Digitale Bodenbelastungskarte
Bisher konzentrierte sich die Aufmerksamkeit im Bodenschutz auf die ermittelten Altlasten. Aussagen über den Bodenzustand in der Fläche waren nur unzureichend möglich.
Der Gesetzgeber hat dieser Bedeutung des Bodens durch eine Zusammenfassung und Erweiterung des Bodenschutzrechts Rechnung getragen.
In Münster ist mit dem Instrument der digitalen Bodenbelastungskarte das gesamte Stadtgebiet großflächig betrachtet worden.
Die Untersuchung ist abgeschlossen und die wichtigsten Ergebnisse sind:
- Das Schadstoffniveau in Böden der Stadt ist als eher gering zu bezeichnen, wobei die Belastungen vom Stadtzentrum zur Peripherie hin abnehmen.
- Im zentralen Siedlungsbereich ist von großflächig erhöhten Schadstoffgehalten im Boden auszugehen.
- Es bestehen keine Anhaltspunkte für das Vorliegen von Flächen mit schädlichen Bodenveränderungen. Flächenhafte Überschreitungen der Prüfwerte (Gefahrenwerte) der Bundes-Bodenschutzverordnung (BBodSchV) konnten nicht festgestellt werden.
- Im Siedlungsbereich treten bei den Messwerten in einigen Fällen Überschreitungen der Prüfwerte der BBodSchV insbesondere für Blei und vor allem Benzo(a)pyren auf. Dabei sind aber häufig untere Horizonte oder weniger sensible Nutzungen betroffen.
- In den Überschwemmungsgebieten ist das Belastungsniveau insgesamt höher. Eine Detailbetrachtung ist daher im Bereich der Überschwemmungsgebiete (z.B. der Aa) erforderlich.
- Für die Bauleitplanung ist festzuhalten, dass keine Hinweise gefunden wurden, die eine multifunktionale Nutzung der Flächen aufgrund von großflächigen Schadstoffbelastungen einschränken.