MFThK, 8.11.14

Quelle des Videos: SZ, 4.11.2014
(Der Mann mit dem lila Schal ist keiner der "Vier")
MFThK, 24.10.14

Das neue Album der Fantastischen Vier

Eine Tagung in der Katholischen Akademie Freiburg untersuchte gerade das Verhältnis von Popmusik und Religion von den 1960er Jahren bis zum größten Erfolg Herbert Grönemeyers (2002). 20 Jahre nach den Analysen von Andreas Mertin beschäftigte man sich beispielsweise noch einmal mit dem inzwischen 25 Jahre alten Video-Clip "Like a prayer" von Madonna (vgl. den Bericht der KNA). Buschmann konnte in seinem Vortrag »Jesus« Müller-Westernhagen. Ein Musikvideo als modern-mystisches Andachtsbild der Passionsfrömmigkeit an seinen fast 15 Jahre alten Aufsatz »Jesus« Müller-Westernhagen ikonographisch. Ein Musikvideo mit religiöser Thematik als modern-mystisches Andachtsbild der Passionsfrömmigkeit anknüpfen. Auch Böhm konnte in seinem Vortrag auf Beobachtungen zu Michael Jackson zurückgreifen, die er schon vor 15 Jahren veröffentlichte. Auf Bitten der Tagungsleitung präsentierte Schwarze einen Ausschnitt aus seiner 1996 abgeschlossenen Dissertation. Die angekündigten Referenten Striet (Grönemeyer) und Wenzel (Dylan) waren nicht gekommen, den Vortrag über Grönemeyer hielt eine Assistentin Striets. Ausgespart blieb bei der Tagung (neben anderen Musikrichtungen der Gegenwart) die Musik, die Kinder und Jugendliche heute wahrscheinlich am meisten hören, nämlich Rap und Hip-Hop. Die Pioniere des deutschsprachigen Hip-Hop haben heute ihr neuntes Studioalbum veröffentlicht.

Lied 1: "25"
Das Lied feiert das 25-jährige Bandjubiläum.

Lied 2: "Heute"
Ein Kennzeichen des "Heute" ist für Smudo:
Immer nur the Best, immer Contest, bis zum letzten Rest nur Stress, immer mehr Likes, immer mehr Hits, immer mehr Scheiß, ... immer mehr Reiz, immer mehr Links, immer mehr Geiz ...
Im Anschluss daran übernimmt Thomas D. das Mikrofon und setzt einen esoterischen Kontrapunkt:
Die Welt steht still, wenn man mir ihr eins ist.

Lied 3: "Und los"
Die Botschaft des Liedes ist: Bleibe nicht passiv, lass Dich nicht gehen, stehe nicht frustriert auf der Stelle, sondern werde aktiv. Und los! Das "Und los"-Gefühl drückt sich u.a. darin aus, die Meere zu teilen, die Massen zu heilen und Wasser zu Wein zu machen.
Der Diagnose Das Leben ist kurz, es tut weh und es fehlt die Vision hält Thomas D. entgegen: Aber irgendwas ist da und irgendwann finden wir's, denn es ist Schicksal und wir sind bestimmt dafür.

Lied 6: "Typisch ich"
In dem Lied reimt sich Karma auf Dalai Lama. Thomas D. beschreibt sein "Ich-Erleben" mehr oder weniger fatalistisch:
Was auch immer geschieht, ich bin nicht dagegen, denn ich hab's kapiert, es passiert so mir deswegen.

Lied 7: "Wie geliebt"
Ist das Lied ein Plädoyer für die christliche Ehe? Jedenfalls geht es um die Sehnsucht nach einem "Menschen, der Dich ein Leben lang begleitet".
Was ist das alles hier wert, wenn es keiner mit Dir teilt?

Lied 11: "Frieden wie denn"
Die Suche nach Glück ist die Sehnsucht nach Frieden und das Beste, was den Menschen zu hoffen bleibt, ist die Abwesenheit von Leid.

Lied 12: "Gott ist mein Zeuge"
Das Lied trägt unverkennbar die Handschrift von Thomas D.
Ich habe ein halbes Leben gebraucht, um diese Zeilen zu schreiben ... Fällt auch die Ehrlichkeit schwer, so bleibt doch der zu beneiden, der sich auf ihre Seite stellt, um sie mit jedem zu teilen, so kann die Wahrheit nicht für immer im Verborgenen bleiben. ... Du hast Dich längst schon entschieden, nicht mehr nur ängstlich zu leben, Du willst Dich weiter verändern, um etwas weiter zu geben. ... Das Leben ist und bleibt zu kurz, um sich im Nichts zu ergeben, denn alles, was uns umgibt auf diesem blauen Planeten, ja, alles, was existiert, ist von Bedeutung für jeden, Du findest Frieden in Dir, wehrst Du Dich nicht mehr dagegen und nimmst egal, was passiert, es an als Teil Deines Lebens. Du bist ein Kind dieser Sterne, ein Engel des Lebens, Du bist der lebende Beweis für mich für Elfen und Feen, Du bist ein Wesen aus Licht, ewige Quelle der Freude, ich geb mein Leben für Dich, ja Mann, und Gott ist mein Zeuge, Du bist das größte Geschenk in diesem Leben für mich, denn Du bist wunderschön lebendig wie das Leben an sich und täglich rettest Du mich, deshalb verspreche ich Dir heute, ich würd sterben für Dich, ja Mann, und Gott ist mein Zeuge. Weil einsam bleibt, wer nur an sich alleine denkt, weil dieses Leben nichts wert ist, wenn man's keinem schenkt, und auch weil sich die Liebe erst mehrt, wenn man sie nicht für sich behält, singe ich dieses Lied für Dich vor Gott und der Welt. Da Du mich immer daran erinnerst, dass es Engel auf Erden gibt, eine Liebe, die grenzenlos, ein Versprechen, das ewig währt, eine Quelle, die nie versiegt und allem zugrunde liegt, weil du heilende Hände hast, ... Dein Verständnis kein Ende nimmt, Deine Seele unendlich ist, Deine Sätze Gebete sind, die Du für mich sprichst und aus tausend anderen Gründen liebe ich Dich. ... Wir verlassen die Einheit, um geboren zu werden, und wir kehren zu ihr zurück, indem wir sterben, doch Dich hat der Himmel geschickt, wie ein Engel lädst Du mich ein, im Herzen vereint Gottes Zeuge zu sein ...


Münsteraner Forum für Theologie und Kirche (MFThK)