Vom Schauplatz der NS-Verbrechen zum Ort des Lernens: Das Haus am Kaiser-Wilhelm-Ring war in seiner wechselvollen Vergangenheit von 1924 bis 1968 zugleich Tatort des Unrechts und Dienststelle der Wiedergutmachung.
In den 20er Jahren als Wohnsitz des Fabrikanten und Zentrumsabgeordneten Rudolf ten Hompel gebaut, wurde die Villa ten Hompel 1940 Schaltzentrale der Ordnungspolizei für den Wehrkreis VI. Hier koordinierten 40 Mitarbeiter den Einsatz von 200 000 Ordnungskräften.
Nach dem Krieg spielte die Villa zunächst beim Aufbau der Landespolizei wieder eine Rolle, bis 1953 war hier das Kommando der Wasserschutzpolizei-Gruppe »Westdeutsche Kanäle« untergebracht.
Von 1953 bis zu seiner Auflösung 1968 hatte dann das »Dezernat für Wiedergutmachung für politisch, rassisch und religiös Verfolgte« seinen Sitz in der Villa ten Hompel, anschließend die Staatliche Büchereistelle und das Gewerbeaufsichtsamt.
Seit 1999 arbeiten am Kaiser-Wilhelm-Ring 28 die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Geschichtsortes.