Der Essener Tafel-Streit

"Sehen – Urteilen – Handeln" ist der methodische Dreischritt Christlicher Sozialethik. Die Essener Tafel hat gesehen: Die Schwächsten der Hilfsbedürftigen – alte Frauen und alleinerziehende Mütter – werden von Stärkeren verdrängt. Die vorrangige Option für die Schwächsten gehört zu den fundamentalen Grundsätzen Christlicher Sozialethik. Hätte es für die Essener Tafel auch einen anderen Weg gegeben, dieser Option treu zu bleiben? Diesen Weg hätte man vor Ort mit den ehrenamtlichen Helfer_innen der Essener Tafel suchen müssen. Politiker_innen von Parteien, deren Politik für den wachsenden Ansturm auf die Tafeln mitverantwortlich ist, kritisieren nun vom fernen Berlin aus die Essener Tafel, zum Teil unter völliger Verkennung der Tatsachen wie bei der SPD-Politikerin Sawsan Chebli. Sie hätten besser schweigen sollen, urteilt Jakob Augstein auf Spiegel Online zu Recht.
Warum auch die Bundeskanzlerin besser geschwiegen hätte, legt Malte Lehming im "Tagesspiegel" überzeugend dar. Gemäß dem aus der katholischen Soziallehre stammenden Prinzip der Subsidiarität hätte sie der Kompetenz ihrer Parteifreunde vor Ort vertrauen sollen.
Es folgt eine – zugegebenermaßen tüchtig einseitige – Auswahl von Links.

Quelle: Berliner Zeitung, 28.2.2018

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