Informationen und Service für Besucher
Ein Landschaftsgarten für die Lebenden und die Toten
Der Waldfriedhof Lauheide liegt - eingebettet in eines der schönsten Naherholungsgebiete Münsters - direkt an der Ems zwischen Handorf, Westbevern und Telgte. Das ehemalige Flussbett, die sogenannte Schlenke, ist in der Gesamtanlage des Friedhofes noch gut zu erkennen. Schon vor fast 4 000 Jahren bestatteten Menschen an diesem Ort ihre Angehörigen. Vom frühsteinzeitlichen Hügelgrab hat sich der Friedhof heute zu einem einzigartigen Landschafts- und Erholungsgarten und gleichzeitig zum kommunalen Servicebetrieb entwickelt.
Naturbelassene Friedhofslandschaft
Alle Wege auf dem weitläufigen, 84 Hektar großen Areal sind unversiegelt. Die Verwendung von Rindenmulch und Komposterde statt Hochmoortorf und künstlichem Dünger ist ebenso selbstverständlich wie der Verzicht auf Streusalz und alle Gifte. Grabeinfassungen aus Stein oder gar Kunststoff sind in Lauheide längst tabu. Seit 1987 werden in Trauergebinden keine Kunststoffe mehr verwendet. Selbst die über 260 Parkbänke auf dem Friedhof werden abgeschliffen und nur mit umweltfreundlicher Schutzlasur gestrichen. Insgesamt 60 Arten von Moosen, sowie Pflanzen und Flechten bilden in der behutsam gepflegten Naturoase eine ganz eigene Gehölzstruktur. Orchideen, Ginster, Wacholder und Heidekraut wachsen auf dem Friedhof ebenso wie der sehr seltene Königsfarn.
Artenvielfalt
Weit über 100 Vogelarten, darunter 47 regelmäßig brütende Vogelarten, sind in der Lauheide gezählt worden. Darunter befinden sich so seltene Arten wie die Hohltaube, der Pirol und der Rote Milan, der 1990 erstmals erfolgreich gebrütet hat. Rund 360 Nistkästen ermöglichen den Höhlenbrütern die Aufzucht von Nachwuchs. Die Vögel finden mit Beerensträuchern, Wildkräutern, der mannigfaltigen Insekten-und Bodentierwelt immer einen "reich gedeckten Tisch" vor. Zudem tummeln sich auf dem Friedhof unter anderem Erdkröten, Wiesel, Teichmolche, Fledermäuse.
Sternchenfeld
Das Denkmal "Den tot geborenen Kindern" ist für trauernde Eltern von großer Bedeutung. Diese eindrucksvolle Bronzeskulptur des Künstlers Laurenz Kirchner wurde, auf Initiative von Friederike Rosenfeld, im Eingangsbereich des Waldfriedhofs Lauheide am 24.Mai 2001 eingeweiht. Frau Rosenfeld ist Gründerin der Kontaktstelle "Sternschnuppe". Seit dem 15. August 2002 werden nun auch nahe der Skulptur im so genannten Sternchenfeld Fehl- und Totgeburten unter 500 g anonym, das heißt ohne Grabstein oder Kranz bestattet.
Für neuere Navigationsgeräte: Lauheide 5, 48291 Telgte (keine Postanschrift), für ältere hilfsweise August-Winkhaus-Straße, Telgte eingeben.
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