Versickerung
Versickerungsmethoden - je nach den verfügbaren Flächen, der Durchlässigkeit des Untergrundes und den Grundwasserverhältnissen - sind:
- Flächenversickerung
Bei der Flächenversickerung wird das Niederschlagswasser ohne wesentlichen Aufstau entweder direkt auf der Fläche versickert, auf der es anfällt oder von undurchlässig befestigten Flächen auf versickerungsfähigen Boden geleitet und dort versickert. Für die Flächenversickerung kommen bei sickerfähigem Untergrund Haus- und Garagenzufahrten, unbedenkliche Hofflächen und Terrassen sowie Garten- und Grünflächen in Betracht.
- Muldenversickerung
Bei der Muldenversickerung wird das Niederschlagswasser in eine möglichst flache begrünte Bodenvertiefung geleitet, in der es kurzzeitig bis zur Versickerung zwischengespeichert wird. Die Mulden können aufgrund der geringen Tiefe (max. 0,3 m) und der Bepflanzung problemlos in Privatgärten und Grünanlagen integriert werden. Kombinationen mit Teichanlagen sind bedingt möglich. Die Versickerung des Wassers durch eine belebte Bodenschicht gewährleistet eine gute Reinigung des versickernden Wassers. Aus ökologischer Sicht ist die Muldenversickerung sehr positiv zu beurteilen.
- Rigolenversickerung
Bei der Rigolenversickerung wird das Niederschlagswasser über eine belebte Bodenzone in einen kies- oder schottergefüllten Graben geleitet. Die Rigolenversickerung wird oft angewendet, wenn das Niederschlagswasser unterhalb einer gering durchlässigen Bodenschicht versickern soll oder die Flächen für eine Mulden- oder Flächenversickerung zu klein sind.
- Rohrversickerung
Bei der Rohrversickerung wird das Niederschlagswasser in unterirdisch verlegte, perforierte Rohrstränge geleitet, die in eine Kiespackung eingebettet sind. Das zufließende Niederschlagswasser wird über einen Kontroll- bzw. Verteilerschacht mit Sumpf in das Rohrsystem geleitet, wo es in den Rohren und der Kiespackung bis zur Versickerung zwischengespeichert wird. Wegen der unterirdischen Bauweise besteht an der Oberfläche nahezu keine Nutzungseinschränkung. Die verwendeten Flächen dürfen jedoch nicht mit Bäumen und Büschen bepflanzt werden.
- Schachtversickerung
Bei der Schachtversickerung wird das Niederschlagswasser über einen Schacht mit einer im unteren Teil durchlässigen Außenwand und Sohle in den Untergrund versickert. Der untere Teil des Schachtes ist in eine Kiesummantelung eingebettet. Im Schacht wird das Niederschlagswasser zunächst zwischengespeichert und verzögert an den Untergrund abgegeben. Diese Methode kann auch bei schwerdurchlässigem Oberboden angewandt werden. Die Schachtversickerung ist ökologisch bedenklich und darf nur bei einem ausreichend großen Abstand des Grundwassers zur Geländeoberfläche angewandt werden.
Grundsätzlich ist auch eine Kombination der unterschiedlichen Versickerungsarten möglich.
(Quelle: Stadt Menden)