Zum deutschen Vorentscheid für den
Eurovision Song Contest 2013

Millionen Deutsche werden am 14. Februar in der ARD den deutschen Vorentscheid für den 58. Eurovision Song Contest in Malmö sehen. An dieser Stelle sei nur kurz auf drei Teilnehmer hingewiesen.
Zusammen mit einer evangelischen Opernsängerin (vgl. hier) treten drei katholische Priester unter dem Namen "Die Priester" mit dem Lied "Ave maris stella" auf. Die Plattenfirma Universal Music hat das Video zum Lied nicht auf YouTube hochgeladen, sondern auf dem viel weniger beachteten Videoportal MyVideo. Sie schreibt dort: "Beiden großen christlichen Kirchen laufen seit Jahren schon die Leute weg. Die römisch-katholischen Geistlichen Pater Vianney Meister, Abt Rhabanus Petri und der Diozösanpriester Andreas Schätzle, die sich 2011 zum Gesangstrio Die Priester zusammengetan haben, ist es in jüngster Vergangenheit jedoch gelungen, den einen oder anderen in die Gemeinden zurückzuholen: mit ihrer Musik." Das Video zum Lied wurde im Kloster von Batalha in Portugal gedreht. Auf MyVideo hat es innerhalb von fünf Monaten nicht mehr als 5000 Klicks bekommen. Auf einer katholischen Traditionalistenwebseite wurde kritisch angemerkt: "Was hat das Management des Trios geritten, im Video zum Lied als Franziskaner (also keine Mönche) verkleidete Komparsen wie Mönche auftreten zu lassen und das im Stil, als wären sie einem Dan-Brown-Roman entsprungen? Die Kapuzengestalten, die sich ständig durch das Bild bewegen, wirken lichtscheu, zum Teil sogar skurril bedrohlich, als trügen sie einen Dolch unter dem Gewande. Ein Tribut an die musikalische Pop- und literarische Fantasykultur? Was für einen Eindruck sollen nicht katholisch sozialisierte Jugendliche und Erwachsene vom katholischen Ordenswesen, besonders vom Mönchtum gewinnen?" Zu ergänzen wäre die Frage: Was für einen Eindruck sollen nicht katholisch sozialisierte Jugendliche und Erwachsene durch den Auftritt der "Priester" von der katholischen Kirche gewinnen? Dass in ihr immer noch auf Latein gesungen wird und vor allem mittelalterliche Marienlieder? Und was sollen die Zuschauer von diesem Bekenntnis halten?
Die "Söhne Mannheims", bekannt geworden durch die Zusammenarbeit mit Xavier Naidoo, treten mit dem Lied "One Love" an. Eine Botschaft des Liedes lautet: "Wir werden keinen Schritt weiter kommen ohne zu riskieren". In dem Video zu diesem Lied gibt es einen betenden Moslem, buddhistische Mönche und ein christliches Kreuz zu sehen. Die Beantwortung der Frage, was diese Bilder mit dem besungenen Glauben an die Universalität der Liebe ("It doesn't matter where you come from because love is the same in all languages") zu tun haben, bleibt dem Zuschauer überlassen.
Das Lied des Berliner Newcomers Ben Ivory entzieht sich einer eindeutigen Interpretation. Vermutlich geht es um selbstgerechte Gewalt gegen Minderheiten ("We are the freaks, we are the queers ..."), die nicht ignoriert werden können ("You can't deny us, you can't deny us"), selbst wenn man Augen und Türen verschließt. Die Minderheiten weichen nicht der Gewalt ("But we ain't going nowhere, no, we ain't going nowhere"). In dem Video zum Lied erscheint mehrmals ein finsterer Bischof mit Mitra. Was soll dieser Bischof symbolisieren?


Münsteraner Forum für Theologie und Kirche (MFThK)