physik gar nicht wahr sein. Wahrheit muss anders erfasst werden als über die Objektivierbarkeit. Hier ist der Dialog, die menschliche Kommunikation von großer Bedeutung. Wir könnten mit menschlicher Sprache an Dinge rühren, die nicht zu begreifen sind. In diesem Sinne könnten die Religionen eine wichtige Rolle spielen."
(Hans-Peter Dürr in Evangelische Kommentare 2/1996)

Münsteraner Forum für Theologie und Kirche (MFThK)