Die Pressekonferenz von Papst Franziskus auf dem Weg von Rio nach Rom

Seit dem 31. Juli liegt endlich eine offizielle Transkription der Pressekonferenz von Papst Franziskus auf dem Rückflug von Rio nach Rom vor. Zuvor gab es eine spanische Transkription, eine italienische Transkription von Andrea Tornielli und eine deutsche Übersetzung der Notizen Torniellis sowie eine Zusammenfassung im Blog von J. Erbacher. Viele Medien sparten sich eine gewissenhafte Quellenrecherche und schrieben z.B.: "Homosexuelle Neigungen seien keine Sünde, homosexuelle Akte aber schon, schränkte der Papst ein." Diese falsche Zitation - der Papst verlor über praktizierte Homosexualität kein Wort und redete auch nicht von Sünde - verbreitete sich im Internet, Radio und Fernsehen rasend schnell. Unter anderem stützten Volker Beck, David Berger und in den "Tagesthemen" der Sprecher von HuK ihre Kritik an den Äußerungen des Papstes auf diese falsche Zitation. Ein großes Aber, wie Berger kritisiert, sprach der Papst im Zusammenhang mit Homosexualität gerade nicht (Besser, aber immer noch missverständlich die FAZ: "Auf die Frage, wie die Kirche mit praktizierenden Homosexuellen umgehen solle, ging der Papst nicht ein."). Die Konservativen hatten hier sorgfältiger recherchiert. Sie vermissen dieses große Aber: "It would be nice if he'd said a little more to clarify the point further" (ins Deutsche übersetzt auf einer privaten Linzer Webseite). Noch deutlicher die Kritik auf einer der Piusbruderschaft nahestehenden Webseite. Zu dem Dialog zwischen der Journalistin Patricia Zorzan und dem Papst vermerkt Jürgen Erbacher: "Das war schon interessant, wie sich Franziskus an dieser Stelle gewunden hat, um die Position nicht mit eigenen Worten sagen zu müssen. Warum?" Erinnert sei in diesem Zusammenhang auch an das Schweigen von Papst Franziskus zur "Homo-Ehe" in einer Rede an französische Parlamentarier.


Münsteraner Forum für Theologie und Kirche (MFThK)